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Denon RCD-M37 Stereo-Klassiker mit Anschluss an die Moderne

27.07.2008 ·  Oft geriet sie schon in gefährliche Nähe zur Roten Liste der bedrohten Unterhaltungselektronik-Arten - die Stereoanlage klassischen Zuschnitts. Eine Mini-HiFi-Anlage mit Schnittstellen für iPods und USB-Sticks kommt allerdings gut davon.

Von Wolfgang Tunze
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Zwischen iPod-Hype und Multimedia-Boom geriet sie oft schon in gefährliche Nähe zur Roten Liste der bedrohten Unterhaltungselektronik-Arten - die Stereoanlage klassischen Zuschnitts. Wir aber wissen ihren Beitrag zu gehobener Lebensqualität nach wie vor zu schätzen und registrieren interessante einschlägige Neuheiten stets mit ungebrochener Aufmerksamkeit. Dazu zählt zum Beispiel ein kompaktes Ensemble von Denon, RCD-M37 genannt, zum Preis von rund 390 Euro.

Die gesamte Elektronik der Anlage steckt nach alter Väter Sitte in einem Zweckbau aus Stahlblech, der seine Vorderfront nicht etwa mit windigem Plastik, sondern, wie es sich gehört, mit einer soliden Aluminiumfront ziert. Das schmale Kästchen hat ziemlich genau die Grundfläche eines DIN-A4-Blatts, lässt sich also mühelos in jedem Regal unterbringen. Das trifft auch auf die zierlichen, zum Komplettset zählenden Zweiwegeboxen zu. Die mit einer Kunststoffoberfläche beschichteten Lautsprecher gibt es in Schwarz oder im Kirschholz-Design, die Elektronik ist ebenfalls in Schwarz oder in mattem Silber zu haben.

An eine spezielle Buchse kann eine iPod-Station andocken

Die Anlage vereint alle wichtigen Funktionen der tönenden Unterhaltung: Im Zentralbaustein steckt ein CD-Spieler, ein Radioempfänger für Mittelwelle und UKW mit der üblichen RDS-Funktion, ein Verstärker, der etwa zweimal 30 Watt leistet, und ein Timer, der mit etlichen Weckfunktionen gleich am frühen Morgen für passende Programmgestaltung sorgt oder das Einschlafen mit sanften Tönen unterstützt. Natürlich kommen auch externe Mitspieler in Frage: Wer noch einen Rekorder hat, findet auf der Rückseite passende Ein- und Ausgänge, und wenn zusätzlich der Fernseher mitmischen soll, so hält sich auch für diesen Zweck ein Buchsenpärchen bereit. Sollen die Lautsprecher zusätzliche Tieftonunterstützung durch einen aktiven Subwoofer erfahren, so ist auch für diesen Fall vorgesorgt: Ein spezieller Monoausgang speist einschlägiges Zubehör.

Besonders interessant: An eine spezielle Buchse kann eine iPod-Station andocken, die Denon als Sonderzubehör anbietet. Diese praktische Schnittstelle erlaubt nicht nur die Musikübertragung aus der Mini-Jukebox. Sie ermöglicht auch die Steuerung des iPod über die Fernbedienung der Anlage. Auch für andere MP3-Utensilien ist das schmucke Musiksystem offen. An eine kleine Klinkenbuchse auf der Stirnseite des Elektronikbausteins etwa lassen sich Player anstöpseln, die ihre Musik über den Kopfhörerausgang entlassen.

Auch Festplatten kommen als USB-Zulieferer in Frage

Für komplett verlustfreie Musikübertragung schließlich steht der USB-Anschluss an der Gerätefront bereit. Hier lässt sich zum Beispiel ein mit MP3-Musik beladener USB-Stick anschließen. Oder einer jener MP3-Player, die sich am Computer als USB-Massenspeicher melden, die also ihr Repertoire in offen zugänglichen Ordnern lagern. Sogar Festplatten kommen als USB-Zulieferer in Frage, wenn sie im Dateiensystem FAT 16 oder FAT 32 formatiert sind. Für Festplatten im Kaliber 2,5 Zoll reicht die Stromversorgung über die USB-Verbindung, ein zusätzliches Steckernetzteil ist somit überflüssig. Und bevor wir aus Versehen Microsoft übergehen: Neben MP3-Konserven spielt die Denon-Elektronik auch Dateien in Windows Media Audio (WMA) ab, allerdings nur solche ohne Kopierschutz. Sowohl MP3- als WMA-Tonkost verleibt sich das Gerät auch in Form von selbstgebrannten CDs ein.

Die Navigation durch solche Tonschätze klappt leider nicht so elegant, wie wir es mittlerweile von den iPods dieser Welt gewohnt sind; das scheitert schon am nur zweizeiligen Display des Elektronikbausteins. Nächstes Stück aufrufen, zum vorigen Stück zurückspringen oder ab zu einer bestimmten Titelnummer - mehr Möglichkeiten, den Wunschtitel aus dem MP3-Archiv zu Gehör zu bringen, bietet die Denon-Anlage leider nicht. Immerhin gibt es noch die Zufallswiedergabe - für alle, die ihren Musikzusammenstellungen blind vertrauen. Auch die Einstellung der Timer-Funktionen oder der elektronischen Höhen- und Bassregler geht etwas mühsam von der Hand, oft nur rudimentär unterstützt von allzu kryptischen Display-Kürzeln.

Alles klingt sehr natürlich, ausgewogen und ohne Verfärbungen

Dafür allerdings entschädigt die Denon-Anlage mit überraschend gutem Klang: Die Lautsprecherabstimmung verrät die Handschrift von Könnern. Ob filigrane Kammermusik, süffige Opern-arien oder krachende Rockkonzerte: Alles klingt sehr natürlich, ausgewogen und ohne Verfärbungen.

Brillante Obertöne können sich frei und spielerisch entfalten, und sogar die Bässe beeindrucken - natürlich nicht mit mächtiger Tiefe, aber doch mit ausreichendem Volumen und sauberen Konturen. So macht Denons kleine Musikzentrale nicht nur als Zweitanlage im Büro oder im Schlafzimmer eine gute Figur: Sie beschallt auch kleinere Wohnzimmer auf gefällige und erstaunlich souveräne Art.

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