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Veröffentlicht: 10.09.2013, 07:00 Uhr

25 Jahre Technik und Motor Immer wieder dienstags


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Verärgerte Leser

Pünktlich zum 6. September 1988 war die erste Ausgabe fertig - etwas handgestrickt noch, wenig Bilder, viel Text, wie man es heute gar nicht mehr mag -, aber durchaus erkennen lassend, wohin sich die neue Beilage entwickeln würde. Neuer Erscheinungstag war Dienstag statt Samstag. Wer nun geglaubt hatte, alle F.A.Z.-Leser würden die Neuheit und das zusätzliche Themenangebot bejubeln, musste dazulernen. Es gab eine Menge Briefe von Menschen, die sich nicht nur über den Wechsel des Wochentags ärgerten, sondern auch den „alten“ Motorteil wiederhaben wollten, weil sie für den Rest der Technik nichts übrig hatten. Diese Kritik verstummte aber bald. Die erweiterte Beilage „Technik und Motor“ gewann an Zustimmung, weil die Leser merkten, dass ihnen nichts weggenommen, sondern etwas Zusätzliches angeboten wird. Und auch der Dienstag wurde akzeptiert - so selbstverständlich, dass 2009 ein Versuch des Verlags, die Beilage wieder samstags erscheinen zu lassen, wegen Leserprotesten schon nach einem halben Jahr wieder aufgegeben werden musste. Auch die Redaktion rief gelegentlich Verstimmungen mit ihren Lesern hervor. So musste sie schnell einsehen, dass in den ersten Ausgaben von „Technik und Motor“ Hervorhebungen einzelner Wörter durch Kursivschreibung im Text, gedacht als Lesehilfe, überhaupt nicht ankamen: Man fühlte sich draußen durch solche Fürsorge bevormundet, und die Redakteure ließen rasch die Finger davon. Auch nicht alle Leser empfanden ausschließlich Vergnügen daran, dass sie einmal im Jahr „in den April geschickt“ wurden - allerdings nicht am 1. April, der ja nicht immer der passende Wochentag ist, sondern am Fastnachts-Dienstag. Diese Artikel balancierten so geschickt zwischen Dichtung und Wahrheit, dass ihnen die Leser reihenweise auf den Leim gingen und gelegentlich humorlos darauf reagierten. Um die Idee nicht totzureiten, wurde diese Übung schließlich wieder aufgegeben.

Wenn sie es nicht schon vorher gewusst hätten, wäre den Redakteuren von „Technik und Motor“ daran klar geworden, dass sie in zwei Jahrzehnten eine treue Leser-, ja Fan-Gemeinschaft gewonnen hatten. Immerhin ist die F.A.Z. mit diesem Ressort bis heute konkurrenzlos im Bereich der Tageszeitungen, und das wurde honoriert. Selbst für Insider erstaunlich ist auch die personelle Kontinuität. Von den Machern der Anfangszeit waren rund zwei Jahrzehnte später noch sechs dabei - Peters, Monika Schramm (ihr Schicksal als scheinbare Quotenfrau hat sie stets mit Würde getragen), Georg Küffner, Hans-Heinrich Pardey, Boris Schmidt und Dieter Vogt -, heute sind es drei. Und seit 1972 gab es nur drei Ressortleiter: Gerold Lingnau bis 1999, Wolfgang Peters bis 2011 und Holger Appel seither. Schon lange dabei sind auch viele freie Mitarbeiter. Der erste für „Technik und Motor“ fest angeworbene, der Unterhaltungselektronik-Spezialist Wolfgang Tunze, ist noch regelmäßig im Blatt vertreten, zusammen mit etwa 30 anderen freiberuflichen Autoren. An Zeitungsseiten sind in dem Vierteljahrhundert rund 7500 zusammengekommen. 2350 Auto-Fahrtberichte wurden verfasst und 870 sonstige Fahrzeuge (darunter als größte Gruppe 650 Motorräder und -roller, aber auch fast 220 Reisemobile und Wohnwagen) ebenfalls nach eigener Erprobung bewertet. Ganz zu schweigen von den vielen anderen Themenkreisen, die teils gelegentlich, teils häufiger behandelt werden. Seit Juni 2006 ist das Ressort auch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vertreten, davor seit 2001 als „Motor“, seit 2013 als „Drinnen & Draußen“.

Die Technik wird weiter mit Riesenschritten voraneilen. Und das Team von „Technik und Motor“ wird sie dabei engagiert begleiten. Denn es weiß, dass es für viele treue Leser schreibt.

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