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Loewe SoundVision Stilsicherer Zugriff auf alle tönenden Quellen

Auf der Höhe der Technik: Loewes Musikanlage SoundVision bietet jede Menge Abspielmöglichkeiten und eine vorbildliche Touchscreen-Bedienung, die sich auch Ungeübten intuitiv erschließt.

© Hersteller Vergrößern Schlank, schön und vielseitig: Musikanlage SoundVision von Loewe

Lautsprecher, Verstärker, CD-Spieler, UKW-Radio, Internet-Radio, Netzwerk-Spieler, USB-Abspielgerät, Empfänger für Bluetooth-Musikfunk, iPod-Dock, Radiowecker - wie soll man eine Musikanlage nennen, die all das in einem einzigen Gehäuse vereint? Als die Kompaktanlage modern war, gab es ja die meisten dieser Technik-Ingredienzen noch gar nicht. Loewe setzt dafür nun den Namen SoundVision in die Welt. Die zweite Namenshälfte könnte sich auf den 18 Zentimeter großen Farbbildschirm beziehen, über dessen Touchscreen-Oberfläche sich das ganze Ensemble steuern lässt.

Sie könnte aber auch auf das Erscheinungsbild der kompakten Anlage anspielen. Denn dieses tönende Stück Elektronik ist eine Schönheit: Der horizontale, aus einem nahtlosen, rechteckigen Aluminiumrohr gefertigte Gehäusekorpus verleiht dem Gerät eine schnörkellos-schlanke Silhouette, unzählige Farbvarianten setzen Akzente. So bietet Loewe seine Anlage in den Grundfarben Schwarz, Weiß und Silber an, und jede dieser Versionen lässt sich mit seitlichen Intarsien in allen Farben des Regenbogens kombinieren. Sogar seitliche Wangen aus Edelholz-Furnieren kann man bekommen. So macht der zierliche Apparat auf jedem Sideboard eine gute Figur. Das allein könnte zum Kauf reizen, trotz des sportlichen Preises von 1500 Euro.

Einige Ideen sind dem Apple-Gedankengut entlehnt

Vor dem ersten entspannten Musikgenuss sind ein paar Vorbereitungen fällig - aber daran haben sich selbst HiFi-Altvordere im Zeitalter der Rundumvernetzung zähneknirschend gewöhnt. So gilt es zunächst, eine Netzwerk-Verbindung herzustellen - entweder über die eingebaute W-Lan-Funkabteilung oder über ein Ethernet-Kabel. Die umständliche Vergabe einer Netzwerkadresse entfällt in aller Regel, denn der Router im Heimnetz erledigt diese Aufgabe zumeist automatisch. Wer W-Lan bevorzugt, muss noch das Passwort für die geschützte Übertragung eingeben, aber auch das ist keine große Hürde. Loewe empfiehlt, die Einrichtungsarbeiten gleich mit einem Update der SoundVision-Betriebssoftware abzuschließen. Denn die jüngste Version räumt nicht nur die üblichen Kinderkrankheiten aus, sie erschließt auch neue Funktionen. Wir sind dieser Empfehlung gefolgt. Auch sie klappt ohne Klimmzüge. Sicherlich ist ein Blick in die Bedienungsanleitung hilfreich, aber die Nutzerführung auf dem Bildschirm erweist sich schon in der Vorbereitungsphase als vorbildlich: Alles Nötige erschließt sich intuitiv.

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Dieser Eindruck setzt sich fort, wenn es dann um die Bedienung der vielen verschiedenen Funktionen geht: klare Grafik, große Schriften, selbsterklärende Texte, logische Strukturen, kontextbezogene Einstellungsangebote - man glaubt sich ins Apple-Imperium versetzt: Besser hätte es die Ergonomie-Abteilung in Cupertino nicht hinbekommen. Einige Ideen sind auch deutlich dem Apple-Gedankengut entlehnt - etwa eine Darstellungsoption, die beim iPod Coverflow heißt: Musiktitel zeigen sich auf dem Bildschirm wie ein Stapel aus Plattenhüllen, und ein Wisch mit dem Zeigefinger blättert virtuell durch diese Auslage hindurch. Das funktioniert oft sogar mit Musiktiteln, die gar nicht mit ihrem Coverbild auf einem Datenträger gespeichert sind: Loewes SoundVision zapft die Gracenote-Datenbank im Internet an, die anhand der Klänge das jeweilige Stück identifizieren kann. Beim Blättern durch das Musikangebot huschen die Bildchen dann nicht ganz so geschmeidig über den Schirm wie auf einem Apple-Gerät, aber das muss man der Loewe-Hardware nachsehen: Sie hat natürlich nicht ganz so leistungsstarke Prozessoren unter der Haube.

Der Klang hängt sehr von der Aufstellung ab

Dafür setzt Loewe das Coverflow-Prinzip noch konsequenter um. Internet-Radiostationen zum Beispiel zeigen sich mit ihren Senderlogos, und auch sie bieten sich zum Blättern an. Besonders hilfreich ist im Dickicht der Web-Radiostationen die universelle Suchfunktion der Anlage: Mit einer großen, virtuellen Tastatur gibt man einfach das Kürzel des Wunschsenders ein, und schon erscheint er auf der Bildfläche - bereit, in einer Favoritenliste abgelegt zu werden. Neben konventionellen, über das Internet verbreiteten Radiosendern bringt die SoundVision-Anlage auch Musik des Web-Dienstes Aupeo zu Gehör. Aupeo registriert über eine Bewertungsfunktion (ein Herzchen zum Antippen für „gefällt“, ein Kreuz für „verwerfen“) persönliche Vorlieben und strickt daraus einen individuellen Mix, es bietet drüber hinaus Genre-Kataloge an oder Musik, die ausschließlich aus dem Œuvre eines Künstlers stammt.

Dass die Musik auch von UKW-Stationen, Netzwerkfestplatten, USB-Sticks und natürlich CDs stammen darf, hatten wir schon erwähnt. Eine ergänzende Anmerkung noch zu iPod und iPhone: Sie lassen sich an eine Kontaktleiste hinter dem Display anstöpseln. Der große Bildschirm übernimmt dann die Darstellung und die Auswahl der Musikvorräte.

Schließlich: Wie klingt die ganze Maschine? Das hängt - leider - sehr von der Aufstellung ab: Die vier nach vorn abstrahlenden Chassis, die von zwei nach unten feuernden Tieftönern unterstützt werden, bündeln den Schall hörbar, und das bedeutet: Die Anlage sollte ungefähr auf Ohrhöhe stehen. Nur dann läuft sie zur Hochform auf - mit einer recht stimmigen Klangbalance, untermauert von einem zwar nicht allzu tiefen, aber doch hinreichend kräftigen Bassfundament. Wir haben das beste Ergebnis mit der Klang-Voreinstellung „Pop“ erzielt: Sie nimmt die ansonsten etwas vorlauten mittleren Frequenzen zurück - das steht der Anlage gut, und Loewe scheint es zu wissen: „Pop“ ist die Voreinstellung ab Werk.

Quelle: F.A.Z.

 
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