Home
http://www.faz.net/-gyf-74m6r
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Bluetooth-Sprechapparat Größe kann auch ein Vorteil sein

Das Voyager Legend von Plantronics gehört mit seinem Mikrofonsteg und opulenten Ohrbügel zu den größeren Bluetooth-Headsets. Für 100 Euro gibt es feine Technik.

© Hersteller Vergrößern Ausdauernd: Plantronics Voyager Legend

Da gibt es keine Ausrede: Autofahren mit dem Handy am Ohr ist nicht nur verboten, sondern „uncool“. Für weniger als 50 Euro sind kleine Bluetooth-Freisprecher erhältlich, die ein freihändiges Telefonieren erlauben und zudem etliche Extras bieten: Mehrere Mikrofone plus Nebengeräuschunterdrückung sorgen für ordentlichen Klang, die Akkulaufzeit beträgt vier bis fünf Stunden, und die Apparate in der Form eines kleinen USB-Sticks lassen sich einhändig aus der Jackentasche holen und aufsetzen.

Michael Spehr Folgen:        

Wir haben uns jetzt ein etwas größeres und teureres Modell angesehen, das zwar nicht mit einem Handgriff arbeitsbereit auf dem Ohr sitzt, indes einige außergewöhnliche Finessen bietet. Das Voyager Legend von Plantronics kostet rund 100 Euro und gehört mit seinem herausgezogenen Mikrofonsteg und opulenten Ohrbügel zu den größeren Bluetooth-Headsets. Es ist mit 18 Gramm auch doppelt so schwer wie manches andere Gerät. Aber der Aufwand lohnt, selbst wenn man beide Hände zum Aufsetzen benötigt. Denn erstens beträgt die Akkulaufzeit im Gesprächsbetrieb bis zu sieben Stunden. Wer zwei, drei Telefonate am Tag führt, muss das Legend nur einmal die Woche neu betanken. Dazu taugt leider kein gewöhnliches Micro-USB-Ladeset, sondern ein fünfpoliger proprietärer Magnetadapter. Der Ladestand zeigt sich übrigens auch auf dem iPhone: Neben dem Batteriesymbol des Smartphones erscheint zu diesem Zweck ein zweiter Balken. Das ist kein Extra von Plantronics, sondern Bestandteil des iOS von Apple - nur wird es bislang von anderen Herstellern kaum genutzt.

Mehr zum Thema

Ungeachtet seiner Größe sitzt das Legend verblüffend gut auf dem Ohr, man spürt es kaum. Nach dem Aufsetzen und Einschalten wird man mit englischen Sprachansagen begrüßt. Man erfährt so die verbleibende Akkulaufzeit, und in Verbindung mit dem iPhone 5 wird sogar der Name des Anrufers vorgesprochen. Man kann ferner mit Sprachkommandos ein eingehendes Telefonat annehmen - oder ignorieren. Also keine Suche nach stets zu kleinen Headset-Knöpfchen. Das Legend lässt sich am Windows-PC auf die deutsche Sprache umrüsten, und es gibt eine erweiterte Sprachbedienung mit dem kostenpflichtigen Plantronics-Dienst „Vocalyst“, den wir hier im vergangenen Jahr vorgestellt hatten. Er lohnt sich unseres Erachtens nicht, zumal man mit diesem Headset nahezu alle Sprachkommandos von Apples kluger Assistentin Siri nutzen kann.

Der wichtigste Pluspunkt des neuen Plantronics ist seine exzellente Akustik in Verbindung mit der ausgezeichneten Nebengeräuschunterdrückung. Hier werden neue Maßstäbe gesetzt. Wer oft in lauter Umgebung telefoniert, hört den Unterschied sofort. Nur Windgeräusche werden nicht ganz perfekt eliminiert.

Zu den weiteren interessanten Details gehören die „Smart Sensoren“, die erkennen, ob das Headset getragen wird oder auf dem Tisch liegt - und das eingehende Telefonat „richtig“ weiterleiten. Eine Nanobeschichtung schützt vor Regen und Flüssigkeiten, sagt der Hersteller, und die Android-App „Find My Headset“ lässt das in Bluetooth-Reichweite befindliche Gerät mit einem Signalton schnell orten. Dass das Legend auch zur Musikwiedergabe mit Bluetooth A2DP geeignet ist, sei nicht verschwiegen. Im Büro kann man es also zur dezenten Musikwiedergabe nutzen. Last, not least lässt sich das Voyager auch mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden. Also ein insgesamt sehr empfehlenswertes Produkt, das manche Experten sogar als derzeit bestes Bluetooth-Headset bezeichnen. Für den Januar ist die Variante „UC“ angekündigt, die mit einem Bluetooth-Dongle eine leichtere PC-Anbindung erlauben soll.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Geschenketipps Zuhören, Weihnachtsmann!

Nur noch wenige Tage bis zum Fest. Deshalb hier noch einmal ein paar Geschenketipps für Weihnachten: von Kopfhörer bis Fernseher. Vielleicht hat sich das lange Warten gelohnt. Mehr Von Marco Dettweiler und Wolfgang Tunze

17.12.2014, 09:30 Uhr | Technik-Motor
Das kann das neue iPhone

Am Freitag kommen zwei neue iPhone-Modelle in die Geschäfte. F.A.Z.-Redakteur Michael Spehr durfte die Geräte vorab testen. Das ist seine Meinung. Mehr

17.09.2014, 05:49 Uhr | Technik-Motor
Mercedes-Benz C-Klasse Der neue Internetprofi

Das Bord-System in der neuen C-Klasse von Mercedes zeigt: Auch in der Kommunikationstechnik ist die Mittelklasse der Maßstab. Aber das Menüsystem quält sich mit vielen Altlasten. Mehr Von Michael Spehr

16.12.2014, 16:15 Uhr | Technik-Motor
140 Verbindungen annuliert

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa geht weiter. Die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat für Mittwoch zum Streik aufgerufen. Die Lufthansa hat in München 140 Verbindungen annulliert. Mehr

10.09.2014, 11:01 Uhr | Wirtschaft
Wetten, dass..? Die Chronik einer Fernseh-Schandtat

Bernd Fritz, damals Chefredakteur der Titanic, führte 1988 Thomas Gottschalk und sein Millionenpublikum hinters Licht. Vor der letzten Wetten, dass..?-Sendung an diesem Samstag erzählt er hier die Geschichte der Buntstift-Wette. Mehr

12.12.2014, 12:16 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.12.2012, 12:00 Uhr

Der Zauberzug

Von Rüdiger Abele

Magische Ereignisse auf einer Eisenbahntour von Stuttgart nach Aachen. Hat dieser Zug vielleicht einen Zeitsprung absolviert? Fahren wir in der Zukunft? Mehr 1

Hinweis
Die Redaktion