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Kopfhörer BeoPlay H6 : Klare Formen, schlanke Klänge

  • -Aktualisiert am

BangaOlufsen H6 Natural Bild: Hersteller

Bang & Olufsen präsentiert mit dem BeoPlay H6 einen Hörer nach guter alter HiFi-Schule mit ohrumschließenden Polstern. Ist der Preis von 399 Euro gerechtfertigt?

          Das Geschäft mit Kopfhörern läuft gut. Die Hersteller überbieten einander mit fein differenzierten Modellreihen und Designvarianten, der elektronische Kopfschmuck wird mehr und mehr zum Mode-Accessoire. Fast ein bisschen spät meldet sich nun auch Bang & Olufsen mit kongenialen Beiträgen zum Thema: Die Nordlichter stellten kürzlich zwei neue Modelle vor, den im Ohr getragenen Kopfhörer BeoPlay H3 und die größere Variante H6, einen Hörer nach guter alter HiFi-Schule mit ohrumschließenden Polstern. Wir haben uns zunächst mit den H6 beschäftigt, der uns schon deshalb neugierig macht, weil Bang & Olufsen in dieser Gerätekategorie seit Menschengedenken nichts Neues mehr angeboten hat - im Grunde also klaffte hier eine veritable Lücke im Sortiment, ganz im Widerspruch zum Zeitgeist.

          Die gestalterische Handschrift der Dänen ist unverkennbar: Klarheit der Formen und schnörkellose Gestalt sind Erkennungsmerkmale der Marke, und der neue H6 macht da keine Ausnahme. Besonders gut hat uns jene helle Variante gefallen, die der Hersteller eher den Damen zuordnet; es gibt darüber hinaus auch ein komplett schwarzes Modell für die Herren der Schöpfung, aber wir sehen das nicht so eng: Die lichten Töne, finden wir, schmücken über Geschlechtergrenzen hinweg. So dürften auch Männer Gefallen finden an der Kombination aus hellbraunem, weichem Lamm-Leder, das die Ohrpolster überspannt, und den silberfarbenen Bauelementen aus eloxiertem Aluminium. Zu den dekorativen Metallteilen zählen die Aufhängungen für die Hörkapseln, die Mechanik zur Größenanpassung des Kopfbügels und runde Abdeckungen der Hörkapseln.

          Auf der Oberseite des Bügels sitzt wiederum hellbraunes, dickes Rindsleder, das, so sieht es der Hersteller, in Würde altert: Individuelle Patina verleiht dem Hörgerät nach Jahren eine persönliche Note. Die Technik im Inneren der Hörkapseln entspricht dem Klassenstandard: Neodym-Magnete sorgen für den heute üblichen hohen Wirkungsgrad, vier Zentimeter große Membranen aus filigranen Folien sollen den ganzen hörbaren Frequenzbereich souverän bearbeiten, ein spezieller Bass-Port soll tiefen Tönen Saft und Kraft verleihen. Erwähnung verdient das Anschlusskabel. Es lässt sich, ganz nach Wunsch, entweder an der rechten oder der linken Hörkapsel anstecken. Zudem kann eine winzige iPhone-Fernbedienung die Lautstärke regeln, das nächste oder vorige Musikstück anwählen und - besonders hilfreich - Telefonate annehmen: Ein unsichtbar in die Fernbedienung eingebautes Mikrofon unterstützt die Headset-Funktion.

          Der H6 trägt sich ausgesprochen angenehm. Er wirkt leicht und sitzt perfekt, ohne zu drücken oder zu zwacken. Selbst beim Joggen würde er also kaum stören, hätte er nicht seinen natürlichen Stammplatz eher im Wohnzimmer. Immerhin arbeitet er mit mobilen Musiklieferanten sehr gut zusammen. Am iPhone zum Beispiel spielt er mit kräftiger Stimme. Und was leistet er im Fach Musik? Wir haben ihn als ein feinsinniges Wiedergabeinstrument schätzen gelernt, das musikalische Details genau, präzise und gewissenhaft herausarbeitet. Präzision wahrt der Hörer auch, wenn er schwere Bassläufe zu verarbeiten hat. Natürlich stimmt dann auch das Volumen, aber die exakte Definition mächtiger Vibrationen ist ihm eher noch wichtiger. Diese Charaktereigenschaften tragen zu einem eher schlanken Klangbild bei; barocke Üppigkeit liegt dem Nordlicht nicht so sehr. Das passt zum äußeren Auftritt, das ganze Konstrukt wirkt stimmig. Der Preis von 399 Euro liegt über dem Durchschnitt vergleichbarer Modelle. Aber für Gerätschaften von Bang & Olufsen galt schon immer: Schönheit gibt es nicht zum Nulltarif.

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