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SACD-Spieler Schöne Nische für Klang-Gourmets

18.07.2008 ·  Sie besitzt eine höhere Datenkapazität, mehr Dynamik und rauscht weniger: Die Super Audio CD glänzt als bester digitaler Zweikanal-Tonträger. Besonders im Zusammenspiel mit dem hochwertigen SACD/CD-Spieler von T+A.

Von Gerold Lingnau
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Die Super Audio CD - kurz SACD - ist, ehrlich gesagt, ein gescheitertes Medium. Aber immer noch ein gescheites: Denn obwohl sie sich am Markt bisher nicht durchgesetzt hat, ist und bleibt sie der beste, das heißt klangschönste digitale Tonträger vor allem im Klassik-Bereich. Sie basiert auf einer ganz anderen Technik als die wohlbekannte CD, obwohl sie ihr äußerlich zum Verwechseln gleicht. Ein analoges Signal verwandelt sie mit einer 64-fach höheren Abtastrate als die CD in ein digitales und folgt ihm damit viel präziser.

Und sie übertrifft die CD bei weitem nach Datenkapazität - das Vierfache - und Frequenzumfang - bis 100 statt 20 Kilohertz -, nach Dynamik und Rauscharmut. Ursprünglich war die hochauflösende SACD als optimales Stereo-(Zweikanal-)Medium konzipiert. Zum Auch-Mehrkanal-Tonträger wurde sie durch den Konkurrenzdruck seitens der DVD-Audio, die mittlerweile fast völlig vom Markt verschwunden ist. Heute besinnt man sich wieder auf ihre Zweikanal-Meriten und sieht sie als „CD für Klang-Gourmets“ - freilich mit einer extremen Nischen-Existenz. Die Gesamtzahl der SACD-Veröffentlichungen ist immer noch nicht fünfstellig, kein Vergleich mit der Millionenflut der CD.

Ein bemerkenswertes Beispiel für dieses Genre

Um marktfähig zu sein, musste die SACD rückwärtskompatibel werden, das heißt auch auf CD-Spielern abzuhören sein. Das schaffte man mit einer zweiten Tonträger-Schicht auf der Disc (Hybrid-SACD), die vom CD-Laser ausgelesen werden kann, aber nicht die Vorzüge des SACD-Klangs bietet. Heute sind alle SACDs hybrid, so dass sie auch Interessenten ansprechen können, die nur einen CD-Player haben und sich vielleicht später einen SACD-Spieler zulegen wollen. Wer auf die Surround-Wiedergabe keinen Wert legt - und das gilt für viele Klassik-Hörer -, hat mittlerweile die Auswahl unter einer ganzen Menge Zweikanal-SACD-Spielern von HiFi-Elitemarken, Geräten, die allesamt im Nebenberuf hervorragende CD-Player sind.

In sie zu investieren ist also auch sinnvoll, wenn man viele CDs und erst wenige SACDs besitzt. Ein bemerkenswertes Beispiel für dieses Genre liefert der deutsche Edel-Hersteller T+A aus Herford in Westfalen, dessen Renommee nicht nur auf bester Technik gründet, sondern auch seit je auf seinem Bemühen um vorbildliches Design. Seine Produkte sind daher nicht nur klanglich erste Klasse, sondern ebenso eine Zierde in jeder Wohnumgebung.

Rein äußerlich gleicht der SACD 1250 den CD-Spielern der Marke

Das gilt auch für den SACD 1250 R, seinen für optimale Zweikanal-Wiedergabe gedachten SACD/CD-Spieler, der in silberner und schwarzer Ausführung für 3000 Euro angeboten wird. Trotz seiner Spezialisierung kapituliert er auch vor Mehrkanal-SACDs nicht, er generiert aus ihnen eine Stereo-Abmischung, die - so T+A - nichts vom musikalischen Inhalt verlorengehen lässt. Mit seinem schlanken Metallgehäuse gleicht der SACD 1250 R äußerlich den CD-Spielern der Marke. Das Display mit weißen Ziffern und Buchstaben ist gut ablesbar, die meisten Funktionen können mit dezenten Tasten an der Front bedient werden.

Überzeugend ist die Wertigkeit im Detail, die auch den Preis rechtfertigt: kurze Signalwege im Inneren, nach digital und analog streng getrennte, üppige Netzstromversorgung, separate schirmende Kapselung aller Baugruppen gegen Einstreuungen von außen. Das Laufwerk ist in einem massiven resonanzdämpfenden Gehäuse aufgehängt, seine Schublade aus Aluminium-ABS-Laminat bewegt sich auf Edelstahl-Schubstangen. Gleich vier Stereo-Digital-Analog-Wandler des amerikanischen Herstellers Burr Brown tun im SACD 1250 R Dienst - das minimiert Verzerrungen und maximiert Störabstände und Dynamik -, die analoge Ausgangsstufe ist vom digitalen Sektor dank Optokopplern galvanisch völlig getrennt.

Der SACD-Klang des T+A ist überwältigend

Für die Erhöhung der Abtastraten durch Rechenverfahren (“Oversampling“) bei der CD-Wiedergabe bietet T+A über einen frei programmierbaren, also auch für Updates empfänglichen digitalen 56-Bit-Signalprozessor neben dem Standard-Filterverfahren drei weitere als Ergebnisse eigener Forschungen an. Sie sind mit Knopfdruck wählbar, unterscheiden sich nach Wiedergabe-Frequenzgang und Einschwingverhalten des Signals und bieten eine jeweils individuelle Klangcharakteristik. Der Standby-Verbrauch des Geräts ist mit 0,6 Watt vernachlässigbar.

Im Umgang mit dem SACD 1250 R braucht es erst einmal Geduld. Bis zu 20 Sekunden Zeit nimmt er sich nach dem Einlegen der Disc, um zu prüfen, was ihm da einverleibt wurde. War es eine Hybrid-Platte, stellt er sich automatisch auf ihre SACD-Schicht ein; will man die CD-Spur hören, muss man ihm das eigens befehlen. Reine CDs erkennt er etwas schneller, doch immer noch erheblich langsamer als ein normaler CD-Spieler. Dafür kann er CD-Text wiedergeben, und programmieren kann er bis zu 20 Titel.

Der SACD-Klang des T+A ist überwältigend: der Live-Illusion viel näher, als es die CD vermag, sämig, dabei vorbildlich transparent, auch bei brachialer Dynamik niemals scharf, hervorragend ortbar und mit schöner Tiefenstaffelung, sehr dicht am Konzertsaal-Erlebnis auf einem guten Parkettplatz. Perfekte SACD-Aufnahmen wie etwa der Sampler „Test CD 4“ des schwedischen Labels Opus 3 (CD 19420) sind der pure Hörgenuss. Es gibt allerdings leider auch weniger gelungene SACDs, deren CD-Spur von einer hochwertigen Kette kaum schlechter wiedergegeben wird als die SACD-Schicht von einem dafür geeigneten Spieler.

Die perfekte Rekonstruktion des ursprünglichen Musiksignals

Die wahre Sonne geht aber auf, wenn man am SACD 1250 R die (durch einen Sicherheitsschalter geschützte) „Wide“-Taste betätigt und damit die Filterbandbreite von 60 auf 100 Kilohertz erweitert. Dazu bedarf es allerdings eines Qualitäts-Vorverstärkers (alle T+A-Modelle zählen dazu), der breitbandig genug ist, um diese Signalfrequenzen unbeschadet zu verdauen und damit die Möglichkeiten der SACD voll auszuschöpfen. Der Lohn ist ein weiterer Gewinn an Räumlichkeit und eine insgesamt noch rundere Darstellung des Musikmaterials. Wer gern experimentiert, wird seine Freude an den erwähnten vier wählbaren Filterverfahren haben. Von T+A als Standard voreingestellt ist die Nummer 3 (“reiner Bezier-Interpolator“, wer es genau wissen will), der auch eindeutig zu unserem Favoriten wurde, mit köstlicher Detailfreude und Sahne-Klang ohne jeden Ohrenstress. T+A bezeichnet diesen Modus als die perfekte Rekonstruktion des ursprünglichen Musiksignals, „mit Natürlichkeit, hoher Dynamik und Präzision“.

Bei der Wiedergabe von CDs erweist sich der SACD 1250 R als (im Rahmen von deren Möglichkeiten) ebenso hochwertige Quelle wie beim Abspielen von SACDs. Wer also an optimaler Zweikanal-SACD-Wiedergabe interessiert ist und zugleich ein Top-Gerät für seine CD-Sammlung sucht, ist mit dem T+A bestens ausgerüstet. Optisch passt er natürlich am schlüssigsten in eine vorhandene T+A-Anlage und gehorcht dann auch einer dort anwesenden Systemfernbedienung. Diese kann man aber auch separat bekommen, falls der SACD 1250 R nicht mit Familienmitgliedern vernetzt ist; dann braucht er einen zugehörigen kleinen Infrarot-Empfänger, der an seiner Rückseite angeschlossen wird.

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