20.03.2008 · Hier sind zwei klangstarke Spielpartner für iPod und PC: Tolle Resultate mit unterschiedlichen Konzepten von dem iTeufel aus Berlin und dem Mako von Razer. So macht Lautstärke wieder Spaß - wenn das nötige Kleingeld vorhanden ist.
Von Wolfgang TunzeMan muss Opas HiFi-Anlage gar nicht für tot erklären, um sich an modernen Utensilien zu erfreuen, die dem iPod oder dem PC zu kräftiger Stimme verhelfen. Zwei Lösungen für ebendiese Zwecke haben wir uns in den vergangenen Wochen immer wieder angehört, womit wir schon subtil andeuten, dass es unangenehmere Pflichten im Berufsleben gibt. Das erste Lautsprecher-Set zählt zur Gattung des iPod-Zubehörs, ist in den klassischen Apple-Farben Schwarz und Weiß zu haben und stammt vom bekannten Berliner Boxen-Versender Teufel (www.teufel.de, Preis 199 Euro).
Die Hauptkomponente dieses Geräts - es heißt, wer konnte das ahnen, iTeufel - enthält je ein Zweiwege-Lautsprechersystem für den rechten und den linken Kanal, die unverzichtbare Universal-Dockingstation für alle gängigen iPod-Modelle und natürlich die nötige Verstärkerelektronik. Neben dem iPod kommt auch noch eine andere Quelle als Musiklieferant in Frage; eine Klinkenbuchse auf der Rückseite nimmt die Signale entgegen. Die Bässe delegiert die Teufel-Anlage an einen separaten, aktiven Tiefton-Lautsprecher, der sich mit einem Regler in der Lautstärke anpassen lässt.
Ausgewogen und voluminös
Von der Membran dieses schlichten, mit einer Aluminium-Oberseite verzierten Aggregats sieht man gar nichts: Der Schall entweicht so diskret wie möglich durch einen schmalen Schlitz auf der Rückseite des Gehäuses. Eine handliche Fernbedienung steuert alle wichtigen Funktionen der kompakten Musikanlage: Sie manövriert durch den Musikvorrat des angestöpselten iPod, stoppt, startet oder lässt den Player zum nächsten Lied springen. Und wenn sie die Lautstärke regelt, dreht sich der zuständige, zart blau beleuchtete Drehknopf am Gerät wie von Geisterhand mit.
Die Teufel-Lautsprecher vertonen das iPod-Repertoire souveräner als alles, was wir bisher an vergleichbaren Kleinkalibern gehört haben. Schon ohne Unterstützung durch den separaten Tiefton-Quader klingt das iTeufel-System erstaunlich ausgewogen und voluminös. Spielt der Bassist in den unteren Frequenzregionen mit, bringt er sich ganz unaufdringlich, beinahe unauffällig ins Klanggeschehen ein. So ergibt sich ein schöner, harmonischer Gesamtklang mit wohldosierten, maßvollen Höhen und sauberen Bässen, dem man gern stundenlang lauscht - exakt zugeschnitten auf Ohren, die noch gelungene Schallwandler von trostlosen Multimedia-Tröten unterscheiden können.
Geschmückt mit dem Qualitätskürzel THX
Ohne Ecken und Kanten tritt auch das zweite Lautsprechersystem an - jedenfalls, was seine Gehäuseformen betrifft: Lauter Rundungen bestimmen das Erscheinungsbild der PC-Lautsprecher Mako. Sie stammen von Razer, einem kalifornischen Lieferanten von Computerzubehör für Videospieler. Ob wohl auch musisch gesinnte iTunes-Hörer mit den tönenden Pilzköpfen zurechtkommen? Diese Frage stand für uns im Vordergrund. Wir verfolgten sie schon deshalb mit besonderer Neugier, weil die Razer-Rundlinge sich mit dem Qualitätskürzel THX schmücken, einem Gütesiegel, das sonst eher an Heimkino-Anlagen mit ausgewiesenen akustischen Fähigkeiten klebt.
In diesem Fall signalisiert es gemeinsame Entwicklungsarbeit: Die THX-Spezialisten haben ungewöhnliche Konstruktionsideen in das Razer-Projekt eingebracht. So blasen alle drei Schall-Knubbel - der gemeinsame Basslautsprecher ebenso wie die beiden Stereosatelliten - den Ton durch schmale, rundum angeordnete Schlitze nach unten. Für die Satelliten bedeutet das: Sie zielen darauf ab, die Tischplatte als Reflexionsfläche zu nutzen und damit den Wirkungsgrad zu erhöhen. Ihre Rundum-Abstrahlung soll darüber hinaus helfen, relativ unabhängig von der Hörposition ein breites Stereopanorama zu erzielen.
Lautstärke ist kein Problem
Die Verstärkerelektronik des Lautsprecher-Trios sitzt im Bassgehäuse. Hier docken auch die analogen Tonquellen an - entweder über die üblichen Cinch-Anschlüsse oder über eine Klinkenbuchse. Einen weiteren Klinkeneingang und eine Kopfhörerbuchse hält die Steuereinheit bereit, eine kreisrunde Scheibe mit Berührungssensoren, die unter anderem die Programmquellen wählen und die Lautstärke regeln. Dass die Razer-Pilze für Spieler gezüchtet wurden, merkt man deutlich, nicht zuletzt an ihrer beachtlichen Pegelfestigkeit: Lautstärke ist für das Lautsprecher-Trio kein Problem, es macht in dieser Hinsicht fast alles mit, ohne zu verzerren. Fliegt auf dem Bildschirm nach einem gelungenen Blattschuss ein gegnerisches Tanklager in die Luft, dann lässt der Tieftöner es so richtig herzerfrischend krachen.
Aber die Razers sind durchaus keine Krawallschachteln: Auch sie dokumentieren sorgfältige Abstimmung, die sich mit subtilerem Musikprogramm erst vollständig erschließt. Für die iTunes-Archive sind die drei Lautsprecher-Pilze eine tolle Wahl. Nur einen Haken hat die Sache: Fast 400 Euro verlangt der Händler für das THX-geadelte Dreiergestirn. Und das ist selbst für sehr gute PC-Lautsprecher ein happiger Preis.