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Apple iPhone 5 : Mainstream-Produkt für jedermann

Der neue Dock-Connector mit 8 Pin Bild: Apple

Vorreiter Apple wird nun zum Qualitätshersteller: Das iPhone 5 ist ein gutes Smartphone für jedermann. Es ist ein besonders wertstabiles Mainstream-Produkt mit einem zu hohen Preis. Aber auch nicht mehr.

          Wird das neue iPhone 5, das am Mittwoch in San Francisco vorgestellt wurde, ein Erfolg? Daran gibt es nicht den geringsten Zweifel. Wenn es am 21. September auch in Deutschland erhältlich ist, werden sich wieder einmal lange Schlangen vor den Apple-Läden bilden, und am 24. oder 25. September wird Cupertino stolz verkünden, dass bereits in den ersten Tagen fünf Millionen Geräte verkauft wurden. Zum Marktstart des iPhone 4S vor einem Jahr waren es vier Millionen Geräte in drei Tagen. Einige Analysten erwarten bis Ende September zwischen zehn und zwölf Millionen Geräte, und die Zahl könnte im Weihnachtsquartal nach Prognosen von J.P. Morgan auf 40 Millionen iPhone 5 anwachsen. Unlängst hat Phil Schiller, Apples Marketingchef, bekanntgegeben, dass jedes neue Apple-Smartphone die kumulierten verkauften Stückzahlen aller bisherigen Vorgänger erreicht. So gesehen müsste man beim iPhone 5 mit mehr als 250 Millionen verkauften Einheiten in den kommenden zwölf Monaten rechnen. Zahlen, bei denen einem schwindlig werden kann.

          Da liegt es nun in seiner vollen Länge: das iPhone 5 Bilderstrecke
          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch geht Apples Strategie auch diesmal auf? Die Präsentation am Mittwoch war entsetzlich lang, und beim neuen iPhone 5 wurde nichts gezeigt, was die Gerüchteküche des Internet nicht bereits angekündigt hatte. Dass es größer als alle Vorgänger wird, dass die Bildschirmdiagonale von 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) auf 4 Zoll (10,2 Zentimeter) wächst und die Auflösung damit 1136 x 640 Pixel im 16:9-Format beträgt, das wussten alle Insider schon vorab. Auch der neue, kleinere Dock-Anschluss machte bereits die Runde, er heißt Lightning und freut die Hersteller von sämtlichem Apple-Zubehör. Den superschnellen Datenfunk LTE hatte man bereits vor einem Jahr im iPhone 4S erwartet. Jetzt ist er an Bord, aber nur für eines der drei deutschen LTE-Frequenzbänder. Das iPhone 5 ist im Unterschied zum Vorgänger kein Welt-Phone, sondern kommt wieder in unterschiedlichen Varianten. Die europäische unterstützt LTE im Bereich von 1800 Megahertz. Davon profitieren allein die Telekom-Kunden in derzeit 60 Großstädten (siehe Grafik). Wer bei Vodafone oder O2 seinen Vertrag hat, bleibt außen vor - und nimmt besser ein LTE-Gerät der Konkurrenz.


          Städte auf einer größeren Karte anzeigen

          Dass es kleine Verbesserungen der Kamera gibt, die wie gehabt mit acht Megapixel auflöst, ist keine Weltsensation. Apple spricht von schöneren Fotos bei wenig Licht, zeigte aber keine Beispielaufnahmen. Vielleicht auch deshalb nicht, weil Nokia in der vorvergangenen Woche seine neuen Top-Geräte für das Windows-Phone-Betriebssystem präsentierte, die Abends oder im Dunklen geradezu fantastische „low light“-Schnappschüsse erlauben. Kann sich die Kamera des iPhone 5 am Nokia Lumia 920 mit seiner Pureview-Technik messen? Allein für diese Frage werden einen die Apple-Fans steinigen. Denn vor fünf Jahren war das erste iPhone allen anderen Mitbewerbern kilometerweit voraus. Insbesondere Nokia. Dieser Vorsprung bei den technischen Details und den großen Linien der Systemkonzeption ist dahin. Auch beim Design übrigens, man werfe abermals einen Blick auf Windows Phone.

          Die Kamera ist kleiner geworden, hat aber weiterhin 8 Megapixel

          Aus dem Vorreiter Apple wird nun ein Qualitätshersteller, der zu hohen Preisen besonders wertstabile Mainstream-Produkte für jedermann anbietet. Man weiß: Das iPhone ist ein gutes Produkt, man kann getrost zugreifen und macht nichts verkehrt. Deshalb wird das iPhone 5 ein Erfolg.

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