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Consumer Electronics Show Fernsehhersteller setzen auf die dritte Dimension

08.01.2010 ·  Was die Unterhaltung der Zukunft im Wohnzimmer angeht, kennt die CES in Las Vegas nur ein Thema: Dreidimensionales Fernsehen. Nach den Vorstellungen der Industrie soll 3D-Fernsehen bald den Durchbruch im Privathaushalt schaffen.

Von Roland Lindner, Las Vegas
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Was die Unterhaltung der Zukunft im heimischen Wohnzimmer angeht, hat die Elektronikbranche in diesem Jahr in Las Vegas ein beherrschendes Thema: Dreidimensionales Fernsehen soll nach den Vorstellungen der Industrie bald den Durchbruch im Privathaushalt schaffen. Fast alle großen Fernsehhersteller präsentieren bei der Messe 3D-taugliche Geräte, die schon bald auf den Markt kommen sollen. Trotz aller von der Branche verbreiteten Zuversicht gibt es aber noch viele Zweifler, die es für unwahrscheinlich halten, dass sich die Technik in der Masse durchsetzt.

Der Branchenverband Consumer Electronics Association (CEA), der die Messe veranstaltet, zeigt sich überzeugt, dass dreidimensionale Geräte in diesem Jahr zum ersten Mal einen nennenswerten Anteil am Fernsehmarkt erobern werden: Nachdem 2009 erst eine kleine Zahl der in Amerika verkauften Fernsehgeräte mit 3D-Technik ausgestattet war, sollen es in diesem Jahr nach Schätzungen der Organisation 4,3 Millionen werden, was mehr als 10 Prozent des gesamten erwarteten Absatzvolumens entspräche. Bis 2013 soll der Anteil auf 25 Prozent steigen. CEA-Chefökonom Shawn DuBravac wies darauf hin, dass auf der diesjährigen CES die Hersteller erstmals auf breiter Front marktreife 3D-Geräte vorstellen.

Erfolg des Science-Fiction-Films „Avatar“

Ihren Optimismus schöpft die Branche aus der positiven Resonanz, die 3D in jüngster Zeit im Kino erreicht hat. Hersteller wie der japanische Unterhaltungskonzern Panasonic verwiesen bei der Präsentation ihrer Modelle auf den Erfolg des Science-Fiction-Films "Avatar", der seit seinem Kinostart im Dezember mehr als eine Milliarde Dollar an den weltweiten Kinokassen eingespielt hat, einen Großteil davon auf 3D-Leinwänden. Bob Perry, Senior Vice President von Panasonic, sagte in Las Vegas, für die Fernsehbranche sei 3D-Technik bislang die letzte noch offene Front gewesen, nach dem Übergang von Schwarzweiß- zu Farbbildschirmen und zuletzt zu hochauflösendem Fernsehen. Panasonic will im Frühjahr 2010 eine Serie von 3D-Fernsehern mit Bildschirmgrößen zwischen 50 und 65 Zoll auf den Markt bringen. Preise nannte das Unternehmen auf der CES noch nicht.

Aufhorchen ließ der japanische Wettbewerber Toshiba mit seinem Vorstoß in die dreidimensionale Welt mit dem Namen Cell TV: Es ist eine Kombination aus 3D-Fernseher und Supercomputer. Das System kann nicht nur dreidimensional produzierte Inhalte zeigen, sondern ist nach Angaben von Toshiba auch in der Lage, herkömmliche zweidimensionale Sendungen und Filme in 3D umzuwandeln. Besonders leistungsstarke Prozessoren erlauben dem Gerät zudem eine Reihe anderer Funktionen, etwa Videokonferenzen über das Internet. Zum Preis gab es keine Angaben, für den Durchschnittsverbraucher dürfte die Toshiba-Neuheit aber kaum erschwinglich sein. Auch Sony und Samsung rücken in Las Vegas 3D-Fernseher in den Mittelpunkt ihres Messeauftritts. Mehrere Unternehmen stellen auch Bluray-Spieler vor, die mit dreidimensionaler Technik ausgestattet sind.

Start eines eigenen 3D-Fernsehkanals zur Fußballweltmeisterschaft

Die 3D-Offensiven kommen in Las Vegas nicht nur von den Geräteherstellern, sondern auch von Anbietern der Inhalte. Der zum Unterhaltungskonzern Walt Disney gehörende Sportsender ESPN kündigte den Start eines eigenen 3D-Fernsehkanals zur Fußballweltmeisterschaft im Juni an. Amerikanische Fernsehzuschauer können am 11. Juni das Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko in 3D ansehen, wenn sie über ein entsprechendes Gerät verfügen. Der Wissenschaftssender Discovery Channel will zusammen mit Sony und dem Filmprojektionsspezialisten Imax Anfang nächsten Jahres einen 3D-Sender auf die Bildschirme bringen.

Bei aller in Las Vegas zur Schau gestellten Begeisterung gibt es in der Branche aber auch Skeptiker: Der Erfolg von 3D im Kino lässt sich ihrer Meinung nach nicht einfach auf das heimische Wohnzimmer übertragen. Als eine der größten Hürden gilt, dass zum Ansehen von 3D-Sendungen ebenso wie im Kino auch zu Hause spezielle Brillen notwendig sind. Vielen Verbrauchern könnte es nach Meinung von Kritikern widerstreben, die Brillen im Alltag aufzusetzen, wenn sie zu Hause im Kreise von Familie oder Freunden fernsehen - anders als im Kino, das von vorneherein mehr Erlebnischarakter hat. Viele Menschen haben sich auch erst in den vergangenen Jahren hochauflösende HD-Fernseher angeschafft. Es muss sich zeigen, wie ausgeprägt ihre Bereitschaft ist, diese Geräte schon wieder auszumustern und viel Geld für einen neuen 3D-Fernseher auszugeben.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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