In letzter Minute hat Norwegens Regierung eine Blockade der Öl- und Gasförderung verhindert. Arbeitsministerin Hanne Bjurstroem ordnete in der Nacht auf Dienstag unmittelbar vor Inkrafttreten einer Aussperrung überraschend eine Zwangsschlichtung des Arbeitskampfes in der Öl- und Gasbranche an. Damit wurde auch ein vor über zwei begonnener Streik abgewendet. „Ich musste diese Entscheidung treffen, um die Interessen Norwegens zu schützen“, begründete Bjurstroem den staatlichen Eingriff in die Tarifstreitigkeiten.
Die Ölpreise haben am Dienstag mit Kursabschlägen auf das Ende des Streiks im Förderland Norwegen reagiert. Am Dienstagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur August-Lieferung 98,62 US-Dollar. Das waren 1,70 Dollar weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI (West Texas Intermediate) sank um 97 Cent auf 85,02 Dollar.
Norwegens Wirtschaft ist stark von der Öl- und Gasindustrie abhängig. Eine Verschärfung des Arbeitskampfes drohte, die norwegische Ölbranche vollends lahmzulegen. Hauptstreitpunkt war die Gewerkschaftsforderung nach einer Vorruhestandsmöglichkeit ab einem Alter von 62 Jahren. Norwegen ist der zweitgrößte Gaslieferant für Europa. Größte Abnehmer sind Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
