Er ist das Symbol der Fliegerei unserer Tage, und obwohl Airbus mit dem A 380 das größte Passagierflugzeug der Welt gebaut hat, redet noch immer jedermann ehrfürchtig vom Jumbo. Die elegante Boeing 747 hat über Jahrzehnte den Himmel geprägt, für Piloten war sie das Ziel der fliegerischen Karriere. Doch langsam heißt es Abschied nehmen, die 747 ist, wenn nicht noch ein technisches Wunder geschieht, ein Auslaufmodell. Über den Atlantik fliegen fast nur noch zweistrahlige Jets, seit deren Triebwerke so leistungsfähig sind, dass im Notfall fünf Stunden lang mit nur einem geflogen werden kann. Weite Strecken nach Asien, die mit vier Triebwerken zurückgelegt werden, übernimmt immer stärker der leistungsfähigere Airbus A 380.
Selbst in der neuen Version als 747-8 kommt die Boeing nach Aussagen vieler Piloten und Fluggesellschaften nicht an den Airbus heran. Singapore Airlines mag als Trendsetter gelten. Die Gesellschaft war einst diejenige mit der größten 747-Flotte, noch im Jahr 2003 hatte sie 51 im Dienst, 12 davon als Frachter. Heute fliegt nur noch eine Passagiermaschine, und die wird in wenigen Wochen ausgemustert. Am Flughafen Frankfurt erhöht der Betreiber Fraport bis 2015 die Zahl seiner A-380-fähigen Anlegebrücken von 11 auf 18. Und im Auftragsbuch von Boeing herrscht unter der Rubrik "747" gähnende Leere. Allein die Lufthansa setzt nennenswert drauf und hat zwanzig 747-8 bestellt. Wenigstens wird die Frachterversion recht gut angenommen. Das mag die Freunde des Jumbo trösten, und auch die Tatsache, dass er dank der langen Flugzeuglebensdauer noch viele Jahre zu sehen sein wird. Als, wenn man so will, alternder Onkel Ju.