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Fotoeffekte Jeder flott sein eigener Illustrator

Digitalfilter in Kameras und zahllose Apps in Smartphones wandeln Fotos zu „Artwork“, nicht zu Kunst. Fest steht: die Erfindung stammt diesmal nicht von Apple. Doch wer kann es besser?

© Pardey Der Olympus OM-D E-M5 kann man beim Aufbau der Aufnahme eines Feuer-Jongleurs zugucken

Nein, im Anfang war nicht das Smartphone. Den Ausbruch - häufig nur vorgeblich - kreativer Lichtbildnerei, den wir momentan mit Foto-Apps und Digitalfiltern in der Kamera erleben, leitete tatsächlich eine grundlegende Eigenschaft der (meisten) Sensoren in Digitalkameras ein: ihre Farbenblindheit.

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Da sie eigentlich nur Helligkeitswerte erkennen und sich Farben durch vorgeschaltete Mikro-Farbfilter-Raster erschließen müssen, war es ein Leichtes, eine Zusatzfunktion anzubieten: die Aufnahme von „Schwarz-weiß“-Bildern mit und ohne Einfärbung. So war neben dem gänzlichen Verzicht auf Farbe der erste in Digitalkameras auftauchende Fotoeffekt, die als „Antikbilder“ oder „Old Style“ beschönigten Monochrom-Aufnahmen im bräunlichen Sepiaton. (Derlei ließ und lässt sich natürlich auch mit Software zur Bildbearbeitung nachträglich am PC errechnen, aber hier soll es ausschließlich um die in das Aufnahmegerät eingebauten oder wie im Falle von Apps hineinladbaren Effekte gehen.)

Kaum geknipst, schon bei Facebook

Monochrome Bilder bieten heute bereits billigste Kameras und auch eine teure: Bei der Leica Monochrom (Gehäusepreis ohne Objektiv: 6800 Euro) wurde der Bildschärfe zuliebe auf Farbfilter vor den Sensorzellen verzichtet; mit ihr lassen sich nur Graustufenbilder und keine Farbaufnahmen machen.

Zu den auf alt getrimmten Bildern gesellten sich bald überall allgemeine Bearbeitungs- und Verbesserungsfunktionen wie etwa Ausschnittvergrößerungen und die Beseitigung von roten Kaninchenaugen. Dann kamen die Rahmen und Verzierungen - in Asien und Amerika weitaus beliebter als bei uns: Man knipst etwa ein Porträt seines Lieblings, und die Kamera plaziert es in eine rosarote Postkarte mit „Love and Kisses“ oder was der Herzigkeiten mehr sein mögen. Sprechblasen ließen sich betexten, Collagen aus mehreren Bildern zusammenfügen, drehen, kontern, entzerren - zunächst mischte sich das Spielerische noch munter mit dem fraglos Nützlichen wie zum Beispiel der automatischen Kontrasterhöhung bei der Darstellung von Text-Dokumenten.

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Genug der Geschichte, die nur erzählt werden musste, um klipp und klar zu machen: Das Herumspielen an und mit Bildern ist keine Erfindung der iGeneration, und es ist auch kein Geschenk von Apple, dass heute ein Tatsch mit dem Finger Dinge bewirkt, für die der Laborant vor langer, langer Zeit zum Farbkasten griff oder eine Zweitbelichtung machte. Auch der Hinweis, diese Bildmanipulationen seien für den raschen Verbrauch bestimmt, kaum geknipst auch schon zu Facebook oder sonstwohin gepostet und gleich darauf wieder vergessen, greift nicht so recht. Es scheint eher so zu sein, dass sogar manch ambitionierter Hobbyfotograf diesen Spielereien erliegt.

Aber so einer greift natürlich eher nach einer richtigen Kamera: Da wäre eine Pentax nicht schlecht, etwa die kleine spiegellose Pentax Q, oder aber ganz seriös nach Spiegelreflex aussehend, aber ebenfalls spiegellos zum Beispiel die Olympus OM-D E-M5. Die bringt außer sechs Bildmodi wie Vivid, Natural, Muted oder Monotone elf Artfilter mit, die man seit kurzem als App auf dem Handy haben kann. Die Bildmodi sind das, was bei Fuji Filmsimulation heißt: Nahm man anno analog zum Beispiel einen Kodachrome 64 für subtile Hauttöne, kann man bei der E-M5 den Modus „Portrait“ wählen und dann noch einzelne Parameter verstellen.

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