Home
http://www.faz.net/-gyf-6uroq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fuji X10 Ein Dreh lässt sie erwachen

 ·  Die Fuji X10 ist eine flinke und handliche Sucherkamera. Sie gehört zu den licht- und leistungsstarken Kompaktkameras, richtet sich aber auch an solche, denen die X100 einfach zu teuer ist.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)
© Hans-Heinrich Pardey Edel-Kompaktklasse: In der Fuji X10 steckt mehr, als man denkt

Ausgerechnet von den Fans der Marke wird Fujifilm nicht selten dafür gescholten, dass sie nicht gerade die Schnellsten seien, wenn es gelte, neue Geschäftsfelder mit eigenen Modellen zu besetzen. Da ist etwas dran: Erst für das kommende Frühjahr haben die Japaner eine spiegellose Systemkamera angekündigt. Und in der Klasse der lichtstarken Kompaktkameras musste bis jetzt auf die kleine schwarze X10 gewartet werden. Die zwischenzeitlich durch den Gewinn an Aufmerksamkeit wie nach Stückzahlen zum Erfolg gewordene X100 - das ist die Fuji, die wie eine ältere Leica aussieht - spielt preislich wie ihrer Ausstattung nach in einer höheren Liga.

Die X10 aber ist sozusagen doppelgleisig angelegt: Zum einen gehört sie zum Club der licht- und leistungsstarken Kompaktkameras für um die 500 Euro, in dem sich bereits die Panasonic LX5, die Olympus XZ-1 oder die Samsung EX1 tummeln. Andererseits richtet sich die X10 (Listenpreis 530 Euro) aber auch an den, dem die annähernd doppelt so viel kostende X100 einfach zu teuer ist. Daher ist die X10 mit betriebsbereiten 360 Gramm und den Maßen 12 × 7 × 6 Zentimeter nicht ganz so kompakt wie ihre unmittelbaren Konkurrentinnen. Andererseits weckt ihr Retrodesign Erinnerungen - nicht ganz so deutlich wie bei dem größeren Schwestermodell, aber Anklänge an Pen und Leica sind in den Linien des Gehäuses unverkennbar.

Der optische Sucher der X10 ist schön groß und hell

Zwischen dem Gehäuseboden und der oberen Abdeckung - beides ist aus Magnesium-Druckguss - sitzt ein 2/3-Zoll-CMOS-Sensor mit 12 Millionen Pixel. Die lassen sich, da es sich um einen Fuji-eigenen EXR-Sensor handelt, manuell unterschiedlich zusammenschalten, um entweder höchste Auflösung (bis 4000 × 3000 Bildpunkte in vier Bildformaten), besonders hohe Lichtausbeute (bis ISO 12 800) oder geringes Bildrauschen zu erzielen. In der Betriebsart EXR Auto trifft die Kamera selbst die Entscheidung, welche Einstellung für die Aufnahmesituation am geeignetsten ist.

Die X10 ist eine Sucherkamera, hat allerdings nicht den einzigartigen Sucher der X100, der sich zwischen Durchsicht und elektronischem Sucher umschalten lässt. Der optische Sucher der X10 ist schön groß und hell - verglichen mit anderen Gucklöchern in Digitalkameras -, aber es werden keinerlei Informationen zur aktuellen Aufnahme angezeigt. Lediglich ein Lichtsignal außerhalb des 85 Prozent vom Bild zeigenden Blickfeldes deutet das Fokussieren an. Der Monitor auf der Gehäuserückseite misst 2,8 Zoll und hat rund 460.000 Bildpunkte. Leider lässt er sich zwar abschalten, nicht jedoch abdecken, so dass der linksäugige Sucherfotograf immer mit der Nase übers Glas schmiert.

Schnappschusskamera von hoher Bildqualität

Vergeblich sucht man einen Einschaltknopf unter den links und rechts vom Display verteilten Tasten. Auch auf der Gehäuseoberseite ist neben Auslöser, Betriebsartenwahl und Belichtungskorrektur nichts zu erkennen. Auch eine Zoom-Wippe für das Fujinon 1:2-2,8/ 7,1-28,4 mm (entspricht 28 bis 112 Millimeter Kleinbildbrennweite) ist nicht zur erkennen. Des Rätsels Lösung: Die X10 erwacht sehr schnell zum Leben, wenn man den Objektivring dreht, mit dem auch gezoomt wird. Es gibt einen noch schnelleren Schnellstartmodus, der allerdings Energie frisst, die X10 aber zu einer nahezu verzögerungslos einsatzbereiten Schnappschusskamera von hoher Bildqualität macht.

Die X10 kann Videos aufnehmen, aber das ist nicht ihre besondere Stärke, sie kann Raw-Dateien schreiben, hat Motivprogramme und schafft - mit reduzierter Bildgröße - bis zu zehn Aufnahmen in der Sekunde. Man kann sie sich manuell zurecht stricken fast wie eine Große und zwei Benutzerprofile speichern. Vermissen muss an ihr weder der Spieltrieb noch der ambitionierte Fotofreund irgendetwas. Dazu sieht sie - vermehrbar durch allerlei Accessoires - auch noch gut aus.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

Jüngste Beiträge

Seniorenbook

Von Michael Spehr

Die Jugend wendet sich von Facebook ab. Es wird ein Netz der Eltern und Alten. Wir Alten können es uns jetzt also richtig gemütlich machen, auf Facebook. Mehr 1 8

Hinweis
Die Redaktion