14.02.2012 · Ohne große Not kündigte Verkehrsminister Ramsauer vergangene Woche eine Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei an. Die ist zunächst kompliziert.
Von Boris SchmidtÄndere niemals ein siegreiches Team. Die alte Weisheit aus dem Sport scheint für Verkehrsminister Ramsauer nicht zu gelten. Ohne große Not kündigte er vergangene Woche eine Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei an: Nur noch 8 statt 18 Punkte bis zum Entzug des Führerscheins, dafür nur noch maximal zwei Punkte je Vergehen. Das ist auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, weil verschiedene Taten unterschiedlich bewertet gehören. Nur noch ein oder zwei Punkte scheinen ein zu grobes Raster. Bislang reichte die Staffelung von einem Punkt bis gar deren sieben. Zu begrüßen ist das Ansinnen, die Punkte einzeln verjähren zu lassen. Bisher blieb der Eintrag erhalten, wenn ein neuer dazugekommen war, wurde aber immerhin spätestens nach fünf Jahren (einzeln) gelöscht.
Das ist wirklich zu kompliziert. Gewiss, kein Autofahrer mag die Kartei in Flensburg, und für fast jeden wiegt der Punkt schwerer als die Geldstrafe, aber ohne Zweifel trägt die Kartei (seit 1974) zur Sicherheit auf unseren Straßen bei, weil sie schlichtweg diszipliniert. Das mag der Einzelne nicht mögen, der Allgemeinheit tut es gut. Will man etwas ändern - sprich vereinfachen, was an sich lobenswert ist - sollte man es mit Bedacht tun und nicht mit dem groben Klotz. Eine Staffelung von wenigstens einem bis drei Punkten scheint sinnvoller und wäre immer noch leichter zu verstehen als bisher.
Fair Play sieht anders aus
Gerhard Finsterbusch (bahlsen)
- 15.02.2012, 20:34 Uhr