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Pisa-Studie : Drei von vier Jugendlichen sind mit ihrem Leben zufrieden

  • Aktualisiert am

Deutsche Jugendliche gehen mit etwas weniger Ehrgeiz an schulische Herausforderungen als Jugendliche in anderen Ländern. Bild: Junker, Patrick

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: 73 Prozent aller Fünfzehnjährigen in Deutschland sind mit ihrem Leben zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Und dennoch: Ein erschreckend hoher Anteil wird in der Schule gemobbt.

          Knapp drei Viertel aller 15-jährigen Schüler in Deutschland sind laut einer Studie zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Leben. Mit 73 Prozent liegt der Wert etwas über dem Durchschnitt vergleichbarer Industrienationen, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Teilauswertung des PISA-Tests 2015 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. Demnach liegen die Schüler auf einer „Zufriedenheits-Skala“ von null bis zehn mit 7,4 Punkten genau 0,1 Punkte über dem Durchschnitt.

          Im Durchschnitt berichtetet allerdings fast jeder sechste Schüler (15,7 Prozent), dass sie innerhalb eines Monats einige Male Opfer von teils erheblichem Mobbing geworden seien. Fast jeder zehnte 15-Jährige aus Deutschland (9,2 Prozent) beklagt, regelmäßig Ziel von Spott und Lästereien zu sein. Und 2,3 Prozent der hierzulande Befragten gaben an, in der Schule herumgeschubst und geschlagen zu werden. Im Schnitt aller Teilnehmerländer ist sogar nahezu jeder Fünfte (18,7 Prozent) mehrmals im Monat von körperlicher oder seelischer Misshandlung durch Mitschüler betroffen.

          Der PISA-Experte Andreas Schleicher sieht angesichts der zahlreichen Mobbing-Opfer dringenden Handlungsbedarf. „Der Anteil betroffener Schüler ist signifikant, gerade wenn man sich nicht nur das physische Mobbing anschaut. Beim sozialen und psychologischen Mobbing sind die Größenordnungen viel stärker ausgeprägt“, sagte der Bildungsdirektor der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). „Mobbing müssen wir in Deutschland viel stärker thematisieren, weil es hier oft noch an den Rand gedrängt wird“, sagte Schleicher. „Da hilft nur eine Null-Toleranz-Praxis, um deutlich zu machen, dass so etwas nicht akzeptiert wird.

          Weniger ambitioniert als andere Nationen

          Deutsche Teenager sind der Studie zufolge weniger ängstlich vor schulischen Aufgaben, aber auch weniger ambitioniert als der Durchschnitt ihrer Mitschüler in vergleichbaren Nationen. Zugleich sind Mädchen in Deutschland demzufolge ängstlicher als Jungen. Drei von vier Schülern fühlen sich zugehörig zu ihrer Schule. Fast alle 15-jährigen Deutschen gehen laut Umfrage außerhalb der Schule sportlichen Aktivitäten nach und nutzen das Internet oder soziale Netzwerke.

          Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, kritisierte die Studie als äußerst teuer und pädagogisch überflüssig. Kraus sagte der „Bild“-Zeitung, er werde die Kultusministerkonferenz dazu auffordern, solche Studie künftig nicht mehr zu unterstützen. „Was hilft es mir, wenn ich weiß, dass in Singapur die Prüfungsangst stärker ausgeprägt ist als in Deutschland?“, sagte er. Stattdessen sollten die Kultusminister die Unterrichtsforschung in Deutschland fördern, um zu erfahren, welche Lernmethode die Beste sei. „Die OECD ist eine Wirtschaftsorganisation und keine Erziehungsmacht. Das ist eine fürchterliche Selbstdarstellerei, die Millionen kostet und pädagogisch nichts bringt“, so der Präsident des Lehrerverbandes.

          An dem Pisa-Test 2015 nahmen Laut OECD rund 540.000 Schüler in 72 Länder teil.

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