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Kompaktkamera Sony RX 100 III : Wie ein Espresso - klein, schwarz und stark

Die Sony RX 100 III ist eine Sucher-Kamera ohne Touchscreen Bild: Pardey

Die Sony RX 100 III ist als drittes Modell nicht die Ablösung, sondern das Topmodell von Sonys Kompaktkameras mit 1-Zoll-Sensor. Man staunt, was alles in dem kleinen Gehäuse Platz gefunden hat.

          Das Schlimmste, was sich der kleinen Schwarzen von Sony von uns wurstfingrigen Langnasen nachsagen lässt, ist die schlichte und einfache Wahrheit, dass sie einen Tick zu klein und vor allem auch zu glatt ist. In der Bekanntschaft hat sich ein Expeditionär, der Bildqualität im Miniformat brauchte - es ist schrecklich zu sagen -, seine RX 100 mit Grip-Tape beklebt. Zwar gibt es ein Griffpölsterchen als Zubehör zu kaufen, das der Front ihre Glattheit nimmt. Und es hat die RX 100 III serienmäßig auch ein Daumenpolster an der Rückseite. Aber sogar für schlanke Finger, zumal wenn Naildesign sie angespitzt und gestreckt hat, gilt: etwas zu klein, etwas zu glatt.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Beides hat selbstverständlich den Vorteil, dass kaum eine Kamera dieser Preis- und Leistungsklasse (zwischen 770 und 850 Euro werden als Preis aufgerufen) so angenehm mit rund 300 betriebsbereiten Gramm in die Hosen- oder Hemdtasche rutscht - sogar mit der zweiteiligen ledernen Bereitschaftstasche drum herum.

          Ein wenig hakeliger als die erste Generation der RX 100 fühlt sich die Mark III wegen des 3-Zoll- Klappmonitors (1,22 Millionen Bildpunkte) an. Der ist an seiner Oberkante angeschlagen und lässt sich bis in die Senkrechte nach vorn drehen - natürlich, um in dieser Position Selfies zu schießen. Ein Touchscreen ist der Monitor nicht, denn die RX 100 III ist als Sucherkamera einzuordnen.

          Mit Klappdisplay
          Mit Klappdisplay : Bild: Pardey

          Ihr mit einem Annäherungssensor für das Umschalten des Monitors ausgestatteter elektronischer Sucher in OLED-Technik (1,44 Millionen Bildpunkte) ist das interessanteste Detail der Mark III und verschwindet in ausgeschaltetem Zustand völlig im Gehäuse. Wer an dessen linker Seite einen Schieber entdeckt und meint, da werde der Blitz ausgefahren, täuscht sich. Der Miniblitz sitzt in der Mitte - wo allerdings der Blitzschuh der RX 100 II verschwand. Links schnappt ein schwarzes Würfelchen hoch, etwa von der Größe eines Zuckerstücks. Nach hinten lässt es sich ausziehen; danach erst ist der Sucher einsatzbereit. Wer das arg umständlich findet, mag sich damit trösten, dass auch nach dem Einschalten mit dem Hauptschalter ein Momentchen vergeht. Über dem Okular wird der Dioptrien-Ausgleich zugänglich, den man beim Herausziehen der Optik leicht unbeabsichtigt verstellt.

          Den Sucher hochschnappen zu lassen ist zugleich eine mögliche Form, die Kamera einzuschalten. Verstaut man den Sucher wieder in genau umgekehrter Reihenfolge - den Auszug vorschieben und dann alles nach unten ins Magnesium-Gehäuse zurückdrücken -, schaltet sich die Kamera selbsttätig aus. Genau diese Funktion wenigstens abschaltbar zu machen wäre eine dringende Empfehlung für ein Firmware-Update, denn das Wiedereinschalten der Kamera macht dann doch etwas Umstand.

          Die RX 100 III hat auch einen Blitz
          Die RX 100 III hat auch einen Blitz : Bild: Pardey

          Angesichts der Winzigkeit des Suchers schien erst Skepsis angezeigt. Doch er hat sich trotz Fehlsichtigkeit und Brille bei schwachem Licht wie auch beim manuellen Scharfstellen mit dem Ring am Objektiv bewährt. Die in ihrer Menge dosierbaren Bildschirmanzeigen lassen sich gut ablesen. In der Praxis war es so, dass die meisten Aufnahmen mit der Kamera am Auge gemacht wurden. So klein er ist, dieser Sucher ist nicht etwa nur ein Notbehelf für das Fotografieren im hellen Sonnenschein.

          Konzeptionell ist bei der Optik alles wie bei den beiden anderen RX-100-Modellen geblieben: Das Vario-Sonnar T* mit dem stolzen Namen Zeiss ist fest eingebaut. Aber es ist lichtstärker geworden mit Anfangsöffnung 1:1,8-2,8, und sein Brennweitenbereich reicht von 24 bis 70 Millimeter Kleinbildäquivalent. Es ist also weitwinkliger als die Objektive in der RX 100 I und II. Geblieben ist auch die Sensorgröße des von hinten belichteten CMOS: 13,2 × 8,8 Millimeter. Er liefert in Zusammenarbeit mit dem Bionz-X-Prozessor maximal rund 20 Megapixel große Bilder. Und deren Qualität ist es, die Sonys RX-Reihe ihre zahlreichen Fans verschafft hat. Wenn man Bilder zeigt, hört man immer wieder: „Was, mit dieser kleinen Kamera?“.

          Bedienungstechnisch muss man sich für diese sehr guten bis geradezu exzellenten Ergebnisse nicht krummlegen: Wie ihre Vorläuferinnen hat die RX 100 III zwei Automatiken, mit denen sie einem alles abnimmt, und dazu über ein Dutzend Motivprogramme und noch mal so viele Bildeffekt-Filter. Eine Aufnahmefunktion, die gefiel, war der bei Porträtserien gut funktionierende Augen-Autofokus.

          Und wer gern auf seine ganz persönliche Art und Weise Einstellungen vornimmt, der kann sich aussuchen, wie er seine Funktionstasten belegt und welche Parameter ihm fürs Schnellerverstellen gezeigt werden sollen. Als Kamera auf der Höhe der Zeit beherrscht die RX 100 III NFC (Near Field Communication), hat ein W-Lan-Modul und ist mittels App mit dem Smartphone vernetzt von diesem aus fernsteuerbar.

          Quelle: F.A.S.

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