25.09.2006 · Neue kleine Ohrhörer für MP3-Player sorgen für große Klänge. Hingegen sind in einer sogenannten Mini-Juke-Box von Samsung Kopfhörer überflüssig geworden. Doch aus dem MP3-Player mit eingebautem Stereo-Lautsprecher tönt ein dünnes Stimmchen.
Von Wolfgang TunzeZu den unverwechselbaren Gattungsmerkmalen des MP3-Players gehört eine Eigenschaft, die schon zu den Wesenszügen des guten alten Walkman zählte: Gelauscht wird mit einem Kopfhörer. Samsung liefert nun die Ausnahme von der Regel, eine YP-K5 genannte Mini-Jukebox, die einen winzigen Stereo-Lautsprecher aus ihrem kompakten Magnesiumgehäuse herausfahren kann und den Zuhörer so vom Knopf im Ohr befreit. Das macht die in Schwarz gehaltene Elektronik-Schachtel etwas dicker und schwerer, als sich beispielsweise der iPod-Nano gibt, aber als mobiler Begleiter taugt sie dennoch.
Der Samsung-Spieler wendet sich an die Jünger der Windows-Welt. So gibt es die mitgelieferte Musikverwaltungssoftware nur als Windows-Version, und die Unterstützung des digitalen Rechtemanagements von Microsoft prädestiniert die kleine Jukebox zum Abspielgerät von Musik aus Online-Shops, die auf Microsoft-Basis arbeiten, etwa aus dem Internet-Laden Musicload. Neben den Tonformaten MP3 und Windows Media Audio versteht der Samsung auch Tondaten nach dem erstklassigen Open-Source-Standard Ogg, was die qualitätsbewußte Alternativ-Szene unter den Mobilplayer-Fans freuen wird. Interessant auch: Neben der Abspielfunktion bietet der Samsung ein eingebautes UKW-Radio, das Ortssender bemerkenswert sauber empfängt, und eine Timer-Funktion erweitert die kleine Komplettanlage sogar zum Radiowecker. Auch das eingebaute Display, auf dem der Player gespeicherte Digitalfotos zeigen kann, gefällt uns gut. Es besteht aus selbstleuchtenden OLED-Zellen und erzielt damit eindrucksvolle Helligkeit.
Recht dünnes Stimmchen
Von den Klangeigenschaften des kleinen Lautsprechers darf man keine Wunder erwarten, natürlich tönt das elektronische Stimmchen recht dünn, aber saftige Hi-Fi-Power ist in diesen Dimensionen nun einmal nicht zu machen, für den Weckruf oder die Nachrichten reicht es allemal. Um so besser gefielen uns die mitgelieferten Kopfhörer. Sie funktionieren nach dem immer populärer werdenden "Im-Ohr"-Prinzip: Eine flexible Schallführung verschließt den Gehörgang vollständig und sorgt auf diese Weise nicht nur für guten Sitz und wirksamen Schutz vor Umgebungsgeräuschen, sondern auch für ein Baßvolumen, das herkömmliche Ohrstöpsel-Kopfhörer einfach nicht bieten. So musizieren die Samsung-Hörer mit einer Klangfülle, die man in der MP3-Szene oft vergeblich sucht. Den Player gibt es mit den Festspeicher-Größen 1, 2 und 4 Gigabyte, die entsprechenden Preise liegen bei 230, 280 und 330 Euro.
Wer seinen schon vorhandenen MP3-Player mit einem ähnlich guten Kopfhörer aufwerten will, der wird bei Creative fündig. Auch dieser Hersteller setzt mit seiner neuesten Schöpfung Zen Aurvana auf das Im-Ohr-Prinzip: Zwei Hörkapseln, kaum größer als Erbsen, leiten den Schall über luftdichte Silikon-Stopfen geradewegs ans Trommelfell. Drei verschiedene Dichtungsgrößen liefert der Hersteller mit; gründliches Experimentieren lohnt sich schon deshalb, weil die Dimensionen der Ohrstöpsel nicht nur den Tragekomfort, sondern auch den Klang stark beeinflussen. Wir fanden den 120 Euro kostenden Creative-Hörer sehr überzeugend und damit im echten Sinne preiswert; er klingt ebenso voluminös wie filigran, zeichnet feine Obertöne präzise nach und sorgt so für ein kräftiges, aber differenziertes und transparentes Klangbild - eine echte Aufwertung für die meisten mobilen Alleinunterhalter.