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Elac 3-D-Lautsprecher Die Tiefe des Raums nach alten Rezepten

 ·  Erst kürzlich sorgte der Hifi-Hersteller Elac mit einem winzigen Trio aus Böxchen und Subwoofer für Aufsehen, das sich über Bluetooth mit Musik befeuern lässt. Jetzt zaubern die Kieler weite Stereo-Panoramen aus einer einzigen aktiven Lautsprecherbox.

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Manchmal sitzen die Querdenker dort, wo man sie am wenigsten vermutet: mitten im Establishment. Zum bodenständigen Zweig der HiFi-Industrie jedenfalls darf man die Kieler Lautsprecher-Manufaktur Elac getrost rechnen. Trotzdem kommen von dort immer öfter frische Ideen: Erst kürzlich sorgte der Hersteller mit einem winzigen Trio aus zwei Stereo-Böxchen und einem Mini-Subwoofer für Aufsehen, das sich über Bluetooth mit Musik befeuern lässt. Jetzt variieren die Nordlichter das Thema mit einer technisch noch originelleren Lösung, einem für 948 Euro in Schwarz und in Weiß erhältlichen Lautsprecher, der das schmucklose Kürzel 3D-13BT trägt.

Die Chiffre „3D“ signalisiert das Konzept: Die kompakte Box soll den Schall in alle Richtungen verteilen und so, verspricht die Beschreibung, „den Raum mit Musik fluten“. Obwohl alles, was da unter dem 3-D-Siegel tönt, in einem einzigen Gehäuse mit den zierlichen Abmessungen eines Tischradios steckt, soll es also breite Stereoklänge entlassen, und nicht nur das: Der 3-D-Lautsprecher, sagt Elac, lässt sich überall im Raum installieren, ohne sein Stereopanorama nennenswert einzubüßen. Der Hörplatz, von dem aus man lauschen sollte, darf also ruhig außerhalb des berüchtigten Stereo-Dreiecks liegen.

Idee zum Raumfluter entstammt einer grauen HiFi-Vorzeit

Das macht neugierig. Die Basis-Idee zum Raumfluter entstammt eigentlich grauer HiFi-Vorzeit, genauer einer Schaltungsbeschreibung aus dem Jahr 1931. Jetzt hat Elac den betagten Raumklang-Ansatz wieder aufgegriffen und in die modernen Zeiten übersetzt: Im 3-D-Lautsprecher stecken drei separate Zweiwegekonstruktionen, jeweils bestehend aus einem sieben Zentimeter großen Tieftöner und einem Hochtöner (19 Millimeter). Eines dieser drei Gespanne sitzt vorn in der Mitte des Gehäuses, strahlt den Schall also frontal ab.

Die beiden anderen haben ihren Platz, leicht nach vorn angewinkelt, an den Gehäuseseiten. Dem Raumklang-Rezept folgend, führt der eingebaute Verstärker den mittleren Lautsprechern ein Summensignal aus rechtem und linkem Kanal zu, also praktisch die Toninformation in Mono. Die seitlichen Schallwandler bekommen ein Differenzsignal aus linkem und rechtem Kanal, ein Tongemisch also, in dem die Information über die Räumlichkeit der Musik steckt. Die Membranen rechts und links geben diese Schallanteile in Dipol-Anordnung wieder: Schwingt das eine Duo nach außen, bewegt sich das andere nach innen und umgekehrt.

Saubere, unverfärbte und lebendige Klänge aus kleinsten Chassis

Mit einem Drehknopf auf der Gerätefront kann der Hörer festlegen, wie intensiv er den Raumanteil wahrnehmen möchte, wie weiträumig also der Klang wirken soll. Zwei weitere Knöpfe dosieren Lautstärke und Basskraft, und ein vierter schaltet einen eingebauten Bluetooth-Empfänger ein. Diese Funkeinheit kann die Sendesignale von Musik-Handys oder entsprechend ausgerüsteten MP3-Playern entgegennehmen. So macht die drahtlose Anbindung eines mobilen Taschenspielers den originellen Tischlautsprecher zur kompletten HiFi-Anlage. Über Cinch-Anschlüsse auf der Rückseite und eine Klinkenbuchse auf der Gerätefront lassen sich die Zuspieler aber auch auf konventionelle Art anstöpseln. Wer mag, kann an einen Mono-Ausgang noch einen zusätzlichen aktiven Subwoofer anschließen. Den Strom bezieht der kompakte Aktivlautsprecher über ein externes Netzteil.

Im Hör-Check erwies sich das simple Raumklang-Konzept als erstaunlich tragfähig - ganz ohne digitale Signalprozessoren oder die freundliche Unterstützung reflektierender Wände. Hatten wir eher diffuse Klangbilder erwartet, so enttäuschte das Elac-Kästchen auf angenehme Art: Es vermittelte durchaus die von konventionellen Stereo-Anordnungen her gewohnte Ortbarkeit von Stimmen und Instrumenten. Auch damit stellten die Elac-Entwickler unter Beweis, dass sie saubere, unverfärbte und lebendige Klänge selbst aus kleinsten Chassis holen können. Tiefe Bässe und Party-Pegel blieb das zierliche Aggregat natürlich erwartungsgemäß schuldig, aber tönende Unterhaltung in moderaten Lautstärken meistert das Kästchen auf angenehme und komfortable Weise, die einfach Spaß macht. Querdenken also lohnt sich bisweilen - in diesem Fall sogar ganz sicher.

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