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Abkürzung Ro 80 und Max

Müssen sich Oldtimer-Fans, die ein Auto oder ein Zweirad der Marke NSU haben, darauf gefasst machen, als Neonazis verdächtigt oder gar beschimpft zu werden?

Müssen sich Oldtimer-Fans, die ein Auto oder ein Zweirad der Marke NSU - vom Prinz bis zum Ro 80, von der Quickly bis zur Max - hegen und pflegen, künftig darauf gefasst machen, als Neonazis verdächtigt oder gar beschimpft zu werden? Die Befürchtung ist so abwegig nicht: erst recht, seit die Stadt Nürnberg jetzt angekündigt hat, ihre auf N-SU zugelassenen Autos mit geänderten Kennzeichen zu versehen und damit ihr stolzes „N“ vor Beschädigung durch andere Lettern zu bewahren. „Die Buchstabenkombination N-SU hat eine schlimme Bedeutung erhalten“, meint der Oberbürgermeister zu wissen. Ja, wer hat ihr denn zu dieser schlimmen Konnotation verholfen?

Wenn der gemeinte Neonazi-Haufen die Abkürzung selbst für sich genutzt hätte, dann wäre es Pflicht gewesen, sie wegen ihrer bislang keineswegs schlimmen, sondern automobilhistorisch positiven Bedeutung gar nicht erst weiter zu verwenden. Und wenn man das Kürzel den braunen Verbrechern nachträglich zugeordnet hat, wird die Sache noch skandalöser: Denn dann hat man aktiv und wissentlich einen guten alten Namen beschmutzt. Leider haben sich alle Medien dieser Verunglimpfung angeschlossen, weil die Abkürzung so schön handlich ist. Handlich gewiss, aber keinesfalls schön: für alle, denen der Name NSU etwas anderes bedeutet als eine Mörderbande.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 21.11.2012, 19:10 Uhr

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Von Michael Spehr

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