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Diktiergerät Philips DPM 8000 : Schlank, schön und schlau

Jetzt mit Farbdisplay: Philips DPM 8000 Bild: Hersteller

Das Philips-Diktiergerät DPM 8000 hat raffinierte Mikrofontechnik und Lagesensoren eingebaut. Für das Gehäuse wurde eine Hülle aus gebürstetem Edelstahl verwendet, die fünfmal so hart wie Aluminium sein soll.

          Wenn es um das professionelle digitale Diktieren geht, landet der Arzt oder Anwalt unweigerlich bei besonders hochwertigen Geräten. Schließlich hält man den Apparat jeden Tag über Stunden hinweg in der Hand. Gefragt sind also Arbeitsinstrumente für den Dauereinsatz, die sich hinsichtlich Anmutung, Ergonomie, Verarbeitung und Bedienung bewähren müssen. In der Oberklasse ist die Luft dünn geworden, hier geben Olympus und Philips die Richtung vor.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zuletzt hatte Olympus im vergangenen Jahr sein neues Spitzenmodell vorgestellt, das DS 7000 mit Farbdisplay. Nun zieht Philips nach und präsentiert seine 8000er-Serie. Wir haben das DPM 8000 einige Zeit ausprobiert, es ist der Nachfolger des sechs Jahre alten DPM 9600. Für das Gehäuse verwenden die Österreicher eine Hülle aus gebürstetem Edelstahl, die fünfmal so hart wie Aluminium sein soll. Die Einfassung wirkt sehr robust und verwindungssteif, beibehalten wurde die asymmetrische Linienführung der rechten Seite: Auf diese Weise soll sich der Handballen besser ans Gerät anschmiegen, wenn der Daumen auf dem seitlich angebrachten Schiebeschalter liegt. Das stimmt zumindest für Rechtshänder.

          Alles in allem ist das DPM 8000 unser neues Referenzgerät: Akkulaufzeit, Display und Mikrofontechnik geben den Ausschlag
          Alles in allem ist das DPM 8000 unser neues Referenzgerät: Akkulaufzeit, Display und Mikrofontechnik geben den Ausschlag : Bild: Hersteller

          Die farbige Anzeige mit einer üppigen Diagonale von 6,5 Zentimeter sticht neben dem Design sofort hervor. Sie ist größer als die der Konkurrenzmodelle, wirkt zudem heller, freundlicher, feiner auflösend. Alles ist klar und präzise gezeichnet, der Anblick geradezu eine Freude. Doch was ist mit dem Stromverbrauch? Ein brillantes Farbdisplay verlangt mehr als die alten Monochromanzeigen, dies könnte ein wunder Punkt sein. Philips setzt indes auf clevere Licht- und Bewegungssensoren, die eine automatische Dimmung in Gang setzen. Der Clou: Das Gerät ist sofort wieder betriebsbereit, sobald man es anfasst oder bewegt. Im Ruhemodus hält nach Angaben von Philips der Lithium-Ionen-Akku des DPM rund ein halbes Jahr durch, und es gibt nach unserer mehrwöchigen Erprobung keinen Grund, daran zu zweifeln. Wir haben den (proprietären) Kraftspender einmal über die Micro-SD-Buchse mit einem Handy-Ladegerät gefüllt. Die weitere Betankung erfolgte fortan nur minutenlang in der mitgelieferten Docking-Station via PC, mehr ist nicht erforderlich. Wer kontinuierlich diktiert oder aufnimmt, darf mit Laufzeiten von bis zu 24 Stunden rechnen.

          Die Bewegungssensoren setzt Philips auch für ein zweites Extra ein: Legt man das Diktiergerät auf den Tisch, ändert sich einstellbar und automatisch die Charakteristik und Empfindlichkeit der eingebauten Mikrofone, sie nehmen dann über 360 Grad aus jeder Richtung auf. So lässt sich das Gerät zwischendurch ablegen, um beispielsweise während des Diktats beidhändig in Unterlagen zu blättern. Ferner kann man Konferenzen aufzeichnen, denn Philips bietet außer dem Diktierformat DSS nun auch MP3 und unkomprimiertes PCM an. Bei unserem Testgerät war die Akustik von Konferenzaufnahmen noch nicht perfekt, wir warten auf ein Software-Update.

          Im Diktiermodus liegt natürlich das Zusammenspiel mit der Spracherkennung nahe. Mit dem gleichnamigen Profil „Spracherkennung“ und der Aufzeichnung im DSS-Pro-Format erzielten wir erstklassige Ergebnisse in der Standardsoftware Dragon Naturally Speaking. Für den Einsatz in lauter Umgebung scheint das jüngste Philips den gleichen Nachteil wie das Olympus DS 7000 zu haben: Die Buchse für ein Aufsteckmikrofon mit Nebengeräuschunterdrückung ist leider seitlich angebracht, wo sie von Zeige- und Mittelfinger bedeckt wird. Jedoch benötigt man im Grunde genommen kein separates Spezialmikrofon. Bei unseren Versuchen war die eingebaute Nebengeräuschunterdrückung so überzeugend, dass man über diesen Minuspunkt getrost hinwegsehen kann.

          Auch die neue Docking-Station gefällt. Philips verwendet nun einen Port-Anschluss für die USB-Verbindung zum PC. Beim Vorgängermodell gab es im Dauerbetrieb immer wieder Kontaktprobleme. In Verbindung mit einem Fußschalter kann die Station zur Aufnahme und Transkription von Diktaten verwendet werden, sogar ohne PC. Wie beim Vorgängermodell lassen sich private Aufzeichnungen mit dem Advanced Encryption Standard (256 Bit) in Echtzeit verschlüsseln, es gibt (optional) auch einen Pincode-Schutz als Gerätesperre.

          Der neu entwickelte Schiebeschalter arbeitet mit einem Lichtsensor und optischer Abtastung. Verschleißfrei, behauptet Philips und verspricht mindestens vier Millionen Schaltzyklen. Nach unserer Einschätzung arbeitet der Schalter sehr ordentlich. Wer zu Haarspaltereien tendiert, könnte bemerken, dass der eines Olympus DS 7000 satter einrastet und dank stärkerer Riffelung besser in der Hand liegt. Das sind jedoch akademische Unterschiede.

          Alles in allem ist das DPM 8000 unser neues Referenzgerät: Akkulaufzeit, Display und Mikrofontechnik geben den Ausschlag. Für rund 650 Euro erhält man ein Präzisionsinstrument, das im professionellen Einsatz überzeugt. Mediziner und Anwälte, die mit Barcodes auf Akten und Unterlagen arbeiten, bekommen für rund 830 Euro das DPM 8500 mit einem Barcode-Scanner auf der Rückseite.

          Quelle: F.A.Z.

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