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Digitale Spiegelreflexkameras Einstieg mit reduziertem Programm

01.06.2007 ·  Der Einstieg in die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras schreckt manchen ab. Zu teuer sind die Geräte, zu kompliziert die Handhabung. Die Pentax K100D und Nikon D40x sollen Einsteiger locken - mit unterschiedlichen Vorzügen.

Von Hans-Heinrich Pardey
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Wie viel kann man Einsteigern zumuten? Eine Antwort auf diese Frage müssen preisgünstige Spiegelreflex-Digitalkameras nicht nur finanziell, sondern auch technisch geben: Wer von der Kompaktknipse oder der All-in-one, wie die Superzoom-Modelle auch heißen, aufsteigt, soll nicht verschreckt werden - weder durch das, was seinem Portemonnaie abverlangt wird, noch von der Fülle der Bedienungsmöglichkeiten. Das macht die Klasse gut ausgestatteter Längst-noch-nicht-Profikameras für den Neuling genauso interessant wie für den, der günstig ein übersichtlich zu bedienendes digitales Zweitgehäuse zu vorhandener Ausrüstung sucht.

Das wird einem sofort klar, wenn man die mit rund 880 Gramm angenehm wuchtige Pentax K100D zur Hand nimmt, die vom glasfaserverstärkten, recht kantigen Kunststoffgehäuse bis zum kamera- wie objektivseitigen Metallbajonett (Pentax K) einen soliden Eindruck macht. Auf Anhieb lässt sich eigentlich nichts bis aufs Sensorentstauben vermissen - eine mit dem APS-C-Sensor (23,7 × 15,7 mm, maximale Bildgröße 3008 × 2000 Bildpunkte, 6,1 Megapixel) schwingende Bildstabilisierung ist in der Kamera eingebaut.

Solide Ausstattung bei Pentax

Ob man am Betriebsartenwählrad dreht oder mit den leicht fasslich beschrifteten Tasten an der Rückfront Informationen auf den 2,5-Zoll-Monitor (210.000 Bildpunkte) holt, die Bedienerführung ist von vorbildlicher Übersichtlichkeit. Das lässt sich nicht in gleicher Weise von der Fn-Taste - das Kürzel steht für Funktion - sagen. Sie dient dem schnellen Verstellen etwa der Empfindlichkeit (ISO 200 bis 3200). Dafür könnte sie ein wenig prominenter geformt und plaziert sein; zum andern ist die Bildschirmansicht dessen, was möglich ist, manchmal irritierend mehrdeutig.

Doch ist die K100D mit ihren mehr als ein Dutzend Motivprogrammen wie mit allen Möglichkeiten zur manuellen Einstellung und Bildbearbeitung leicht zu bedienen. Sie arbeitet flink und mit qualitativ überzeugenden Bildergebnissen; gelegentlich kommt der sonst flotte Autofokus bei dem nicht sonderlich lichtstarken Kit-Objektiv aus dem Hin und Her kaum mehr heraus. Eine Besonderheit ist das Auslösen der Kamera mit dem Abblendhebel: Auf dem Monitor erscheint zur Belichtungskontrolle ein Bild - das allerdings nicht gespeichert wird.

Sparprogramm von Nikon

Speichern, das tut die Pentax K100D auf SD-Karten und auf Wunsch als Rohdaten wie die Nikon D40x (auch SDHC), die aufs zierlichste, das heißt in sehr kompakter Leichtbauweise (betriebsbereit 740 Gramm mit Kit-Objektiv), ihre Familienähnlichkeit präsentiert. Nicht nur daher greift sich ihr Kunststoffgehäuse sozusagen moderner: Sie bietet der Greifhand einfach geschickter Halteflächen und zugleich alle Bedienungselemente so, als könne es gar nicht anders sein.

Aber während Zahl und Funktion der neben dem 2,5-Zoll-Monitor (230.000 Bildpunkte) aufgereihten Tasten noch an eine D80 erinnern können, lässt schon ein Blick durch den ansprechend hellen Sucher das Sparprogramm in Gestalt dreier schlichter Messfeldmarkierungen erkennen.

Selbsterklärende Nikon, kompatiblere Pentax

Da haben wir es: Die K100D ist ein Basismodell, die D40x eine geschrumpfte Version ihrer besser ausgestatteten Nikon-Schwestern, auf die sie Appetit macht. Für den Anfang ist sie freilich nicht schlecht ausgestattet: Auch hier arbeitet ein APS-C-Sensor (23,6 × 15,8 mm, maximale Bildgröße 3872 × 2592 Bildpunkte, 10,75 Megapixel), die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 1600, die schnellste Verschlusszeit ist 1/4000 Sekunde; mit der 3D-Color-Matrixmessung II und dem entscheidungsfreudigen Autofokus gelingen erfreuliche Bildergebnisse. Doch der eigentliche Clou ist die Bedienerführung der Nikon: Das Display ist nicht nur schön grafikfähig, es erläutert auch Betriebszustände und Messungen und spricht dabei verständlichen Klartext: „Motiv ist zu dunkel“. Auch ohne Vorkenntnisse mit Nikon-Typischem kommt man ohne Handbuch aus: Es ist eingebaut.

Einen Wermutstropfen muss hinnehmen, wer Nikon-Equipment weiter zu verwenden hofft: Für den vollen Funktionsumfang der D40x braucht man Objektive mit Autofokusmotor - und auch einen speziellen Akku für diese Kamera. Da ist die Pentax einfacher: Sie akzeptiert wahlweise vier AA-Akkus oder zwei CR-V3-Batterien.

Preise:
Die Pentax K100D hat mit dem SMC Pentax-DA 1:3,5-5,6 18-55 mm einen Listenpreis von rund 700 Euro und wird im Internet von etwa 470 Euro an gehandelt.
Die Nikon D40x kostet mit dem AF-S DX Nikkor ED 18-55 mm 1:3,5-5,6 GII laut Liste 860 Euro und ist im Internet von rund 695 Euro an zu haben.

Quelle: F.A.Z., 29.05.2007, Nr. 122 / Seite T2
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Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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