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Kamera Nikon Coolpix P100 Alles dran, alles drin

 ·  Die Nikon Coolpix P100 ist eine Kamera für die Urlaubsreise. Die übliche Frage „Macht sie gute Bilder?“ lässt sich souverän bescheiden: Die Bildqualität dieser Reisebegleiterin für rund 350 Euro ist des Namens Nikon würdig.

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Russen fallen - nicht nur - in der Ägäis dadurch auf, dass sie mit dicken japanischen Spiegelreflexkameras und superschweren Telezoom-Objektiven in die Brandung marschieren. Viele andere Urlauber mögen es zwar lieber kompakt, aber eine lange Telebrennweite möchten sie dann doch bei sich haben. Die Geräteklasse Superzoom, in der eine Kamera mit einem Kleinbildbrennweitenbereich von 36 bis 360 Millimeter eher zu den Underdogs gehört, ist so beliebt, dass es sie in zwei Versionen gibt: taschengängig flach mit Zwölffach-Zoom wie die Panasonic Lumix TZ6 oder aber einer verkleinerten Spiegelreflex nicht unähnlich und mit einer besonders langen Tüte. Die Nikon Coolpix P100 gehört in die zweite Kategorie.

„26x Optical Zoom Wide - Full HD“ liest man auch aus einiger Entfernung auf dem Gehäuse. Und die zwei Gitter auf der den Blitz beherbergenden Hutze machen klar: Stereoton ist auch drin. Und wenn man die P100 herumdreht, fällt der Blick auf das klapp-, aber nicht drehbare Drei-Zoll-Display (460000 Bildpunkte) und auf den daumengerecht neben dem Okular des elektronischen Suchers (230000 Bildpunkte) mit einem dicken roten Punkt hervorstechenden Knopf für den Video-Start. Zusammen mit den übrigen Bedienelementen, unter denen ein Verstellrad fürs Scrollen in Menüs und das Ändern von Einstellungen auffällt, deutet unmissverständlich an: Diese Nikon hat Vollausstattung.

Von 26 bis 678 Millimeter reichender Brennweitenbereich

Ihre 10,3 Megapixel (maximal 3648 × 2736 Bildpunkte) liefert ein 1/2,3-Zoll-Sensor. Es handelt sich um einen Backside-illuminated-CMOS, wobei das Kürzel BSI wie „rückwärtig belichtet“ nicht etwa meint, dass der Sensor bei der Aufnahme von der Gehäuserückseite her sein Licht erhalte. Das kommt selbstverständlich durch das Nikkor mit dem von 26 bis 678 Millimeter (Kleinbildäquivalent) reichenden Brennweitenbereich, das bereits optisch mit ED-Glas (Extra low Dispersion Glas) und nicht erst rechnerisch bei der Bildverarbeitung gegen Fehler wie chromatische Aberration angeht. Der Sensor selbst ist so gedreht, dass einfallendes Licht nicht - wie bei herkömlich aufgebauten Sensoren - an den Leiterbahnen vorbei den Weg zur lichtempfindlichen Schicht nehmen muss. Das erhöht die Lichtausbeute und steigert dadurch die Empfindlichkeit (bis ISO 3200), so dass bei weniger Licht das Bildrauschen vermindert wird.

Die P100 bietet keine Rohdatenaufzeichnung, lässt aber neben Voll- und Programm-, Zeit- und Blendenautomatik dem Fotografen durch den - mit dem Einstellrad gar nicht mal so hakeligen - Manuell-Modus freie Hand. Ihr wahrer Charakter ist das aber nicht. Dem entspricht sie eher mit ihren zahlreichen Sonderfunktionen und Motivprogrammen: Ein Beispiel wäre der „Panoramaassistent“. Bei mehreren Bildern in Folge zeigt das Monitorbild Überlappungszonen so an, dass der Schwenkprozess konturengenau erfolgen kann. Das ist unter freiem Himmel häufig nicht so toll - und im Sucher noch weniger gut - zu erkennen. Das in Ordnung gehende Ergebnis setzt die Nachbearbeitung mit mitgelieferter Software am PC voraus.

Als eine in der Kamera erledigte Funktion haben die Gegenlicht-HDR-Bilder nicht besonders überzeugt. Es werden zwecks Ausgleich zwischem hellem Himmel und dunklerer Landschaft mehrere unterschiedliche Belichtungen zusammengerechnet. Das Ergebnis zeichnete sich weniger durch dramatische Kontraste als durch Flauheit der Dunkelzonen aus. Das ließ sich manuell besser hinkriegen.

Mit dem High-Speed-Modus lassen sich schöne Zeitlupen drehen

Für so gut wie alles und jedes hat man Motivprogramme in der P100, wobei manche eigentlich dazugehörenden Funktionen auf dem Betriebsartenwahlrad liegen, die Mehrzahl jedoch über das Scenery-Motiv angewählt werden müssen. Objektverfolgung, eine gut funktionierende Motivautomatik, Bildaufzeichnung vor dem eigentlichen Auslösen, Lächel-Automatik, Porträtverschönerung, es ist wirklich alles da. Ein Programm sorgt für in der Tat für beachtliche Bewegtbilder in der Nacht, wobei die Hochgeschwindigkeitsfähigkeiten dieser Coolpix ins Spiel kommen: Aus jeweils acht aufeinanderfolgenden Belichtungen wird ein Bild mit höherer Schärfe zusammengerechnet. Mit dem High-Speed-Modus (bis 240 Bilder je Sekunde) lassen sich schöne Zeitlupen drehen. Beim Videographieren (bis 1920 × 1080 Bildpunkte) arbeiten Zoom und Autofokus - nicht immer unhörbar.

Die übliche Frage „Macht sie gute Bilder?“ lässt sich souverän bescheiden: Die Bildqualität dieser Reisebegleiterin für rund 350 Euro ist des Namens Nikon würdig.

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Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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