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Edel-Walkman von Sony im Test : Ein Pfund High-End

  • -Aktualisiert am

Ob von der Seite, von vorne oder unten: der Sony-Walkman zeigt sich von seiner edlen Seite Bild: Hersteller

Schwer und teuer: Der Extrem-Walkman von Sony ist ein echter High-Ender für High-Ender. Ein noch besserer Mobilspieler ist kaum vorstellbar.

          Nicht zu fassen, wie dieser Apparat in der Hand liegt! Kühl, satt und vor allem schwer: Beinahe ein Pfund bringt er auf die Waage. Dabei gehört er eigentlich zur Gattung der Taschenspieler, aber nur im weitesten Sinn. Zum Transport in einer handelsüblichen Hose geriet er viel zu mächtig - Sonys neuer Walkman NW-WM1Z. Dieser Brummer stellt den gültigen Großtrend, wonach mobile Gerätschaften immer leichter und dünner werden, glatt auf den Kopf. Und das gängige Preisgefüge für mobile Musikmacher lässt er meilenweit hinter sich: 3300 Euro steht auf dem Preisschildchen. Da liegt das Attribut High-End nahe. Löst das Schwergewicht diesen Anspruch aber auch mit elektronisch-musikalischen Qualitäten ein? Wenden wir uns den Details zu.

          Nach wie vor setzt Sony auf seinen proprietären Anschluss
          Nach wie vor setzt Sony auf seinen proprietären Anschluss : Bild: Hersteller

          Sonys Edel-Walkman steckt in einem massiven Gehäuse, gefräst aus einem fetten Block aus Kupfer und obendrein auch noch vergoldet. Ein Lederbezug auf der Rückseite dient dem sicheren Griff. Alle Schalter, Tasten und Knöpfe an den Seiten gerieten kongenial massiv - in bewusster Abgrenzung zu den Mausezähnchen üblicher Mobilgeräte. Der Touchscreen auf der Frontseite hat das Diagonalmaß 10,2 Zentimeter, seine Auflösung nimmt sich mit 854 × 480 Bildpünktchen eher bescheiden aus. Aber weil der Player als reine Musikmaschine keine Videos zeigen muss, kann selbst der High-Ender damit leben, zumal die Audio-Elektronik höchste Auflösungen klaglos akzeptiert: PCM-Eckdaten selbst oberhalb von 192 Kilohertz und 24 Bit sind keine Hürde, und Datenströme in DSD, dem Audio-Format der nahezu ausgestorbenen Super-Audio-CD, dürfen Abtastfrequenzen bis zu extrem hohen 11,2 Megahertz haben.

          Zwischen 11 und 33 Stunden

          Natürlich unterstützt Sonys Jüngster alle gängigen Kompressionsformate von MP3 über AAC bis hin zu den verlustfreien Varianten FLAC und Apple Lossless (ALAC). Der eingebaute Speicher fasst 256 Gigabyte, und wenn das nicht reicht, sorgt eine Micro-SD-Karte für weitere Kapazität. Der (nicht wechselbare) Akku hält, je nach tönendem Datenformat, zwischen 11 und 33 Stunden durch. Das sagen jedenfalls Sonys Datenblätter, und nach unserer Erfahrung reichen seine Energievorräte selbst für Interkontinentalflüge. Wer unterwegs gern drahtlos hört, schaltet einfach den Bluetooth-Funk ein. Die NFC-Funktion kann die Verbindung automatisch herstellen, und eine spezielle Kodierung namens LDAC hilft, Klangverschlechterungen auf dem Übertragungsweg zu vermeiden.

          Selten sahen Bedienungsknöpfe so edel aus
          Selten sahen Bedienungsknöpfe so edel aus : Bild: Hersteller

          Aber wo steckt nun eigentlich die High-End-Finesse? Zum Beispiel in einer zweiten, 4,4 Millimeter großen Klinkenbuchse, die speziell für den Anschluss symmetrisch verdrahteter Edelkopfhörer ausgelegt ist. Oder in einer Stromversorgung, in der neu entwickelte Kondensatoren blitzartig auf den Energiebedarf der Verstärkerstufen reagieren. Oder in den vielen Optionen zur subtilen Wiedergabejustage: Wer mag, kann die Musiksignale auf höchste Abtastfrequenzen hochrechnen und dabei Filtervorgaben festlegen, zum Beispiel für männliche oder weibliche Stimmen, Streicher oder Percussion. Mehr noch: Der Tiefton-Phasengang lässt sich manipulieren, um die Klangcharakteristika verschiedener analoger Verstärker nachzubilden. Auch gröbere Eingriffe ins Klangbild sind möglich, etwa mit einem 10-bandigen Equalizer.

          So bietet der Walkman ein weites Feld für Experimente. Die eingebauten Verstärkerstufen holen aus allen Hörgeräten das Beste, sofern sie nicht, wie die Elektrostaten, spezielle Ansteuerungen brauchen. Etwa souveräne Standfestigkeit, wenn heftige Bass-Attacken toben. Oder extrem saubere Differenzierung, wenn Symphonieorchester ein Universum an Klangfarben entfesseln. Oder penible räumliche Definition, wenn sich Solisten auf großer Bühne positionieren. Ein noch besserer Mobilspieler ist schwer vorstellbar, aber weniger, mit Verlaub, darf man von diesem Kaliber auch nicht erwarten.

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