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Ende des Kabelsalats Musikfunk ohne W-Lan

 ·  Kabelsalat zwischen Anlage und Lautsprecher ist der natürliche Feind jedes Musikfreundes. Doch mittlerweile gibt es Abhilfe: Drahtlose Direktverbindung zur Box.

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© Hersteller Xeo 3 von Dynaudio

Lautsprecherhersteller aller Couleur unterstellen ihrer Kundschaft gern einen natürlichen Feind: den Kabelsalat. Systeme für die drahtlose Musikübermittlung haben deshalb Hochkonjunktur, gern über W-Lan und proprietäre Übertragungsverfahren wie Apples Airplay. Nun hat eine Minderheitenfraktion unter den Boxenbauern noch einen Nebenfeind ausgemacht: all die Konfigurations-Prozeduren, die immer dann anfallen, wenn Heimnetzwerke die Regeln des Internet-Protokolls ins Spiel bringen.

Die dänische High-End-Manufaktur Dynaudio lehnt die W-Lan-Vernetzung von Lautsprechern rundweg als Umstandskrämerei ab - und bietet ein Konzept an, das auf direkte Funkbrücken zwischen Musikquellen und Boxen setzt. Es hört auf den Namen Xeo und umfasst derzeit Boxenmodelle in zwei Größen, die sich jeweils von einem Senderkasten, Wireless Transmitter genannt, mit Musik befunken lassen. Wir haben uns mit dem zierlichen Xeo 3 beschäftigt, einem nur 22 Zentimeter hohen Knirps, der mit schwarzer oder weißer Klavierlack-Oberfläche zu haben ist und darin glänzend aussieht. Dazu trägt auch die sichtbare Verarbeitungsqualität entscheidend bei - etwa die sandgestrahlten, mit Inbus-Schrauben fixierten Aluminiumkörbe der Chassis. Auf der Rückseite des Zweiwege-Modells kündet eine Schallöffnung vom Bassreflexprinzip, und darunter sitzt ein Aluminium-Panel mit dem Anschluss zur Stromversorgung, dem Netzschalter und zwei weiteren Schaltern für elementare Einstellungen.

Grundriss - kleiner als eine Handfläche

Der Übertragungsweg im Xeo-System funktioniert so: An die kleine, von einem Steckernetzteil gespeiste Transmitterbox - ihr Grundriss ist kleiner als eine Handfläche - können drei verschiedene Musiklieferanten andocken. Ein CD-Spieler findet über einen optischen Digitaleingang Anschluss, ein Notebook kann über eine USB-Buchse andocken, ein Tuner kann sein Programm über analoge Cinch-Buchsen zuspielen, eine Mini-Klinkenbuchse lädt Mobilplayer zum Mitspielen ein. Alle Signale funkt der schwarze Transmitter in digitaler Form an die Lautsprecher, ohne Datenkompression über Frequenzen im 2,4-Gigahertz-Band, das auch für W-Lan genutzt wird. Konkret: Das Datenformat der CD passiert die Funkstrecke unverändert, und wenn das Notebook Musik in 24-Bit-Auflösung schickt, wird auch sie ungeschmälert übertragen, wenn auch nur mit Abtastfrequenzen bis 48 Kilohertz.

Wer mag, kann gleich mehrere Transmitter in einem Haushalt betreiben: Die kleinen Kästchen bieten drei verschiedene Funkkanäle zur Auswahl an; mit der zum System gehörenden Fernbedienung kann man wählen, welche Funkstation das Programm bestreiten soll. Wahlfreiheit gibt es auch, wenn mehrere Lautsprecher-Paare des Xeo-Systems in verschiedenen Räumen Stellung beziehen: Ein Schalter auf der Rückseite jeder Box legt fest, ob sie zu Raum 1, 2 oder 3 gehören soll. Die Fernbedienung steuert die Lautstärke und wählt die Musikquelle für jeden Raum separat. Die Xeo-Lautsprecher können auch, falls gewünscht, in Mono musizieren. Ein weiterer Schalter stellt sie auf diese Betriebsart ein. Er legt auch fest, ob die Box in einer Stereo-Anordnung den rechten oder den linken Kanal wiedergibt.

Ungemein natürlich und einfühlsam

All dies funktioniert tadellos; mögliche Fragen klärt die ausführliche Bedienungsanleitung narrensicher. Wir haben auch keine wechselseitigen Störungen zwischen dem Musikfunk und einem im selben Raum betriebenen W-Lan-Hotspot festgestellt - vielleicht auch deshalb, weil unser W-Lan-Netz zusätzlich Frequenzen um 5 Gigahertz nutzt und so Ausweich-Ressourcen hat.

Nun aber endlich zum Wichtigsten, dem Klang. Sagen wir es mit einem Etikett: Die Xeo-Zwerge sind High End. Sie spielen ungemein natürlich und einfühlsam; produzieren, gemessen an ihrer Größe, hinreichend voluminöse, vor allem aber stets präzise und trockene Bässe, fächern ein höchst differenziertes, stets stimmiges Grundtonspektrum auf und veredeln alles mit feinem, dezentem Oberton-Glanz, der nie überzogen wirkt - so spielt nur der HiFi-Adel. Dass die Xeos auch die räumlichen Dimensionen des Musikgeschehens überzeugend abbilden, macht den Höreindruck perfekt. So gesehen, ist der auf den ersten Blick sportliche Paar-Preis von 1500 Euro inklusive Funkstation keineswegs überzogen.

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