Home
http://www.faz.net/-gyf-6m7gy
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

iPod-Lautsprecher von Bang & Olufsen Sogar das Notebook darf mitspielen

Hier haben Akustik-Ingenieure ihre Hausaufgaben erledigt: Der iPod-Lautsprecher Beosound 8 von Bang & Olufsen überzeugt durch feines Design und erstklassigen Klang. Eine spezielle App bereichert die Anlage sogar um den Empfang von Internet-Radio.

© Hersteller Vergrößern Einfach schön: Musikzentrale Beosound 8 von Bang & Olufsen

Versprochen ist versprochen: Wir berichten angesichts der Fülle einschlägiger Gerätschaften nur noch über solche iPod-Lautsprecher, die ein bisschen mehr bieten als nur die Umsetzung des mobilen Musikarchivs in laut und vernehmlich hörbare Töne. So durfte erst kürzlich das Modell Zeppelin Air von Bowers & Wilkins auf die Seiten von „Technik und Motor“, ein Gerät von elliptischer Silhouette, das mit seiner originellen Form, souveränem Klang und mit Apple Airplay, der drahtlosen Musikzuspielung, rundum begeistert.

Kann ein kongeniales Gerät von Bang & Olufsen da mithalten? Wir wollten es wissen und orderten das schmucke Modell namens Beosound 8 zum Vorspiel. Was die Designqualität betrifft, so erfüllt die zierliche Musikzentrale mit den dänischen Genen alle Voraussetzungen für einen ähnlich eindrucksvollen Auftritt: Die beiden tellergroßen Stereo-Lautsprecher verbergen sich hinter zwei runden, textilbespannten Flächen. Eine stabile Brücke mit einer dicken Aluminiumfront sorgt für die nötige mechanische Verbindung. Oben auf diesem Steg sitzen die Kontakte zum Andocken von iPod, iPhone oder iPad. Eine kleine, runde Rückenlehne, die sich mit einem Gewinde-Mechanismus vor- und zurückschrauben lässt, sorgt stets für den richtigen Neigungswinkel des Zuspielers. Darunter, mitten auf der Frontseite, bietet sich ein kreisrundes Bedienfeld zur Navigation an. Eine zusätzliche Fernbedienung wiederholt exakt diese Form und damit auch die Schaltelemente für Start und Stopp, den Sprung zum nächsten oder vorigen Titel und die Einstellung der Lautstärke. Schade, dass Bang & Olufsen nicht die Steuer-Usancen der Apple-Spieler komplett imitiert. Denn so bleibt zum Beispiel die Wahl eines anderen Musik-Albums der Handarbeit direkt am Abspielgerät vorbehalten.

Mehr zum Thema

Klangcharakteristik mit unverfälschtem Timbre

Neben den Docking-Kontakten bietet die Beosound-Station auch noch andere Anschlüsse: Hinter einer Blende sitzen auf der Geräterückseite Stereobuchsen für die Verbindung mit Hochpegelquellen, etwa einem CD-Spieler. Und direkt daneben lädt eine USB-Minibuchse zur Kontaktaufnahme mit einem Computer ein. So kommt zum Beispiel auch die iTunes-Sammlung auf dem Notebook als digitale Musikquelle in Frage. Besonders praktisch: Die runde Fernbedienung navigiert auch durch das iTunes-Repertoire des Rechners. Allerdings: Die Airplay-Funktion, eine der Stärken des Musik-Zeppelins von Bowers & Wilkins, bietet das Beosound-Modell nicht. Über einen Umweg klappt der Musikfunk aber dennoch - dann nämlich, wenn Apples W-Lan-Hotspot mit dem Namen „Airport Express Basisstation“ die Rolle des Airplay-Empfängers übernimmt. Denn diese wie ein Steckernetzteil gestaltete Netzwerkkomponente hat einen Tonausgang, der sich über ein passendes Kabel mit den Analog-Eingängen des Beosound-Musikanten verbinden lässt. Und noch ein Detail verdient Interesse: Eine spezielle App bereichert die Beosound-Anlage um den Empfang von Internet-Radio. Wer zusätzlich einen erweiterten Senderkatalog zum Preis von 12,90 Euro herunterlädt, hat rund 13.000 Radio-Angebote aus aller Herren Länder zur Auswahl. Sogar eine Radiowecker-Funktion bietet die App.

Schließlich: Wie macht sich das Prachtstück, das sich wahlweise mit schwarzen, weißen oder farbigen Lautsprecherabdeckungen schmückt und Montage-Hilfen für die freie Aufstellung oder die Wandmontage mitbringt, in den akustischen Disziplinen? Für günstige Voraussetzungen soll ein dreistufiger Schalter auf der Rückseite sorgen, der das Tieftonvolumen an unterschiedliche Installationsarten anpasst. Wir haben die freie Aufstellung und folglich die kräftigste Bassvariante gewählt. Was die Anlage unter diesen Bedingungen von sich gibt, verdient beste Noten: Beosound 8 musiziert mit einem Volumen, das angesichts seiner zarten Gestalt überrascht. Bässe reproduziert es saftig, aber selbst bei hohen Lautstärken exakt und unaufdringlich; Stimmen und Instrumente entfalten ihre Klangcharakteristik mit unverfälschtem Timbre; kräftige Obertöne verleihen dem Auftritt Glanz und Kontur, ohne je aggressiv aufs Trommelfell einzuwirken - kurzum, hier haben Akustik-Ingenieure ihre Hausaufgaben gewissenhaft erledigt. Dass dieses Gerät mit einem Preis von 990 Euro zu den kostspieligsten iPod-Lautsprechern gehört, wollen wir nicht verschweigen. Aber der Gegenwert stimmt: Augen und Ohren kommen gleichermaßen zu ihrem Recht.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Pedelecs in der Kritik

Von Hans-Heinrich Pardey

Besser hätte der neue Pedelec-Test für die Stiftung Warentest doch gar nicht laufen können. Kaum war er zu lesen, da ertönte das Konzert vor allem neugierig machender Reaktionen. Mehr

Hinweis
Die Redaktion