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Kenwood K1000 Im Stil von anno dazumal

28.11.2008 ·  Es gibt sie noch, die klassische HiFi-Anlage und Kenwood gefällt sich als Wahrer dieser Nische: Die K1000 entlässt aus ihrem kompakten Gehäuse schöne Klänge. Wer mag, ordert dazu noch die passenden Lautsprecherboxen LS-K1000.

Von Wolfgang Tunze
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Seit das Heimkino und der iPod die Modalitäten des Musikhörens gründlich aufgemischt haben, ist die HiFi-Anlage wertkonservativen Zuschnitts auf dem Rückzug: Solide Elektronik-Kästen, die man nach alter Väter Sitte stapelt, machen sich ebenso rar wie Scheibendreher, die keinem anderen Zweck dienen als der Wiedergabe von Stereo-Tonkonserven. Doch es gibt sie noch. Kenwood zum Beispiel gefällt sich als Wahrer dieser Nische. Erst kürzlich ließ der Hersteller eine Anlage vom Stapel, die wunderbar ins qualitätsgeprägte Weltbild der reiferen Hörerschaft passt, auch wenn sie sich mit ihrer Breite von nur 27 Zentimeter eher kompakt und zierlich gibt: Zwei schlichte Quader präsentieren fein glänzende, noch richtig dicke Aluminiumfassaden, ein fetter Drehknopf und schmale Anzeigenfenster ergänzen einander zur klassischen HiFi-Physiognomie.

Das Elektronik-Tandem mit dem Sammelnamen K1000 verteilt seine Funktionen auf den CD-Spieler DP-K1000 und den Receiver R-K1000, eine Kombination also aus Verstärker und Radioteil. Dieses Paket ist für etwa 900 Euro zu haben. Wer mag, ordert dazu noch die passenden Lautsprecherboxen LS-K1000 für rund 350 Euro, entweder in rötlichem Kirschholzgehäuse oder in schwarzem Hochglanzlack. Den Einfluss der Moderne freilich kann die elegante Anlage nicht ganz verbergen. So beherrscht der CD-Spieler eben nicht nur die Wiedergabe normaler Musik-CDs. Er spielt auch selbstgebrannte Scheiben mit Ordnern voller Tondateien in MP3, WMA und AAC ab. Die Resultate dieser Arbeit entlässt er entweder analog über Stereo-Cinchbuchsen oder in Digitalform, wahlweise über einen Cinch- oder einen optischen Ausgang.

Phono-Anschluss für Freunde des schwarzen Vinyls

Noch großzügiger ist das Schnittstellenangebot des Receivers: Zwei optische und zwei Cinch-Anschlüsse nehmen den Ton digitaler Quellen entgegen, zwei Buchsenpaare fungieren als analoge Stereo-Eingänge, und dann gibt es noch einen Phono-Anschluss für Freunde des schwarzen Vinyls. Sogar ein Buchsenquartett für die analogen Ein- und Ausgangssignale eines Rekorders hält die Anlagenzentrale bereit, und auf der Frontseite sitzt noch eine Klinkenbuchse, an die sich ein Mobilplayer anstöpseln lässt. Der komplette Verstärkerteil des Receivers arbeitet digital bis zu den Endstufen.

Das ermöglicht, trotz der kompakten Bauweise, respektable Leistungen: Zweimal 50 Watt gibt der Hersteller an, genug, um weit mehr als Zimmerlautstärke zu produzieren. Die digitale Signalverarbeitung erlaubt noch etliche zusätzliche Finessen. So leistet sich der schmucke Baustein eine besonders clevere Klangregelung, die Bässe, Mitten und Höhen beeinflussen kann. Das Einstell-Menü stellt für jeden dieser Bereiche drei verschiedene Einsatzfrequenzen zur Wahl, erlaubt also sehr gezielte Klangkorrekturen. Wer sich die nötige Experimentierarbeit lieber spart, kann auch auf die Segnungen einer Einmess-Automatik vertrauen: Zur Anlage gehört ein Mikrofon, das die Wiedergabe am Hörplatz erlauscht und gegebenenfalls Nachjustage veranlasst.

Die Gehäuse sind vorbildlich verarbeitet

Damit nicht genug: Eine Schaltung, die Kenwood Supreme EX nennt, kann die Klänge von MP3-Konserven aufpolieren. Stücke, die unter der digitalen Kompression gelitten haben, sollen so in frischem Glanz erstrahlen. Die Radio-Abteilung des Receivers empfängt Mittelwelle und UKW, die übliche RDS-Funktion zeigt Sendernamen an, ein automatischer Suchlauf füllt 40 Stationsspeicher. Und wer sich morgens vom Moderatoren-Frohsinn seines Lieblingssenders wecken lassen will, kann die Timer-Funktion aktivieren.

Die beiden Lautsprecherboxen arbeiten als Zwei-Wege-Bassreflexsysteme. Weil die Öffnungen der Reflexkanäle auf den Rückseiten der Gehäuse liegen, sollten die Lautsprecher nicht zu dicht vor einer Wand stehen, sonst könnten ihre Bässe etwas zu wolkig geraten. Die Gehäuse sind vorbildlich verarbeitet, die Chassis sitzen exakt in ihren Aussparungen. Dass der Hochtöner seinen Platz etwas nach hinten versetzt auf der abgeschrägten Schallwand hat, soll auf subtile Weise den Klang fördern. Die Idee: Diese Position kann dazu beitragen, dass hohe und tiefe Töne exakt gleichzeitig beim Hörer ankommen.

Bässe kommen präzise, wenn auch etwas zurückhaltend

Der Klang der kompletten Anlage hat uns sehr gut gefallen: Die Lautsprecher sind sorgfältig abgestimmt und füllen mittelgroße Räume mit fein differenzierten, klaren Klangbildern. Die gesamte Grundtonwiedergabe wirkt eher schlank, Bässe kommen präzise, wenn auch etwas zurückhaltend. Die Klangregelung kann noch etwas mehr Wärme und Volumen ins akustische Leben zaubern, aber man sollte sie sparsam einsetzen, um die gut austarierte Klangbalance nicht aus den Angeln zu heben.

In unserem Hörraum zeigte sich zudem, dass die Elektronik auch mit anderen Schallwandlern sehr gut zurechtkommt, selbst mit deutlich größeren Kalibern. Die Leistungsreserven reichen dann, um sogar in größeren Räumen respektabel aufzuspielen - ganz ohne hörbare Anzeichen von Anstrengung oder Überforderung. So macht die schmucke Kenwood-Kombination in jedem Fall Spaß - als reines Elektronik-Paket ebenso wie im Verbund mit den passenden Lautsprechern des Hauses.

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