02.03.2009 · Was in diesem Frühjahr in die Regale des Handels drängt, würde kaum in diesen Artikel passen. Drei neue Exemplare von Kompaktkameras haben wir getestet: die Canon Powershot, Fujifilms Finepix und die Lumix von Panasonic.
Von Hans-Heinrich PardeyDie PMA, die Messe der Photo Marketing Association vom 3. bis 5. März in Las Vegas, wirft ihren langen Schatten voraus: Was in diesem Frühjahr in die Regale des Handels drängt, der ganze Reigen von neuen Digitalkameras einer Kompaktklasse, die längst keine einheitliche Gerätegruppe mehr darstellt, würde kaum in diesen Artikel passen. Wenn wir uns bei einem flüchtigen Rundblick nicht verzählt haben, sind es bei Samsung vier, bei Sony acht, bei Canon neun neue Modelle, bei Panasonic zehn und bei Fujifilm sieben.
Eine davon, die äußerlich wenig überraschende Fuji Finepix F200EXR, erweckt technisch besondere Erwartungen: Es ist die erste Kamera mit dem auf der Photokina groß angekündigten „Super CCD EXR“-Sensor. Der weder durch seine zwölf Megapixel noch durch die Größe von 1/1,6 Zoll auffällige Sensor bietet die Möglichkeit, in einem besonderen Modus selbsttätig durch die Kamera oder von Hand des Fotografen an unterschiedliche Erfordernisse angepasst zu werden: Entweder wird die volle Zahl der Pixel genutzt, um besonders detailreiche, zwölf Millionen Bildpunkte große Aufnahmen zu machen. Oder aber es werden jeweils zwei nebeneinander liegende und für dieselbe Farbe empfindliche Sensorelemente zusammengeschaltet.
Es entstehen zwei sechs Megapixel große Bilder
Im einen Fall, um gewissermaßen zu einem großen, mehr Licht einfangenden Pixel verschmolzen zu werden - das erhöht die Empfindlichkeit und mindert das Bildrauschen. Die Empfindlichkeitseinstellung der F200EXR reicht bis ISO 6400 bei sechs Megapixel großen Bildern und bis ISO 12.800 bei drei Megapixel. Im zweiten Fall werden die zwei zusammengeschalteten Sensor-Elemente verschieden belichtet, das eine knapp, das andere reichlich.
Es entstehen zwei sechs Megapixel große Bilder, aus denen die Kamera eins mit besonders hohem Dynamikumfang zusammenrechnet - ein bisschen HDR in der Kamera. Die F200EXR (rund 350 Euro) bringt einen High-Definition-Ausgang, manuelle Eingriffsmöglichkeiten, mehrere Modi der „Filmsimulation“ und natürlich Motiv- und Gesichtserkennung mit, die Finepix-Fans hoffen aber schlicht auf eine würdige Nachfolgerin der für ihre Bildqualität berühmten F30/31.
Bei aller wetterfesten Schlankheit Lumix-typische Eigenschaften
Ein Beispiel für die in diesem Frühjahr bei so gut wie jedem Hersteller auftauchende Kategorie der „Outdoor“-Kameras ist Panasonics Lumix DMC-FT1. Völlig neu ist der Typus der gegen Staub und Wasser, Hitze und Kälte, Stoß und Sturz gehärteten Kompaktkamera nicht. Was bislang gummi-armiert zu haben war, konnte jedoch optisch nicht überzeugen. Dagegen brachte Pentax zuerst mit der Optio W60 (F.A.Z. vom 23. Dezember) eine Kamera auf den Markt, wie sie nun allenthalben auftauchen: weniger martialisch aussehend, bessere Bilder machend und tatsächlich härter im Nehmen. Bei Canon zum Beispiel die Ixus D10, die einen etwas bulläugig anguckt, oder bei Fuji die Finepix Z33WP wie waterproof.
Panasonics FT1 (rund 400 Euro) gibt sich ganz glatt und hält ihr bei 28 Millimeter (kleinbildäquivalent) beginnendes und bis 128 Millimeter reichendes Leica Vario-Elmar hinter einem Frontglas in Sicherheit: staubdicht, stoßfest bis zu einer Fallhöhe von anderthalb Metern und wasserdicht bis zu einer Tauchtiefe von drei Metern. Das in drei verschiedenen Farben auch als Partykamera durchgehende 12-Megapixel-Outdoor-Modell weist bei aller wetterfesten Schlankheit Lumix-typische Eigenschaften wie optische Bildstabilisierung, iA-Automatik und 16:9-Bildformat sowie einen HD-Videomodus auf.
Gewöhnungsbedürftig erschien beim ersten Anfassen der SX200 IS
Den Typ der Reisekamera mit großem Zoombereich in taschengängigem Format, der bei Panasonic mit den Modellen TZ6 und TZ7 aktualisiert wird, nimmt Canon mit der PowerShot SX200 IS (rund 350 Euro) neu ins Programm. Auch hier gehören die HDMI-Schnittstelle zum High-Definition-Fernsehgerät und ein entsprechender Videomodus dazu. Die 12-Megapixel-Kamera mit einem bei 28 Millimeter beginnenden Zwölffach-Zoomobjektiv bietet einerseits manuelle Eingriffsmöglichkeiten, macht es aber dem Fotografen andererseits mit der bei Canon „Scene Detection“ genannten Motivautomatik leicht: Sie erkennt zum Beispiel Aufnahmesituationen mit besonders geringem Objektabstand und schaltet dann selbsttätig in den Makromodus.
Verwackeln der Kamera wird von Bewegungen im Motiv unterschieden, der Kontrastausgleich konzentriert sich auf die dunklen Bildzonen, die Gesichtserkennung arbeitet mit dem Selbstauslöser zusammen, um den Fotografen ins Bild zu bringen. Gewöhnungsbedürftig erschien beim ersten Anfassen der SX200 IS, dass sie beim Einschalten sofort den Blitz ausfährt, auch wenn der gar nicht tätig werden soll. Canon sagt, das wünsche im Gegensatz zum von Hand auszuklappenden Blitz der Kunde. Immerhin: Die SX200 IS kümmert sich auch ums Einfahren des Reflektors, sobald sie ausgeschaltet wird.