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Veröffentlicht: 30.07.2012, 12:00 Uhr

Ab ins Wasser Tipps für die Schnorchel-Ausrüstung

Schnorcheln ist ein simpler Sommerspaß. Man braucht nicht viel Ausrüstung, aber das wenige sollte etwas taugen. Es gibt große Unterschiede. Viel Geld muss auch für die Markenware nicht ausgegeben werden.

von Dieter Wanke
© Hersteller Wer schnell friert, nimmt einen langen Anzug

Wasser lockt im Sommer fast jeden an. Verspricht doch das erfrischende Nass zwischen intensivem Sonnenbaden angenehme Abkühlung und Entspannung. Dabei lohnt auch ein Blick unter die Oberfläche. Denn hier wartet eine andere Welt, die es zu entdecken gilt. Eine kleine Grundausrüstung genügt, und das Tor in die Unterwasserwelt ist geöffnet.

Scharf sieht man nur durch eine Maske, denn Wasser hat einen anderen Brechungsindex als Luft. Ohne Luft zwischen den Augen und dem Wasser ist alles nur unscharf. Mit einer Schwimmbrille funktioniert das nicht, denn damit ist der nötige Druckausgleich, der durch den steigenden Wasserdruck bei zunehmender Tiefe erforderlich wird, nicht möglich. Eine Maske zum Abtauchen muss deshalb die Nase für den Druckausgleich mit einschließen.

Schnorchel /  Brillen © Dieter Wanke / terrapicture Vergrößern Masken müssen passen, ein geringes Innenvolumen ist vorteilhaft

Um beim entspannten Liegen auf der Wasseroberfläche noch atmen zu können, ist außerdem ein Schnorchel nötig. Ergänzt wird die Ausrüstung durch Flossen, denn ohne die Schwimmhilfen kommt man mit dem begrenzten Luftvorrat in den Lungen nicht sehr weit. Mit Flossen sind einige Meter Tiefe auch für Anfänger drin. Taucher nennen eine solche Grundausstattung aus Maske, Schnorchel und Flossen ABC-Ausrüstung. Damit kann jeder ohne aufwendige Technik die Unterwasserwelt erkunden.

Schon in den Anfangsjahren des Sporttauchens hat sich daraus eine eigene Sportart entwickelt, das Apnoe-Tauchen. Hier geht es zum Teil um Tiefenrekorde und möglichst langes Anhalten der Luft. Für Normalschnorchler stehen dagegen der Spaß und das Beobachten der Lebewesen, die sich im Wasser tummeln, im Vordergrund. Mit etwas Übung erreichen gute Schnorchler durchaus zehn Meter Wassertiefe und mehr. Wichtig dabei ist der Druckausgleich im Innenohr und den Nebenhöhlen. Der muss durch Zuhalten der Nase und leichtes Eindrücken von Luft hergestellt werden. Bei manchen Menschen klappt das nicht sehr gut, weil die Verbindungsröhren zu eng sind. Dann sollte man nicht schnorcheln. Gleiches passiert bei Erkältungen. Auch dann darf nicht getaucht werden, denn das angeschwollene Gewebe macht den Druckausgleich oft unmöglich. Im Zweifel sollte man einen Arzt befragen.

Schnorchel / Luft © Hersteller Vergrößern Mit den einfachsten Schnorcheln gibt es am wenigsten Probleme

Große Unterschiede gibt es bei der Ausrüstung. Das Angebot ist auf den ersten Blick unübersichtlich. Im Sommer haben selbst Lebensmittel-Discounter komplette Sets für Anfänger im Sortiment. Beim Erwerb solcher Billigware ist allerdings Vorsicht geboten, weil sie das Wichtigste oft nicht bietet: eine perfekte Passform. Mit einer schlecht sitzenden Ausrüstung hält sich die Freude in Grenzen. Wenn ständig Wasser in die Maske eindringt oder das viel zu harte Mundstück des Schnorchels am Zahnfleisch reibt, macht Schnorcheln keinen Spaß. Passt jedoch die Flosse wie der bequeme Hausschuh und dichtet die Maske aus weichem Silikonkautschuk einwandfrei, dann ist die Ausrüstung schnell vergessen und man kann sich auf das Entdecken der Unterwasserwelt konzentrieren.

Im Fachgeschäft können in aller Ruhe mehrere Modelle verschiedener Marken auf die optimale Passform geprüft werden. Bei der Maske sollte auf weiche Dichtflächen geachtet werden. Sie muss ohne Anlegen des Halteriemens bei leichtem Andrücken sitzen, ohne vom Gesicht zu fallen. Funktioniert das nicht, sollte ein anderes Modell probiert werden. Die Nase sollte bequem im Nasenerker Platz haben und nirgends anstoßen. Außerdem sollte der Riecher für den nötigen Druckausgleich beim Abtauchen in größere Tiefen gut mit Daumen und Zeigefinger zu fassen sein. Ein geringes Innenvolumen ist außerdem vorteilhaft, weil dann bei zunehmendem Druck in der Tiefe weniger Luft aus den Lungen in die Maske gelassen werden muss.

Schnorchel / Flosse blau © Hersteller Vergrößern Kurze Flossen bringen kaum Vortrieb, besser sind mittlere Längen

Der große Vorteil von Markenware ist auch die Versorgung mit Ersatzteilen. Reißt mal ein Riemen oder geht ein Glas kaputt, liefert der Fachhandel Ersatz. Außerdem gibt es dort auch Masken, die mit optischen Gläsern ausgestattet werden können - ein unschlagbarer Vorteil für Brillenträger. Schnorchel werden mit oder ohne Ausblasventil angeboten. Die Ventile sind nicht immer von Nutzen. Sie erleichtern zwar das Ausblasen etwas, sind beim schnellen Schwimmen aber manchmal auch hinderlich und ein Ärgernis, wenn sie nicht richtig dichthalten. Bei einem einfachen Schnorchel ohne Ventile muss zwar nach dem Auftauchen etwas stärker hineingeblasen werden, um die Wassersäule zu entfernen, aber es gibt auch keine Schwierigkeiten mit der Technik. In Schnorcheln mit Faltschläuchen bleibt oft Restwasser zurück, das dann beim Atmen an der Oberfläche stört. Wichtig dagegen ist ein gut passendes, bequem sitzendes Mundstück aus weichem Silikonmaterial.

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