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Mikrofon „Speechmike Premium“ Mit dem Neuen spricht man besser

„Speechmike“ ist hübscher geworden, es wirkt hochwertiger, und die Oberfläche ist nun glatt poliert. Auch die Mikrofontechnik wurde verbessert. Hier hat Philips aus dem Vollen geschöpft.

© Hersteller Vergrößern Wenn es liegt, stoppt die Aufnahme

Mit den Eingabemikrofonen für Spracherkennung am PC verhält es sich wie mit Werkzeug des Heimwerkers. Man ist mit der günstigen Massenware aus dem Baumarkt zufrieden, aber sobald ein Profi anrückt, schüttelt er den Kopf. Denn für Dauereinsatz ist andere Qualität gefragt. Wer mit dem neuen Dragon Naturally Speaking 12, das wir hier unlängst vorgestellt haben, privat seine Korrespondenz diktiert, ist mit einem 100-Euro-Mikrofon gut bedient. Vieldiktierende Ärzte und Anwälte halten ihr Gerät jeden Tag stundenlang in der Hand. Dann sind hohe Anforderungen zu erfüllen, nicht nur in Bezug auf Ergonomie und Akustik, sondern auch in der Steuerung mit Funktionstasten.

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Diktiermikrofone im professionellen Segment sind die Directrec-Reihe von Olympus und die Speechmikes von Philips. Letztere haben ihr Spracherkennungsportfolio ausgelagert in die „Speech Processing Solutions“, die wiederum der österreichischen Invest AG gehören. Die Marke Philips bleibt jedoch erhalten, und wir haben das neue Speechmike Premium ausprobiert, das jetzt in mehreren Varianten im Handel ist. Das Speechmike ist hübscher geworden, es wirkt hochwertiger, und die Oberfläche ist nun glatt poliert. Das ist nicht allein dem schönen Schein geschuldet, sondern soll dank eines „Pearl Metal“-Zusatzes dafür sorgen, dass Nebengeräusche durch Fingerbewegungen auf der Oberfläche gar nicht erst entstehen. Wie gehabt ist auch das Neue mit einer antimikrobiellen Oberfläche versehen, ein Pluspunkt im Krankenhaus-Einsatz.

21771275 © Hersteller Vergrößern Sieht hübsch aus: Speechmike Premium

Die wohl wichtigste Verbesserung betrifft die Mikrofontechnik. Hier hat Philips aus dem Vollen geschöpft. Die Mikrofonkapsel ist unter dem Gitter entkoppelt aufgehängt - wie bei einem Studiomikrofon. Der Effekt: deutlich bessere Akustik, weniger Verzerrungen und abermals Reduzierung von Hintergrundgeräuschen. Zwischen Gitter und Mikrofonkapsel befindet sich ein Flies; der Veloursstoff soll Knall- und Zischgeräusche dämpfen, die bei einem dicht am Mund gehaltenen Mikrofon entstehen. Das Speechmike ist zunächst nur mit Tastensteuerung erhältlich und kostet 320 Euro. Es gibt in dieser Ausführung noch keine Schiebeschalter-Variante. Wer sich an dieses Bedienprinzip gewöhnt hat, schaut zwar nicht in die Röhre, bezahlt aber kräftigen Aufschlag, weil er das Mikro mit Barcode-Scanner nehmen muss, das 950 Euro kostet. Das kann es nicht sein.

Nach dem Anschluss des Premium an den PC mit einem USB-Kabel installiert sich der Gerätetreiber unter Windows automatisch. Das Gerät liegt mit Maßen von 17 × 4,5 × 3 Zentimeter gut in der Hand. Die Rückseite mit ihrer geschwungenen Form lässt genug Platz für Zeige- und Mittelfinger, und der Daumen landet geradezu automatisch an der richtigen Stelle, entweder auf der Start-Stopp-Taste oder über dem Schiebeschalter. Dessen Mechanik ist ordentlich, er reagiert präzise. Der Trackball lässt sich in Verbindung mit den neben ihm liegenden Tasten als vollwertiger Maus-Ersatz nutzen, ein schönes Extra: Denn während des Diktats kann man ein paar Windows-Befehle ausführen, ohne das Gerät zu wechseln. Die Rollkugel ist sogar als Taste nutzbar, und die Kugel des Trackballs besteht jetzt aus Edelstahl. Ihre Bewegungen werden genau mit einem Laserscanner erfasst.

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Das beiliegende „Device Control Center“ (DCC) fungiert als Anlaufstelle für die Konfiguration, wenn man mit der Spracherkennung Dragon Naturally Speaking von Nuance unter Windows arbeitet. Wie bei Philips nicht anders zu erwarten: Das Speechmike arbeitet aus dem Stand heraus einwandfrei mit dem Drachen zusammen. Das heißt unter anderem: Der Schiebeschalter regelt Aufnahme und Pause, eine rote Leuchtdiode signalisiert den Aufnahmebetrieb, es lässt sich im Diktat zurückspulen, und die zahlreichen Funktionstasten des Speechmike sind ab Werk mit sinnvollen und naheliegenden Kommandos belegt.

Wer noch mehr Raffinesse sucht, kann im DCC alle Tasten nach eigenem Gusto programmieren. Das funktioniert mit üblichen Windows-Tastenkombinationen einwandfrei. Etliche Dragon-Kommandos stehen ebenfalls zur Auswahl, aber leider nicht alle. Wir hätten uns zum Beispiel gewünscht, die Tasten so belegen zu können, dass das markierte Wort wahlweise groß oder klein geschrieben wird, denn Fehler in der Groß- und Kleinschreibung kommen bei Dragon Naturally Speaking mit am häufigsten vor. Das ist indes keine Schludrigkeit von Philips, sondern dem eingeschränkten Repertoire der Dragon-Schnittstelle geschuldet. Eine feine Neuerung ist der integrierte Bewegungssensor. Er lässt sich so programmieren, dass die Aufnahme automatisch stoppt, wenn das Gerät auf dem Tisch abgelegt wird. Die Akustik des neuen Speechmike ist überragend. Wer nicht gerade viel Musik am Computer hört, benötigt eigentlich keine zusätzlichen Lautsprecher mehr. Alles in allem ist das ein überzeugendes Produkt und nach unserer subjektiven Einschätzung das derzeit beste Diktiermikrofon für Spracherkennung.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 17.10.2012, 10:05 Uhr

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