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Canon Ixus 100 IS Königin unter den kleinen Kompakten

05.10.2009 ·  Wer sich für eine Kamera im Handy-Format entscheidet, geht natürlich gewisse Kompromisse ein, dafür ist sie für schnelle Schnappschüsse immer dabei. Als Zweitgerät ist die Ixus fast zu schade, denn die Bildqualität überzeugt.

Von Michael Spehr
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Sie war in diesem Jahr unsere Sommerkamera für die Hosentasche, die Ixus 100 IS von Canon. Wer sich für einen so kleinen kompakten Apparat im Handy-Format (8,7 × 5,6 × 1,8 Zentimeter, 160 Gramm) entscheidet, geht natürlich gewisse Kompromisse ein. Aber dafür ist die Kamera für schnelle Schnappschüsse immer dabei. Die Ixus überraschte uns zunächst mit ihrer tollen Verarbeitungsqualität: Das Gehäuse besteht überwiegend aus Metall, die Canon fühlt sich sehr hochwertig an, und es gibt sogar ein Stativgewinde sowie einen optischen Sucher, der bei grellem Licht durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Zugegeben: Das Display mit einer Diagonale von 2,5 Zoll (6,35 Zentimeter), das unter normalen Bedingungen als Sucher und zur Bildwiedergabe dient, ist nicht besonders groß ausgefallen.

Eine gewisse Ernüchterung stellte sich indes nach einigen Wochen ein: Die Kamera staubt unglaublich schnell zu, nicht nur in der Hosentasche. Das vordere Sucherfenster ist so klein, dass man es kaum mit einem Wattestäbchen reinigen kann. Staub fanden wir sodann rund um den Innenring des Objektivtubus, obwohl die ganze Einheit bei jedem Ausschalten motorbetrieben zurück ins Gehäuse fährt und die vordere Objektivabdeckung mit zwei Lamellen geschützt wird. Der Blick in den Akkuschacht zeigte die Fusseln ebenfalls. Aber damit ist der größte Minuspunkt der Ixus schon genannt, vielleicht hatten wir ja ein Montagsgerät.

Immer wieder hat die Ixus positiv überrascht

Insgesamt hat uns die kleine Canon vor allem mit ihrer Bildqualität überzeugt. Sie ist bei den Fachzeitschriften mehrfach Testsieger geworden. Gelobt werden stets der hohe Dynamikumfang und die hohe Eingangsdynamik sowie die ordentliche Abbildungsleistung auch bei sehr kontrastreichen Motiven, ohne dass Lichter und Schatten Probleme bereiten. Wir können uns diesen Urteilen nur anschließen, das Gebotene ist spektakulär. So gelungene Außenaufnahmen haben wir mit einer so günstigen Kamera (Straßenpreis: 190 Euro) noch nie geschossen, immer wieder hat uns die Ixus positiv überrascht. Und wenn man zu Hause oder im Büro auf den eingebauten Blitz verzichten kann, sind auch die Innenaufnahmen eine Zier. Da liegen jedenfalls Welten zwischen dieser kompakten Spezialistin und dem, was ein noch so teures Handy mit Fotoabteilung liefert. Zugegeben: Bei Weitwinkelaufnahmen lässt die Bildqualität zu den Rändern hin nach, und es gibt Verzeichnungen bei mittlerer und kurzer Brennweite. Aber alles in allem macht dieser Apparat nicht nur als Zweitkamera eine gute Figur.

Canon hat seiner Ixus einen Bildstabilisator spendiert, der bei Tele-Aufnahmen gut vor Verwacklungen schützt. Der optische Dreifach-Zoom von 33 bis 100 Millimeter im Kleinbildformat bietet genug Spielraum, und gelegentlich konnten wir auch den verpönten Digitalzoom sinnvoll einsetzen, etwa um einen Feuerwehrmann ganz oben auf seiner Leiter formatfüllend zu erfassen. Ein weiterer Trick ist der „I-Contrast“, der ein Mehr an Zeichnung aus dunklen Bildbereichen herausholt, ohne die Gesamthelligkeit anzuheben. Je nach Motiv und Situation wählt die Ixus im Automatikprogramm einen von 18 Aufnahmemodi. Kurioserweise kann man gerade bei den Programmen alles Mögliche einstellen, selbst Kontrast und Farbsättigung, aber leider nicht Blende und Verschlusszeit.

Der Akku hält ungefähr 450 Aufnahmen lang durch

Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig, die Auslöseverzögerung ist sehr gering. Auch hier gilt: Das alles kann mit diesem Tempo keine einzige Handy-Kamera. Innenaufnahmen mit bis zu ISO 400 waren nahezu rauschfrei, und selbst bei ISO 800 sieht man meist kaum Rauschen. Dass der winzige CCD-Sensor (1/2,3 Zoll) mit 12 Megapixel auflöst, sei nur am Rande angemerkt, von dieser hohen Zahl sollte man sich nicht blenden lassen. Wir haben nach einigen Tagen auf die nächstniedrigere Stufe von 8 Megapixel heruntergeschaltet und keinen Qualitätsunterschied festgestellt. Gespeichert werden die Fotos auf einer SD-Karte, der Akku hält ungefähr 450 Aufnahmen lang durch. Zu den weiteren Extras gehört eine Videofunktion (720p, 30 Bilder je Sekunde), für die Wiedergabe am Fernsehgerät ist ein Mini-HDMI-Anschluss vorhanden. Die Videoqualität ist ganz ordentlich und kann mit einem günstigen Kamkorder durchaus mithalten, für den Ton gilt das freilich nicht.

Die Bedienung folgt den üblichen Canon-Standards mit einem Menü für weniger wichtige Dinge und einem zweiten Hauptmenü, das über die Funktionstaste aufzurufen ist. Für den Blitz, den Makromodus, den Selbstauslöser und die manuelle Belichtungseinstellung gibt es einige Schnellzugriffstasten. Die Tasten sind für Menschen mit großen Fingern etwas klein geraten, aber sonst bietet sich kein Anlass zur Kritik. Insgesamt hat uns die kleine Canon viel Freude bereitet. Die Zeitschrift „Chip“ meint, dass keine andere Kompaktkamera unter 200 Euro eine so gute Bildqualität liefert, und wenn es in erster Linie darauf ankommt, liegt man hier genau richtig.

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Jahrgang 1964, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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