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Soundbar von Sonos im Test : Basisarbeit nach Noten

  • -Aktualisiert am

Die Soundbase ist mit einer Bauhöhe von gerade einmal sechs Zentimetern extrem flach. Bild: Hersteller

Sonos meldet Familienzuwachs: Ein tönender TV-Untersatz, auch Soundbar genannt, erweitert das Programm an Funklautsprechern.

          Je flacher der Fernseher, desto dünner klingt sein Ton – so will es leider die Physik. Abhilfe gibt es in vielen Varianten; Soundbars zum Beispiel, schmale Lautsprecherleisten, die man unter den Bildschirm schraubt, sind ein probates Mittel. Auch Sonos, der amerikanische Spezialist für drahtlose Lautsprecher, hat seit Jahr und Tag solch ein Modell im Programm. Es hört auf den Namen Playbar und tönt so gut, dass auch Musikgenießer ihre Freude daran haben. Aber längst nicht alle Zeitgenossen, sagt der Hersteller, installieren die länglichen Apparate im Sinne des Erfinders, einfach, weil sie nicht so gern mit Dübeln und Schraubendrehern hantieren. Also war die Entwicklungsabteilung des Hauses gefordert und meldet nun Vollzug: Playbase heißt der jüngste Spross der Marke, ein flacher Lautsprecher, den man einfach ohne ambitionierte Installationsarbeiten unter den Fuß des Fernsehers schiebt. Er ist in den Farben Weiß und Schwarz zu haben und kostet 800 Euro.

          Eine Pionierleistung ist das Gerät eigentlich nicht: Eine Soundbase, so der Gattungsbegriff, gehört auch zum Geräteprogramm vieler anderer Marken. Und doch ist der Neuling kein einfaches Allerweltsgerät. Das signalisiert er schon mit seiner äußeren Gestalt. Mit einer Bauhöhe von gerade einmal sechs Zentimetern geriet er extrem flach. Und seine abgerundeten Ecken lassen ihn besonders zierlich wirken, obwohl er an seinen breitesten Stellen immerhin 72 mal 38 Zentimeter misst, also genug Standfläche für den TV-Fuß bietet. Äußere Eleganz unterstreicht auch die Verkleidung der frontalen und der seitlichen Schallöffnungen: Der Ton gelangt durch 43000 winzige Bohrungen ins Freie.

          Playbase ist ein flacher Lautsprecher, den man einfach ohne ambitionierte Installationsarbeiten unter den Fuß des Fernsehers schiebt.
          Playbase ist ein flacher Lautsprecher, den man einfach ohne ambitionierte Installationsarbeiten unter den Fuß des Fernsehers schiebt. : Bild: Hersteller

          Alle Ingredienzen eines kompletten Funklautsprechers in die superflache Form zu zwängen ist kein triviales Unterfangen. Sonos entwickelte dazu einen speziellen, horizontal eingebauten Tieftöner, der kaum höher geriet als eine Daumenbreite. Und für die Ausbildung langer Tiefton-Schallwellen konstruierten die Techniker eine hornartig gefaltete Schallführung, die jeden verfügbaren Kubikzentimeter in Gehäuse nutzt. Die kräftigen Schalt-Endstufen liegen, ebenso wie die Funkelektronik, zwischen Bassmembran und Schallführung. So kann der oszillierende Luftstrom zur Kühlung beitragen. Sechs Mittel- und drei Hochtöner, die nach vorn und zur Seite abstrahlen, kümmern sich um den Rest des Frequenzspektrums. Das Gehäuse, sagt Sonos, kann Lasten bis 35 Kilo tragen. Das sollte selbst für TV-Großkaliber reichen. Immerhin stützen im Inneren mehr als zwei Dutzend stabile Schraubbolzen das Oberdeck des Lautsprechers.

          Die Installation der Soundbase gelingt im Handumdrehen. Zwei Kabelverbindungen stellen alle nötigen Kontakte her: Ein Stromkabel zapft die Steckdose an, ein optisches Kabel überträgt den Digitalton vom Fernseher an den Lautsprecher, ganz gleich, ob in Stereo oder in Dolby Digital mit 5.1 Kanälen. Andere Tonformate, etwa DTS, können diesen Weg allerdings nicht passieren. Dazu hätte Sonos weitere Schnittstellen einbauen müssen. Doch für den üblichen Hausgebrauch reicht diese Ausstattung durchaus. Die Einbindung ins Funknetz ist ebenso einfach, vor allem, wenn es im Haushalt schon weitere Sonos-Geräte gibt und die passende Software schon installiert ist. Dann führt die App auf dem Smartphone oder dem Tablet durch einen narrensicheren Dialog, der alles Nötige abfragt, etwa auch, ob die Playbase allein oder im Verbund mit Surround-Böxchen vom Typ Play 1 und dem zum System passenden Subwoofer aufspielen soll. Der Einrichtungs-Dialog checkt sogar, ob die Tonleitung zum Fernseher steht, und im letzten Schritt identifiziert er die Fernbedienung des TV-Geräts, die fortan auch die Lautstärke der Playbase regeln kann.

          Seine abgerundeten Ecken lassen ihn besonders zierlich wirken.
          Seine abgerundeten Ecken lassen ihn besonders zierlich wirken. : Bild: Hersteller

          Als Alternativen zur Pegeldosierung halten sich neben der Steuerung durch die App auch zwei Touchpunkte auf dem Oberdeck der Playbase bereit. Darüber hinaus gibt es direkt am Lautsprecher noch eine Taste für Play und Pause. Zwei spezielle Toneinstellungen, die sich mit der App auslösen lassen, sind noch interessant. Ein Nacht-Modus senkt die Lautstärke ab und hebt Bässe und Höhen leicht an, um dennoch ein lebendiges Klangbild zu erzielen, eine spezielle Spracheinstellung hebt Dialoge deutlicher hervor. Und für finales Feintuning des Lautsprechers gibt es Trueplay, eine komfortable Einmessfunktion, die mit dem eingebauten Mikrofon eines iPhones funktioniert.

          Wir haben die Playbase in verschiedenen Konstellationen ausprobiert – im Stereomodus und im Surroundbetrieb mit zwei Play 1-Lautsprechern, mit Filmton und mit Musik. Im Solo-Einsatz schlägt sich die Playbase beachtlich. Musikprogramme serviert sie mit ausgewogenem, auch bei hohen Lautstärken stets unaufdringlichem Timbre und bemerkenswert solidem Bassfundament. Damit erinnert sie an die Leistungen der älteren Playbar: Auch der neue Lautsprecher hat unverkennbar musikalische Begabung, zeichnet allerdings etwas kompaktere Klangbilder. Natürlich, sollen die Vibrationen von 16-Fuß-Orgelpfeifen realistisch durchs Wohnzimmer wehen, kommt schon mal der Wunsch nach Subwoofer-Unterstützung auf, aber oft genug, vor allem in einem kleineren Raum, reicht die Tieftonpotenz der Playbase völlig aus.

          Bestreitet im Heimkino-Betrieb eine Mehrkanal-Tonspur das Programm, lohnt sich der Einsatz von zwei separaten Surround-Lautsprechern. Sie öffnen den Klang deutlich weiter in die Tiefe und bringen mehr Luft ins akustische Geschehen. Die Kinokarte wird damit zwar nicht überflüssig, aber für den unkomplizierten Spaß in den privaten vier Wänden ist diese Ausstattung eine gute Wahl.

          Quelle: F.A.S.

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