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Apple Ein iPhone ohne Wow-Effekt

Am Mittwochabend hat Apple in San Francisco das iPhone 5 vorgestellt. Es ist dünner, leichter und hat ein größeres Display. Bahnbrechende Innovationen sehen anders aus.

© Apple Vergrößern Da liegt es nun in seiner vollen Länge: das iPhone 5

Nun ist es also da: das iPhone 5. Und so heißt es auch. Tim Cook hat es soeben in San Francisco vorgestellt. Es ist der Nachfolger des ein Jahr alten iPhone 4S und das sechste Modell seit dem Marktstart 2007. Konnte Apple auch dieses Mal überzeugen und bei der Fangemeinde und den Journalisten einen Wow-Effekt auslösen?

Apple Bild 9 Schwarz und weiß bleiben die Farben des iPhones © Apple Bilderstrecke 

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Die Zäsur ist die neue Bauform. Das Gehäuse besteht komplett aus Glas und Aluminium, und das neue in den Farbtönen Schwarz/Silber oder Weiß/Graphit ist ein Fünftel dünner (7,6 Millimeter), leichter (112 Gramm) und fast einen Zentimeter höher als die Modelle 4 und 4S. Kamen bislang Anzeigen mit einer Displaydiagonale von 3,5 Zoll (8,9 Zentimeter) zum Einsatz, sind es nun 4 Zoll (10,2 Zentimeter). Aus dem alten Seitenverhältnis von 3:2 wird nun ein hagerer Hüne im Format 16:9.

Apple hat sich an der Quadratur des Kreises versucht. Einerseits bringen alle aktuellen Android-Smartphones größere Anzeigen mit: 4,8 Zoll und eine Auflösung von 1280 x 720 Pixel beim Samsung Galaxy S3 oder gar 5,5 Zoll beim riesigen Galaxy Note 2. Die opulenten Displays werden von den Kunden goutiert, obwohl die entsprechenden Geräte andererseits kaum noch in die Hosentasche passen. Die von Apple gewählten 4 Zoll kommen dem Publikumsgeschmack ein Stück entgegen, aber das neue Seitenverhältnis lässt das iPhone 5 trotzdem schlank erscheinen.

Indes hätte sich mancher wohl mehr als die jetzt angekündigten 1136 x 640 Pixel gewünscht. In der Bildschirmbreite ändert sich nämlich nichts – das iPhone 4 und 4S haben 960 x 640 Pixel – nur passt eine weitere Icon-Reihe auf den Bildschirm. Die hauseigenen Apps wie iPhoto, iMovie oder GarageBand hat Apple für die neue Größe bereits angepasst. Andere Apps werden vom neuen iPhone automatisch zentriert. Wie gehabt verwendet Apple für den Bildschirm die IPS-Technik, die im Unterschied zu einer Amoled-Anzeige auch bei hellem Sonnenlicht ablesbar bleibt, aber nicht die satten Schwarzwerte der Konkurrenz liefert. Allerdings verspricht Apple 44 Prozent mehr Farbsättigung.

Neuer Dock-Anschluss mit 8 Pin

Eine weitere optische Neuerung zeigt die Rückseite. Zwei abgesetzte Streifen am oberen und unteren Rand sowie eine Aluminiumeinfassung in der Mitte sind der Unterschied zum monolithischen Rückseitendesign der Vorgänger. Wichtiger für Kunden und die Zubehörindustrie ist indes die vollkommen neu gestalte Unterseite. Ein kleinerer Dock-Anschluss (nicht kompatibel zu Micro USB) mit 8 Pins und höherer Übertragungsgeschwindigkeit ersetzt den bisherigen mit 30 Pins. Apple nennt den neuen Anschluss Lightning.

Was die Hersteller von Apple-Accessories freuen dürfte, wird bei den Besitzern von iPhone-kompatiblen Audio- und Freisprechanlagen für Kopfschütteln sorgen. Zwar gibt es einen Adapter, aber rund 50 Millionen Geräte mit altem Apple-Anschluss werden damit über kurz oder lang zu teurem Elektroschrott. Von iPhone-Ladeschalen im Auto wollen wir gar nicht reden. Dass der Kopfhöreranschluss (im gewohnten 3,5-Millimeter-Format) von der Ober- auf die Unterseite gerückt ist, sei nur am Rande angemerkt. Ein weiterer Bruch mit bewährten Standards ist die Nano-Sim-Karte, sie etwas kleiner als die Micro-Sim, und der erforderliche Kartentausch ist ein Ärgernis.

Kamera mit 8 Megapixel und neuer Ohrhörer

Die Kamera des iPhone 5 löst wie beim Vorgängermodell 4S mit 8 Megapixel auf. Bei schwachem Licht (“low light“) soll sie nun bessere Bilder machen. Neu sind ferner die Panorama-Funktion sowie die Möglichkeit, Fotos auch während einer laufenden Videoaufnahme zu schießen.

Apple hat das Design der beiliegenden Ohrhörer verändert. Die sogenannten EarPods sitzen angeblich besser, sind strapazierfähiger und bieten laut Apple einen besseren Klang.

A6-Prozessor und Akkulaufzeit

Im Innern des neuen iPhone befeuert ein A6-Prozessor die Maschinerie, der Vorgänger 4S setzte auf den A5 (einen ARM Cortex A), und das iPad 3 auf den mit 1 Gigahertz getakteten A5X Dual Core mit Quad-Core-Grafikeinheit. Der neue Chip im iPhone 5 soll doppelt so schnell sein, auch bei der Grafik.

Ungeachtet des schnelleren Prozessors gibt Apple eine leicht erhöhte Akkulaufzeit beim iPhone 5 an: 225 Stunden im Standby. Beim Vorgänger 4S wurde eine Akkulaufzeit von 200 Stunden kommuniziert, so dass man davon ausgehen kann, dass das neue Gerät im normalen Gebrauch so lange durchhält wie das alte:, rund ein bis anderthalb Tage.

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Veröffentlicht: 12.09.2012, 22:02 Uhr

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