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Sony Kameras : Beim Sensor spielt die Größe schon eine Rolle

Vollformat für die Tasche DSC-RX1 Bild: Hersteller

Auf der Photokina bringt Sony das Vollformat in drei ganz unterschiedlichen Gerätesegmenten: In einer neuen Handycam, einer Systemkamera und mit teildurchlässigem Spiegel.

          Nicht eine, sondern drei Vollformat-Kameras schickt Sony auf der Photokina ins Rennen. Damit lassen die Japaner 24,3-Megapixel-Sensoren mit dem Maß eines Kleinbildnegativs (24 × 36 Millimeter) in drei ganz unterschiedlichen Gerätesegmenten antreten. Von Oktober bis Dezember - gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft - sollen die preislich die 3.000-Euro-Marke umspielenden Neuheiten zu haben sein.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aus der Vollformat-Phalanx schert lediglich die NEX-6 aus, die einen 23,5 × 15,6 Millimeter messenden 16,1-Megapixel-Sensor im APS-C-Format hat. Die Neue zum Gehäusepreis von rund 800 Euro schiebt sich zwischen NEX-5R und NEX-7 und soll sich als spiegellose Systemkamera mit Wechseloptiken durchaus mit DSLRs messen.

          Entsprechend ist das Bedienkonzept mit Moduswahlrad, einem zweiten Kontrollrad oben und einem Einstellrad auf der Rückseite für den schnellen Zugriff auf zahlreiche Parameter ausgelegt.

          Missing Link: NEX-6
          Missing Link: NEX-6 : Bild: Hersteller

          Aus der NEX-5R wurde der „Fast-Hybrid-Autofokus“ übernommen, der Phasendetektion und Kontrastmessung miteinander kombiniert. Zehn Serienbilder in der Sekunde schafft die NEX-6.

          Im ursprünglich vom Kinofilm abgeleiteten Vollformat und mit hochwertigen Wechselobjektiven digital filmen - das ist in jüngerer Zeit eine Domäne der Spiegelreflexkameras geworden. Da greift nun Sonys neue Handycam NEX-VG900E an und dreht den Spieß gewissermaßen um: In erster Linie für Videoaufnahmen gestaltet und ausgestattet, kann sie auch in Vollformat-Qualität Standbilder schießen.

          Der Exmor-CMOS-Sensor im 35-mm-Format ist rund vierzigmal so groß wie die Sensoren herkömmlicher Camcorder und doppelt so groß wie der Sensor in Sonys bisherigem Topmodell. Um seine Leistung - Rauscharmut, Detailreichtum und kinoreife Vordergrund-Hintergrund-Trennung - voll auszureizen, sind Objektive mit dem A-Mount von Sony-DSLRs nötig. Die werden mit einem im Gehäusepreis von 3.300 Euro inbegriffenen Adapter angesetzt.

          Vollformat im Topmodell SLT-A99
          Vollformat im Topmodell SLT-A99 : Bild: Hersteller

          Kommen E-Mount-Objektive zum Einsatz, schaltet der Camcorder selbsttätig in einen APS-C-Modus. Reichhaltig sind die Auswahl an Aufnahmemodi (50, 25 und 24 Vollbilder je Sekunde in Full-HD), an „Kreativoptionen“ wie etwa einer „Cinema Tone Colour“-Filterung und die manuell aussteuerbare Tonaufnahme: Eingebaut ist ein Vierkanalton-Mikrofon für Dolby Digital 5.1; der Anschluss externer Mikrofone verlangt einen Adapter (Zubehör).

          Wie die NEX-VG900E, der die NEX-VG30E (rund 1.800 Euro) als ähnlich reich ausgestattete Handycam mit APS-C-Sensor an die Seite gestellt wird, zielt auch die Vollformat-Kamera SLT-A99 (Gehäusepreis: rund 2.800 Euro) auf Lichtbildner, die sich auf der Grenze zwischen hochambitioniert betriebenem Hobby und professionellem Fotohandwerk bewegen. Die Typenbezeichnung deutet es bereits an: Es handelt sich um eine Kamera mit teildurchlässigem Spiegel, der nicht hochgeklappt werden muss.

          Die ungewöhnlichste der Novitäten

          Sony attestiert dem neuen 24,3-Megapixel-Sensor eine höhere Transistordichte als seinen Vorläufern, was sich unter anderem in der von ISO 50 bis 25600 reichenden Empfindlichkeit niederschlage. Die Kamera schafft im Vollformat-Modus sechs Serienbilder je Sekunde und im Tele-Zoom-Highspeed-Modus zehn.

          Das aus der SLT-A77V bekannte Modul zur Phasendetektion erhält in der SLT-A99 einen weiteren Sensor, so dass sich die Zahl der Messpunkte auf 121 und vor allem die Geschwindigkeit des Autofokus erhöht. Der lässt sich dank des starren Spiegels auch bei Videoaufnahmen kontinuierlich nachführen.

          Während das neue Topmodell der SLT-Baureihe als „echter Profi“ ein netter Brummer sein muss, um den Anspruch auch im Auftritt zu unterstreichen, ist die Cybershot DSC-RX1 wohl die ungewöhnlichste der Novitäten: Den Maßen (rund 11 × 6,5 × 7 Zentimeter, betriebsbereit rund 480 Gramm) nach noch eine Kompaktkamera, ist ihr Innenleben das einer Vollformat-Kamera mit dem gleichen Sensor wie dem der SLT-A99. Die RX1 hat eine Festbrennweite: ein Carl Zeiss Sonnar T* 1:2/35mm.

          Wer zoomen möchte, kann die Brennweite rechnerisch verdoppeln lassen, „ohne dass die Bildqualität sich so stark verringert, wie es bei einem klassischen Digitalzoom der Fall wäre“, verheißt Sony. Die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 25.600 und lässt sich durch eine „Mehrbild-Rauschunterdrückung“ auf ISO 102 400 hochschrauben. Und weil letztlich doch die Fähigkeiten einer DSLR und ihrer Optiken der Maßstab sind, wird dem Sonnar mit 7-Lamellen-Blende ein schönes Bokeh nachgerühmt.

          Die Ausstattung mit dreizehn automatischen „Kreativfunktionen“ und Nachbearbeitungseffekten, mit von der Kamera produzierten HDR-Aufnahmen und der Anpassung des Dynamikumfangs deutet an, dass mit der RX1 angesprochen werden soll, wer ohne viel Aufwand an Können und Einstellungstechnik professionell wirkende Ergebnisse erzielen möchte.

          Zur RX1 wird es einen elektronischen und einen optischen Sucher als Zubehör geben sowie ein Systemblitzgerät. Der Preis der Kamera, die im Dezember ausgeliefert werden soll, beträgt rund 3.100 Euro.

          Quelle: F.A.Z.

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