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Bluetooth-Sprechapparat Größe kann auch ein Vorteil sein

Das Voyager Legend von Plantronics gehört mit seinem Mikrofonsteg und opulenten Ohrbügel zu den größeren Bluetooth-Headsets. Für 100 Euro gibt es feine Technik.

© Hersteller Ausdauernd: Plantronics Voyager Legend

Da gibt es keine Ausrede: Autofahren mit dem Handy am Ohr ist nicht nur verboten, sondern „uncool“. Für weniger als 50 Euro sind kleine Bluetooth-Freisprecher erhältlich, die ein freihändiges Telefonieren erlauben und zudem etliche Extras bieten: Mehrere Mikrofone plus Nebengeräuschunterdrückung sorgen für ordentlichen Klang, die Akkulaufzeit beträgt vier bis fünf Stunden, und die Apparate in der Form eines kleinen USB-Sticks lassen sich einhändig aus der Jackentasche holen und aufsetzen.

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Wir haben uns jetzt ein etwas größeres und teureres Modell angesehen, das zwar nicht mit einem Handgriff arbeitsbereit auf dem Ohr sitzt, indes einige außergewöhnliche Finessen bietet. Das Voyager Legend von Plantronics kostet rund 100 Euro und gehört mit seinem herausgezogenen Mikrofonsteg und opulenten Ohrbügel zu den größeren Bluetooth-Headsets. Es ist mit 18 Gramm auch doppelt so schwer wie manches andere Gerät. Aber der Aufwand lohnt, selbst wenn man beide Hände zum Aufsetzen benötigt. Denn erstens beträgt die Akkulaufzeit im Gesprächsbetrieb bis zu sieben Stunden. Wer zwei, drei Telefonate am Tag führt, muss das Legend nur einmal die Woche neu betanken. Dazu taugt leider kein gewöhnliches Micro-USB-Ladeset, sondern ein fünfpoliger proprietärer Magnetadapter. Der Ladestand zeigt sich übrigens auch auf dem iPhone: Neben dem Batteriesymbol des Smartphones erscheint zu diesem Zweck ein zweiter Balken. Das ist kein Extra von Plantronics, sondern Bestandteil des iOS von Apple - nur wird es bislang von anderen Herstellern kaum genutzt.

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Ungeachtet seiner Größe sitzt das Legend verblüffend gut auf dem Ohr, man spürt es kaum. Nach dem Aufsetzen und Einschalten wird man mit englischen Sprachansagen begrüßt. Man erfährt so die verbleibende Akkulaufzeit, und in Verbindung mit dem iPhone 5 wird sogar der Name des Anrufers vorgesprochen. Man kann ferner mit Sprachkommandos ein eingehendes Telefonat annehmen - oder ignorieren. Also keine Suche nach stets zu kleinen Headset-Knöpfchen. Das Legend lässt sich am Windows-PC auf die deutsche Sprache umrüsten, und es gibt eine erweiterte Sprachbedienung mit dem kostenpflichtigen Plantronics-Dienst „Vocalyst“, den wir hier im vergangenen Jahr vorgestellt hatten. Er lohnt sich unseres Erachtens nicht, zumal man mit diesem Headset nahezu alle Sprachkommandos von Apples kluger Assistentin Siri nutzen kann.

Der wichtigste Pluspunkt des neuen Plantronics ist seine exzellente Akustik in Verbindung mit der ausgezeichneten Nebengeräuschunterdrückung. Hier werden neue Maßstäbe gesetzt. Wer oft in lauter Umgebung telefoniert, hört den Unterschied sofort. Nur Windgeräusche werden nicht ganz perfekt eliminiert.

Zu den weiteren interessanten Details gehören die „Smart Sensoren“, die erkennen, ob das Headset getragen wird oder auf dem Tisch liegt - und das eingehende Telefonat „richtig“ weiterleiten. Eine Nanobeschichtung schützt vor Regen und Flüssigkeiten, sagt der Hersteller, und die Android-App „Find My Headset“ lässt das in Bluetooth-Reichweite befindliche Gerät mit einem Signalton schnell orten. Dass das Legend auch zur Musikwiedergabe mit Bluetooth A2DP geeignet ist, sei nicht verschwiegen. Im Büro kann man es also zur dezenten Musikwiedergabe nutzen. Last, not least lässt sich das Voyager auch mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden. Also ein insgesamt sehr empfehlenswertes Produkt, das manche Experten sogar als derzeit bestes Bluetooth-Headset bezeichnen. Für den Januar ist die Variante „UC“ angekündigt, die mit einem Bluetooth-Dongle eine leichtere PC-Anbindung erlauben soll.

Quelle: F.A.Z.

 
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