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Philips Fidelio Soundsphere Die schöne Art, Musik zu hören

 ·  Keine Kanten und Ecken, bespielbar über Funk: Philips definiert den Lautsprecher neu. Das Fidelio-System hat sich der anspruchsvollen Vertonung von Musikarchiven auf Apples Mobilgeräten verschrieben.

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Die HiFi-Altvorderen verdienen unser Mitgefühl. Über Dekaden hinweg mussten sie sich mit Gerätschaften behelfen, die alles Elektronische in schwarze Blechbüchsen mit dem Charme von Steinkohlenbriketts pferchten, flankiert von Lautsprechern mit der Silhouette von Kummerkästen. Heute geht es in der Welt der Musikwiedergabe viel kreativer zu. Den Trend zur ästhetischen Rundum-Veredlung haben wir erst kürzlich anhand von zwei besonders ambitionierten Beispielen dokumentiert - dem eiförmigen Zeppelin Air von Bowers & Wilkins und der schmucken HiFi-Skulptur Beosound 8 von Bang & Olufsen. Beide setzten, wenn auch auf unterschiedliche Weise, die Töne aus iPod und iPhone in so hörenswerte Klänge um, dass wir diesen Gerätschaften eindrucksvolle Harmonie zwischen Form und akustischer Funktion bescheinigen konnten. Jetzt will auch Philips dem Club der Guten und Schönen beitreten - mit einem Lautsprechersystem, das sich ebenfalls der anspruchsvollen Vertonung von Musikarchiven auf Apples Mobilgeräten verschrieben hat. Es heißt mit sämtlichen Vornamen Fidelio Soundsphere DS9800W und kommt demnächst zum Preis von 990 Euro in die Läden.

Was darf man für diese Kontobewegung erwarten? Jedenfalls keine langweiligen Kartoffelkisten: Die Fidelio-Lautsprecher treten so konsequent mit rundlichen Formen an, als sei der rechte Winkel noch gar nicht erfunden. Ihre hölzernen, nach dem Bassreflexprinzip konstruierten Körper tragen sieben Schichten aus schwarzem Hochglanz-Lack - einfach eine Augenweide. Im Oberdeck dieser Behausungen sitzen die 11,5 Zentimeter großen Membranen der Tieftöner; sie strahlen, ganz unkonventionell, schräg nach oben. Darüber erheben sich Aluminiumkonstrukte, die verwegene Assoziationen auslösen - mit Bühnenmikrofonen, Taschenlampen oder gar mit den Sehorganen einäugig lächelnder Aliens. Sie bergen die zierlichen Hochtöner, die 25 Millimeter große Textilkalotten schwingen lassen.

Auch Computer kommen als Zuspieler in Frage

Philips hat für die unkonventionelle Bauweise eine Menge akustischer Argumente parat, die durchaus nicht abwegig sind. So kann ein Hochtöner, dem keine Schallwand im Weg steht, die hohen Frequenzen viel gleichmäßiger im Raum verteilen. Und Tieftongehäuse, die keine parallelen Wände haben, geben klangschädlichen Resonanzen in ihrem Inneren keine Chance. Hinzu kommt: Hoch- und Tieftöner haben in dieser Anordnung ein gemeinsames akustisches Zentrum - so ähnlich, wie es koaxial aufgebaute Zweiwege-Chassis erzielen. Das könnte die Musikwiedergabe noch stärker wie aus einem Guss erscheinen lassen. Aber all das ist graue Theorie; die eindrucksvolle visuelle Wirkung dieses Lautsprecherpaares braucht eigentlich gar keine technische Unterfütterung.

Der Auftritt allein macht allerdings noch keinen Ton. Der kommt so zustande: Im Inneren des rechten Lautsprechers sitzt eine W-Lan-Empfangsstation. Sie lässt sich nach Apples Airplay-Methode drahtlos mit Musik befeuern, die aus einem iPod, iPad oder iPhone stammt. Diese Geräte müssen mindestens die Betriebssystemversion iOS 4.2 an Bord haben. Auch Computer kommen als Zuspieler in Frage, wenn sie die Musik in einer neueren iTunes-Version (ab Version 10) archiviert haben. Wer mag, kann das Programm aber auch aus anderen Geräten zapfen - über eine Kabelverbindung, für die es eine Mini-Klinkenbuchse als Eingang gibt.

Firmware der Lautsprecher lässt sich aktualisieren

Der W-Lan-Baustein gibt den empfangenen Ton an einen ebenfalls im rechten Lautsprecher eingebauten Verstärker weiter, der auch den linken Schallwandler speist, und zwar über eine konventionelle Kabelverbindung zwischen den beiden Komponenten. Zum Komplett-Set gehört auch noch eine Dock-Station für Apples Mobilspieler. Sie hat aber keine elektroakustischen Aufgaben: Ihre Mission erschöpft sich im Aufladen der Akkus.

Bevor der Musikfunk beginnen kann, verlangt die Netzwerk-Technik noch ein paar Konfigurationsschritte, etwa die Eingabe des Passworts für den verschlüsselten Datenverkehr mit dem W-Lan-Router. Das ist üblicherweise keine große Hürde; im Fidelio-Fall aber haben wir uns in Probleme verheddert. Wer die Konfiguration etwa über ein Browserfenster eines Computer erledigen will, kann leicht daran scheitern, dass die Lautsprecher ab Werk eine Netzwerk-Adresse haben, die in den meisten Heimnetzwerken schon für den Router verwendet wird. Hier sollte Philips nachbessern, was kein Problem sein dürfte: Die Firmware der Lautsprecher lässt sich aktualisieren. Ansonsten gilt: Besser fährt, wer dem Vorschlag der leider allzu knappen Bedienungsanleitung folgt und die Einstellungen mit dem Browser des iPhones erledigt.

Spezielle Fidelio-App

Ist die Netzintegration erledigt, kann der Flurfunk eigentlich beginnen, es sei denn, der Soundsphere-Besitzer möchte noch ein bisschen Extra-Komfort gratis aus Apples iTunes-Store zapfen: Eine spezielle Fidelio-App erschließt ergänzende Funktionen wie eine Equalizer-Klangregelung, tönenden Weckdienst und Internetradio. Wir haben sie erfolgreich ausprobiert, wollen aber nicht verschweigen, dass sich viele Nutzer im iTunes-Laden über Abstürze und andere Probleme beklagen. Auch hier sollte Philips Feinarbeit nachlegen.

Denn was die schönen Schallwandler können, verdient reibungslosen Betrieb ohne Haken und Ösen: Sie klingen einfach so gut, wie sie aussehen. Hatten uns die beiden eingangs genannten HiFi-Zierden aus England und Dänemark mit ihren beachtlichen Klängen schon sehr gut gefallen, so setzen die Fidelio-Lautsprecher noch eins drauf - schon deshalb, weil sie als separate, in gebührendem Stereo-Abstand aufstellbare Tonquellen mit deutlich üppigerem Gesamtvolumen dazu auch wesentlich bessere Voraussetzungen mitbringen. Die Abstimmung der Fidelios verrät Orientierung an besten HiFi-Traditionen: Ihre Entwickler haben ihnen ein eher schlankes, außerordentlich präzises Klangbild verpasst, das wirklich wie aus einem Guss wirkt und Klangfarben in all ihren Nuancen treffend herausarbeitet. Das Bassfundament der beiden Rundlinge stützt das musikalische Geschehen solide und reicht angemessen tief hinab, bleibt aber immer unaufdringlich und sauber - auch bei größeren Lautstärken. Die beiden Hochton-Außenborder krönen den Klang mit toller Oberton-Auflösung und luftig-leichter Räumlichkeit - da macht das genussvolle Lauschen einfach Freude, stundenlang.

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Von Georg Küffner

Die optimale „Reiseausrüstung“ zu finden, braucht Zeit und Erfahrung. Geschäftsreisende und Vielfachurlauber kennen sich damit bestens aus. Mehr

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