http://www.faz.net/-gy9-7r0g2

Digitalradio : Für den Auftritt in der Küche fast zu schade

  • -Aktualisiert am

In der Hochglanzbox: Komptaktanlage Sonoro Stereo. Bild: Hersteller

Sonoro, Kölner Spezialist für originelle Audio-Geräte, führt die geneigte Kundschaft durch verschiedene „Raumwelten“. Die Kompaktanlage mit Digitalradio, CD-Player und Bluetooth-Funk überrascht mit Klangfülle aus zierlichen Membranen.

          Ein Klick auf das Duschsymbol zeigt alles, was zur tönenden Unterhaltung im Badezimmer taugt, ein Klick auf das Bettsymbol fördert allerlei Radiowecker zutage. Das jüngste Modell mit dem schlichten Namen „Stereo“ will der Hersteller im Wohnzimmer verorten, doch wir würden es auch in der Küche oder auf dem Schreibtisch akzeptieren, sogar als Radiowecker der opulenten Art, denn gegen Aufstehhilfen mit ordentlichem Sound ist nichts einzuwenden.

          Die Wohnzimmer-Zuordnung signalisiert allerdings höhere HiFi-Ambitionen, und das weckt unser Interesse. Tatsächlich ist der kompakte Schallriegel eine komplette kleine Stereoanlage. Der Elektronik-Block in der Mitte birgt ein Radio für konventionellen UKW- und für digitalen DAB-Plus-Empfang, der Ladeschlitz auf der Frontseite verleibt sich CDs ein (auch selbstgebrannte MP3-Scheiben), auf der Rückseite können zwei externe Stereogeräte zur Wiedergabe andocken – über ein Cinch-Buchsenpaar und über einen Klinkenanschluss. USB-Speichersticks mit MP3- und WMA-Musikdateien sind ebenfalls als Zuspieler willkommen. Auch Mobiltelefone dürfen das Musikprogramm bestreiten. Sie melden sich über Bluetooth am Gerät an. Der eingebaute Aptx-Decoder sorgt für besonders klangschonenden Funkverkehr, sofern auch die Mobiltelefone die Aptx-Technik unterstützen (iPhones tun es leider nicht).

          Anschlüsse liegen auf der Rückseite

          Als Radiowecker qualifiziert sich das Gerät durch eine eingebaute Uhr mit zwei Alarm-Programmen. Die Lautsprecher-Abteilung besteht aus zwei nach vorn abstrahlenden, gerade einmal neun Zentimeter großen Breitband-Chassis und einem nur wenig größeren Mono-Bass, der nach unten abstrahlt, unterstützt von einem ebenfalls nach unten in Richtung Tischplatte oder Regalboden blasenden Bassreflexkanal. Der vielseitige Apparat steckt in einem hochglänzend lackierten Gehäuse, dem der Hersteller jedweden Fingerabdruck ersparen möchte: Mitgelieferte Baumwollhandschuhe sollen schonende Handhabung garantieren. Sonoro bietet drei Farbvarianten: Rot, Schwarz und Weiß. Die Bedienung der kleinen Anlage klappt mühelos, lediglich zur Programmierung der Radio-Stationsspeicher und für den (einmaligen) DAB-Sendersuchlauf haben wir einen kurzen Blick in die Bedienungsanleitung geworfen. Schade allerdings: Die Anschlüsse für USB-Sticks und für Kopfhörer liegen auf der Rückseite, was die Kontaktaufnahme ein wenig umständlich macht.

          Richtig guter Klang

          Aber reichen die tönenden Talente nun wirklich für einen angemessenen Auftritt im Wohnzimmer? Die Antwort fällt überraschend leicht: Sonoros schmuckes Flaggschiff klingt richtig gut, verleiht Stimmen und Instrumenten realistische Klangfarben, lässt Blechbläser mit schönem Obertonglanz schmettern und untermauert die Musik mit ordentlichen, durchaus glaubwürdigen Bässen, die ihr Volumen durch Reflexion an der Stellfläche ohrenfällig stärken. Das Ergebnis hat uns ähnlich beeindruckt wie die Klangstärke des Funklautsprechers SRS-X9 von Sony („Technik und Motor“ vom 10. Juni): Auch hier sind eher zierliche Schallwandler im Spiel, die nach den Schulbuchweisheiten der Lautsprecherzunft eigentlich nur schwächlich aufspielen dürften. Aber die Rechenarbeit digitaler Signalprozessoren wirkt heute immer wieder Wunder - und davon profitiert offenkundig auch Sonoros Kompaktanlage. Sie ist mit einem Preis von 700 Euro nicht ganz billig, aber wir finden: Der Gegenwert stimmt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Rizin als Waffe : Die letzte Hoffnung des IS?

          Der „Islamische Staat“ steht mächtig unter Druck, denn Europa reagiert auf konventionelle Anschläge gelassener als von den Terroristen erhofft. Nun suchen sie neue Wege, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.