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Digitale Fotos Lieber selbst drucken oder drucken lassen?

29.12.2010 ·  Es gibt viele Gründe, romantische und rein sachliche, Fotografien nicht als Dateien, sondern als Gegenstand haben zu wollen. Das Sofortbild zum In-die-Hand-Nehmen wird gebraucht, und bekommen kann man es auf ganz verschiedenen Wegen.

Von Hans-Heinrich Pardey
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Manchmal geht es nur darum, den Gästen einer Feier eine kleine Erinnerung in die Hand drücken zu können. Oder der Opa will den nach ihm geratenen Enkel aus der Brieftasche ziehen. Gelegentlich soll ein gutachterlicher Befund in Form eines beweissichernden Fotos gleich an die papierene Akte geheftet werden. Und schließlich ist es einfach ein Partyspaß, „richtige Fotos“, kaum dass es geblitzt hat, herumzureichen.

Das analoge Sofortbild, ehedem mit dem Markennamen Polaroid engstens verbunden, ist auch im Jedermann-Markt nicht völlig verschwunden. Während auf der Photokina Wiederbelebungsversuche der Kunstform Sofortbild zu sehen waren, wird unter den Namen Instax und Instax Mini von Fujifilm weiterhin „Instant Film“ (in den Formaten 6,2 × 9,9 und 4,6 × 6,2 Zentimeter, ISO 800) angeboten. Die zum größeren Bildformat gehörende Instax 210 ist eine voluminöse Sucherkamera mit eingebautem Blitz, an der es nicht viel einzustellen gibt: Man kann den Entfernungsbereich wählen (0,9 bis 3 Meter oder 3 Meter bis unendlich), eine Spiegel-Nahlinsen-Kombination für Selbstporträts aufsetzen und den Blitz zuschalten und in drei Stufen die Programm-Belichtungsautomatik beeinflussen (“Lighter. Normal. Darker“).

Die Kamera nimmt von der Rückseite her eine Kassette mit zehn Bildern auf, die motorisch nach oben ausgeworfen werden. Es handelt sich in der vergangenen Terminologie der Sofortbildfotografie um „Integralbilder“: Man erhält wie vor 40 Jahren bei der Polaroid SX-70 ein sich außerhalb der Kamera entwickelndes Foto, dessen unterer Rand das leergequetschte Behältnis der Entwicklungschemie ist.

Charme der siebziger Jahre

Und auch die Bildergebnisse haben - abgesehen davon, dass es sich um rechteckige Formate handelt - etwas vom Charme der siebziger Jahre. Man muss genau das entweder unbedingt brauchen und lernen, damit umzugehen, oder man kann es mögen und womöglich kreativ nutzen, technisch wird die Qualität der mit der Instax 210 gemachten Sofortbilder von jedem (nachträglich gedruckten) Smartphone-Pixelbildchen übertroffen. Das gilt erst recht von den Bildern des scheckkartenkleinen Formats Instax Mini: Das kann man zum Beispiel mit den „Cheki“-Kameras, einem Knubbel-Accessoire für Partygirls von Fujifilm (rund 95 Euro bei www.japantrendshop.com im Internet) nutzen.

Oder aber man greift als Lomograph zur entsprechenden batteriebetriebenen Rückwand der Lomo LC-A+ oder Diana-F+, bei der sich der Austausch besonders einfach gestaltet. Zu haben ist so ein Rückteil nebst Reduzierlinse im Internet für schlappe 80 Euro bei shop.lomography.com. Mit einer Zehn-Aufnahmen-Kassette sind wir dann bei 92 Euro. Macht 1,20 Euro für ein Instax-Mini-Bildchen mit der Diana, das seine Schwächen (um derentwillen der Lomo-Ästhet sich ja diese Plastik-Technik antut) erst so recht offenbart, wenn man die Briefmarke scannt und auf dem Bildschirm aufbläst: schaurig schön. Eine letzte Bemerkung zum analogen Sofortbild von Fujifilm: Das größere Format wird aktuell günstiger angeboten (20 Bilder für rund 17 Euro), aber systembedingt ist bei klein wie groß die komplizierte Abfallmenge (Kassette) politisch völlig unkorrekt groß.

Mehr als 17.000 gibt es in Deutschland

Davon merkt man nichts - wenngleich auch da etliches anfallen mag -, wenn man digital fotografiert und dann sofortdruckt, beispielsweise beim Drogerie-Discounter oder in einem Multimediamarkt. Da wie dort trifft man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen „Fotokiosk“ des Marktführers Cewe Colorfoto. Mit dem, einer Kombination von Touchscreen-PC, Multi-Kartenleser und Thermosublimationsdrucker, kann man dann billig (24 bis 27 Cent für den 10 × 15 Postkartenprint), schnell und sehr einfach zu Abzügen gelangen. Wenn das Bild nicht umgehend am Aufnahmeort zum papierenen Gegenstand werden muss, ist dieser Weg der bequemste und sicherste. Ein bisschen Bildbearbeitung steckt auch in dem PC des Kiosks, Ausschnittwahl und Helligkeitskorrektur etwa, und jeder kann mit den simplen Wahlmöglichkeiten zurechtkommen. Allerdings kann es einem immer mal wieder passieren, dass so ein Kiosk - mehr als 17 000 gibt es in Deutschland - spinnt: Dann ist nicht mehr Service durch das Drogerie-Personal zu erwarten als ein blond lächelnder Reset des Kiosks, und wenn der nicht hilft, noch mal ein Neustart, und nochmal ein Neustart und . . .

Rund 500 digitale Aufnahmen macht ein Durchschnittsknipser im Jahr. In analogen Zeiten waren es nur rund 120 Bilder. Von den 500 Dateien wird nicht ganz ein Viertel als Abzüge gedruckt, wobei die Statistik zunehmend die digitaldruckende Weiterverarbeitung zu Fotobüchern, Kalendern, Kissen, Kaffeetassen, Grußkarten oder Mousepads anstelle von simplen Abzügen verzeichnet.

Wer unabhängig von Dienstleistern und vom eigenen PC, an dem ja auch ein stationärer Foto-Drucker hängen kann, unterwegs Prints in Digitalfotoqualität braucht, kommt am mobilen Fotodrucker nicht vorbei. Der Canon Selphy CP800 ist ein gerade noch als reisetaschentauglich einzustufendes Mobilgerät, das sich mit einem Akku betreiben lässt. Man schiebt ihm die - leider separat zu transportierende - Papierkassettte ins große und je nachdem einen USB-Stick oder irgendwelche Speicherkarten in eins seiner kleineren Mäuler, und schon kann's losgehen. Heraus kommen mit mehrmaligem Hinundherziehen des Papiers Hochglanz-Prints von untadeliger Qualität im Postkartenformat 10 × 14,8 Zentimeter (oder 54 × 86 Millimeter), die sich, abgesehen von dem perforierten Knickrand rechts und links, in nichts von gewohnten Abzügen unterscheiden.

Nutzt man günstige Einkaufsquellen des Internets für das Spezialpapier, das immer zusammen mit Farbfolien-Kartuschen geliefert wird, kommt man auf einen Einzelpreis von rund 32 Cent je Abzug. Der Drucker selbst kostet rund 70 Euro im Internet. Man kann ihn mit mitgelieferter Software auch vom PC aus steuern und hat dort umfangreichere Bearbeitungsmöglichkeiten als mit den wenigen Steuertasten und dem neigbaren kleinen Display auf dem Gehäuse.

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Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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