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Agenda 2013 : Sendeschluss

Wer sich bisher an vielen Stellen des Netzes heimelig eingerichtet hatte, steht jetzt vor der Grundsatzentscheidung: Ein Leben ohne die Großen der Netzwelt?

          Das Internet ist weder ein rechtsfreier Raum noch ein Ort grenzenloser Freiheit. Das noch junge Jahr der Webwelt steht vielmehr unter der Maxime der Abschottung durch geschlossene Ökosysteme. Google, Microsoft, Apple, Amazon, Twitter und Facebook fühlen sich stark genug, neue Mauern zu errichten. Man will Verbindungslinien von einem Dienst zum anderen kappen. Alles nur noch aus einer Hand. Ein Tweet darf Twitter nicht mehr verlassen. Android-Software für das Kindle Tablet wird von Amazon handverlesen. Google-Nutzer dürfen ihre Daten nicht mehr mit einem Microsoft-Smartphone und Exchange Active Sync austauschen. Die Beispiele sind Legion. Druck und Zwang bestimmen die Agenda 2013, vor allem bei Google.

          Wer sich in den vergangenen Jahren an vielen Stellen des Netzes heimelig eingerichtet hatte, steht jetzt vor Grundsatzentscheidungen: Auf Googlemail oder das von Windows Phone betriebene Lumia 920 verzichten? Bleiben und in den sauren Apfel beißen - oder umziehen? Die unbeschwerte Leichtigkeit ist dahin. Während die Apps bunt schillern wie nie, werden Möglichkeiten und Chancen fortwährend reduziert. Nun treten Abhängigkeiten und Grenzen zutage, die man bislang gern verdrängt hat. Ein Leben ohne die Großen der Netzwelt? Das hieße ja, das Undenkbare zu denken.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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