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April, April! : Deutsche Rechtschreibung wird abermals reformiert

  • -Aktualisiert am

Wir Deutschen aber fangen an mit QWERTZ und brauchen rechterhand um das P herum noch unsere Umlaute und das ß. Bild: ddp

Die Deutsche Gesellschaft für Sprache im Technischen Zeitalter (DGSTZ) plant in Berlin zusammen mit den knapp zwanzig Kultusministerien eine Reform. Dabei wird das Deutsche an globale Gegebenheiten angepasst.

          Nicht erst auf der Computermesse Cebit war es wieder einmal zu sehen: Wer auf seinem Smartphone oder seinem Tablet eine rasche Nachricht in die auf dem Bildschirm eingespiegelte virtuelle Tastatur tippt, sieht es alle Tage. Die Welt benutzt Tatstaturen, die links oben unter den Ziffern mit der Buchstabenreihe QWERTY beginnen. Und diese Reihe endet rechts mit IOP. Wir Deutschen aber fangen an mit QWERTZ und brauchen rechterhand um das P herum noch unsere Umlaute und das ß.

          Was hat man nicht schon alles technisch versucht, um uns zu helfen! Statt des ß ein β eingeschmuggelt. Oder es wurden so ähnlich wie die französischen Akzente mit einer nicht weiter schaltenden Taste die Trema-Pünktchen im Zwei-Schritt-Verfahren über die Vokale geschafft. Nun aber wird die erste sanfte Reform der deutschen Rechtschreibung in diesem Jahrhundert uns das Tippen auf internationalen Tastaturen erleichtern. Das ist vor allem im Hinblick auf die virtuellen Tasten zu begrüßen, die sich nicht so einfach mit einer App wie anno dazumal mit keybgr.com umpolen lassen.

          Zwanzig Kultusministerien planen die Reform

          Die Deutsche Gesellschaft für Sprache im Technischen Zeitalter (DGSTZ) plant in Berlin zusammen mit den knapp zwanzig Kultusministerien die Reform. Sie stützt sich dabei in erster Linie auf Erfahrungen bei der letzten Rechtschreibreform. Vor allen Dingen ist von Anfang an die rege Beteiligung der Schreibenden vorgesehen. Die Anpassung des Deutschen an globale Gegebenheiten soll mit dem Verzicht auf das „scharfe S“ beginnen, danach sollen aber auch zügig die Umlaute Ä, Ö, und Ü entfallen. Dass sie auch den internationalen Austausch behindern, etwa bei E-Mail-Adressen, ist offensichtlich. Jährlich gehen nach Berechnungen der DGSTZ mehrere hunderttausend Arbeitsstunden verloren, weil IT-Systeme Adressen oder Passwörter zurückweisen, die deutsche Umlaute enthalten. Der Wandel beim ß erscheint völlig unproblematisch. Schließlich schreiben beispielsweise die Schweizer immer schon bequem ohne ß und setzen dafür ss: ein Maß ist ihnen ein Mass.

          Ähnlich sanft soll der Ersatz für die Umlaute erfolgen. Für ä wird einfach e gesetzt, zumal ä im Schriftsatz selten genug vorkommt: statt Käse einfach Kese, so etwas stört nicht und beseitigt nebenbei Zweifelsfälle wie Kelten oder Kälten? Das Ü wird durch das sonst wenig gebrauchte und ehnlich klingende Y ersetzt, sagt man doch heute bereits Üpsilon. An Myller, Rystung und Haustyrschlyssel werden wir uns bald gewöhnen. Der kritischste Umlaut ist das ö, denn dafyr gibt es keine lautliche Entsprechung; es soll mit oh ersetzt werden, hohchst gewohnungsbedyrftig aber durchaus esthetisch schohn.

          Weitere Vorschlege betreffen den im Deutschen allerumstendlichsten Laut, das sch. In keiner Sprache werden dafyr drei Zeichen verwandt, fyr den Laut tsch sogar ganze vier. Da Akzente wie der Hatschek in den sydslawischen Spraschen vermieden werden myssen, ist zunechst wie im Englischen eine Kyrzung des sch zu sh vorgesehen, also Shule statt Schule. Shuttle shreibt man ja shon heute so. Tsch wird man wahlweise Tsh oder Tch shreiben dyrfen, wie bereits bei Tchibo. Speter soll tch weiter gekyrzt werden, etwa zu einem blossen C, das heute im Shriftsatz bei original deutschen Wohrtern nur im Zusammenhang von ch vorkommt, reine Ressoursenvershwendung. Doch bis wir effizient Cule und Caclik schreiben werden, mag es noch manches Jehrchen dauern. Caun wir mal.

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