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Fujifilm X-E1 Die analoge Digitalkamera

Die Fujifilm X-E1 erinnert an eine alte Leica. Selbst das Bedienkonzept folgt dem Retrotrend. Und der Verschluss schnappt so dezent, dass man gar nicht anders kann, als nebendran mal das Original schnalzen zu lassen.

© Pardey Vergrößern Fühlt sich einfach gut an beim Aufnehmen schöner Bilder: Die Fujifilm X-E1

Es war einmal, von den neunzehnhundertsechziger bis zu den achtziger Jahren, da gab es eine Leica M ohne Sucherfenster. Sie wurde für technische Anwendungen mit einem Spiegelkasten benutzt oder zum Beispiel als modifiziertes Sondermodell von der Post, um den Stand von Telefoneinheiten-Zählern zu dokumentieren. An diese Leica MD und MDa erinnert die Fujifilm X-E1, ähnlich wie die gerade aktualisiert vorgestellte X-100 an die Leica M gemahnt. Diese formale Anlehnung führt bei den X-Modellen von Fujifilm von der X-10 oder X-20 bis zur X-1 Pro zu einer zwar entlehnten, nichtsdestoweniger aber überzeugenden Familienähnlichkeit. Doch ein Blick durch den vorzüglich fein zeichnenden elektronischen Oled-Sucher (knapp 2,4 Millionen Bildpunkte) oder aufs klein wirkende 2,8-Zoll-Display genügt, und man weiß, dass man eine Fuji in der Hand hat. Von der Billigknipse auf dem Grabbeltisch bis zur hochambitionierten X-Serie räumt Fuji Sucheransichten und Menüs auf die gleiche übersichtliche Art auf.

Zunächst findet man an der X-E1 kein Wählrad für die Betriebsart, sondern sie ist entweder Blenden- oder Programmautomat. Neben der prominent plazierten Belichtungskorrektur führt ein klassisches Zeitenwahlrad von B bis 1/4000 Sekunde, vermehrt um ein rotes A, zu diesen beiden Betriebsarten. Die Kamera arbeitet als Zeitautomat, wenn die Automatikblende am Objektiv deaktiviert und die Blende mit einem - nicht markierten, sondern nur im Sucher oder auf dem Monitor numerisch ablesbaren - Drehring wie in der guten alten Zeit gewählt wird. Wenn Fujifilm grundsätzlich richtig hervorhebt, „Analoge Bedienelemente ermöglichen einen schnellen Überblick über die Einstellungen“, trifft das bei Zeitautomatik nicht ganz zu: Da ist es nicht das Bedienelement.

Was sich drehen lässt, dreht sich leicht und satt

Auf alle Fälle aber kann man in wechselnden Betriebsarten und Einstellungen mit der Kamera arbeiten, ohne sie vom Auge absetzen zu müssen. An alles, was man dafür braucht, kommt man flink heran. Und das nicht etwa, weil die Kamera mit dezidierten Knöpfchen übersät wäre. Stattdessen gibt es eine Funktionstaste, die vom Benutzer belegt werden kann. Und nach einem Druck auf die Q-Taste lässt sich auf die als Matrix dargestellte Fülle der Möglichkeiten zur Bildbeeinflussung zugreifen. Zwischen denen navigiert man mit dem Cursor der vier Pfeiltasten hin und her, um die Einstellungen mit einem Daumenrad zu ändern.

Dabei fällt dann zum Beispiel auf, dass es kein 4:3-Bildformat gibt. Und umgekehrt: dass sich nicht weniger als sieben benutzerspezifische Konfigurationen speichern und abrufen lassen. Dass sich die automatische Empfindlichkeitseinstellung sehr schön abgestuft nach oben begrenzen lässt, während die manuelle sich über die Grenze von ISO 6400 hinaus in zwei Stufen bis auf ISO 25.600 hochschrauben lässt. Der Sensor, ein X-Trans CMOS im APS-C-Format 23,6 × 15,6 Millimeter, liefert rund 16 Megapixel große Bilder - im klassischen Format 3:2 maximal 4896 × 3264 Bildpunkte - von überzeugender Qualität mit dem optisch bildstabilisierenden Wechselobjektiv Fujinon XF 1:2,8-4/ 18-55mm.

Zuletzt: Die Kamera, deren Gehäuse für rund 900 Euro und die im Kit für knapp 1500 Euro gehandelt wird, fühlt sich einfach gut an beim Aufnehmen schöner Bilder. Was sich drehen lässt, dreht sich leicht und satt, alles wirkt solide. Der Verschluss schnappt so dezent, dass man gar nicht anders kann, als nebendran mal eine Leica schnalzen zu lassen. Nein, für diese Kamera müsste man sich auch in Solms oder Wetzlar nicht schämen.

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Quelle: F.A.Z.

 
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