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HiFi Alles in einem - und offen für alles

Es gibt noch Platz für audiophile Receiver, wenn sie die Vorurteile bei der Kundschaft überwinden können: Der japanische HiFi-Receiver Aura Note musiziert köstlich mit Cantons wahrlich preisgünstigen Lautsprechern GLE 430.

© Hersteller Vergrößern Die beiden Canton GLE 430 harmonieren musikalisch aufs trefflichste...

Receiver - früher nannte man das auf gut Deutsch Steuergeräte - haben bei HiFi-Gourmets kein besonders hohes Ansehen. Die Kombination aus Tuner-, Verstärker- und möglichst auch noch CD/DVD-Spielerfunktion in einem Gehäuse hat sich nur im Surround-Bereich etabliert. Zweikanal-Feinschmecker bevorzugen dagegen Einzelkomponenten, mit durchaus guten Gründen, was die Klangentfaltung ohne wechselseitige Beeinflussung betrifft und die Möglichkeit, eine Anlage auch einmal durch das Austauschen nur eines ihrer Bestandteile zu verbessern.

Es gibt dennoch Platz für audiophile Receiver, wenn sie die Vorurteile bei der Kundschaft überwinden können. Aura, ein hierzulande noch wenig bekanntes Unternehmen aus Japan, macht jetzt einen neuen Versuch. In Großbritannien 1989 gegründet, startete es mit einem ungewöhnlich flach gebauten Vollverstärker. Seit 1996 ist es in Fernost ansässig. In Deutschland ist es bisher nur mit einem Produkt vertreten. Der CD-Receiver Note wird vom Bremer Jan Sieveking importiert (www.sieveking-sound.de).

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Einfacher und pannensicherer geht's nicht

Dass das Äußere des Note überzeugend funktionell, aber auch ein wenig kühl wirkt, verdankt es dem britischen Industriedesigner Kenneth Grange. Der hat sich hier dem Minimalismus verschrieben: Das zeigt sich nicht nur an der geringen Zahl von Knöpfen an der Gerätefront, sondern vor allem daran, wie er die Gattung CD-Toplader bereichert. Das Laufwerk liegt nämlich frei auf der Oberseite des Note und wird von einer schlichten quadratischen Glasplatte abgedeckt, die vor dem Auflegen von CD und magnetischem Puck einfach von Hand nach links verschoben und anschließend wieder nach rechts zurückgeführt wird.

Aura Note © Hersteller Vergrößern ...mit dem minimalistisch gezeichneten Reciever Note aus dem japanischen Haus Aura

Einfacher und pannensicherer geht's nicht, und so bleibt nur die Frage, ob der Laser auf Dauer schmutzfrei bleiben kann, denn zur Seite hin ist das Laufwerk permanent offen. Vielleicht ist es auch nicht jedermanns Geschmack, der CD bei ihrem Herumwirbeln zuzuschauen. Doch originell ist die Lösung allemal.

Gewisse Schrulligkeiten des CD-Spielers

Um gleich beim CD-Abspielen (das auch MP3-CDs mit einschließt) zu bleiben: Das hochwertige Laufwerk ist mit ziemlich allen Funktionen ausgestattet, die ein Player haben kann, von der Programmierung (bis zu 20 Titel) über dreierlei Wiederholungs-Modi, Zufallswiedergabe und Track-Anspielen bis zum Weck- und Einschlaf-Timer. Alle dies ist mit einer scheckkartengroßen Fernbedienung zu steuern. Gewisse Schrulligkeiten des CD-Spielers könnten allerdings eher auf britische Herkunft schließen lassen.

So hat er, für stationäre Geräte höchst ungewöhnlich, einen Zehn-Sekunden-Zwischenspeicher, der bei Störungen von der Disc her hilfreich sein kann, doch für zeitraubendes Einlesen vor dem Start der CD sorgt und mitunter eigenmächtig die Pausen zwischen den Titeln kastriert - da wird dann fast attacca gespielt, wo zwischen den Sätzen einer Sinfonie eine Atempause sein sollte. Merkwürdig zudem, dass Titelzahl und Spieldauer einer CD auch dann im Display verbleiben, wenn man sie längst herausgenommen und eine neue aufgelegt hat - die sich dann auch nicht von allein einliest. Beim Abspielen wird auf Wunsch die verbleibende Disc- oder Titelzeit dargestellt, einen Titelkalender gibt es jedoch nicht.

Der Note unterhält Verbindungen zur Außenwelt

Einen hochwertigen Eindruck macht das zierliche, je 28 Zentimeter breite und tiefe Metallgehäuse, doch seine verchromten Partien vorn und oben sind Fingerabdrücken hilflos ausgesetzt. Der Tuner empfängt Mittelwelle und UKW, Sender können manuell oder mit Suchlauf dingfest gemacht und auf 20 Plätzen gespeichert werden. Für schlecht zu empfangende Stationen gibt es eine Mono-Taste. Der Note unterhält aber auch Verbindungen zur Außenwelt.

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Veröffentlicht: 06.01.2009, 11:41 Uhr

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