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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.09.2013, 19:17 Uhr

Wie seh’ ich aus? „Wäre eine Klemme für die Krawatte angebracht?“

Vor der Bundestagswahl sehen wir uns die modischen Auftritte der Politiker genauer an. Dieses Mal Bernd L. aus H. und seine dynamische Krawatte.

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© Reuters Flattern im Gegenwind: Wäre mit Krawattenklemme nicht passiert.

Herr L., Sie sehen dynamisch und gut gelaunt aus. Das mag am Gegenwind liegen, den wir Ihnen metaphorisch, Gott bewahre, nun wirklich nicht wünschen. Aber hier auf dem Foto macht er sich doch recht gut.

Katrin Hummel Folgen:

Eine Frage haben Sie nun allerdings: Sie wollen von uns wissen, ob Sie eine Krawattenklemme tragen sollten. Damit Ihnen das Ding künftig nicht mehr um die Ohren fliegt. Wir meinen: Warum nicht? So eine hübsche aus Edelstahl oder auch eine goldene, vielleicht sogar mit Brillanten drauf? Unsinn, was schreiben wir da, das wäre protzig und würde so gar nicht zu Ihrem Wahlprogramm passen. Sie und Ihre „Alternative für Deutschland“ prangern ja Frau Merkels angeblich unverantwortlichen Umgang mit unserem Steuergeld an. Da sähe es nicht gut aus, wenn Sie selbst allzu unbescheiden wirken würden.

Wirtschaftlich höchst vernünftig, die Krawattenklemme

Eine normale Krawattenklemme allerdings gibt es bei eBay schon ab 6,90 Euro, und für 9,90 Euro bekommt man sogar eine, an die man ein Mikrofon anstecken kann. Die wäre doch genau richtig für Sie, oder? Dann müssten alle im Raum immer zuhören, wenn Sie über den Euro sprechen. Es soll sogar möglich sein, dass man beim Essen die Serviette noch in die Klemme mit einhakt. Wenn das nicht wirtschaftlich höchst vernünftig ist! Das müsste Ihnen als Professor für Makroökonomie doch gefallen.

Wussten Sie übrigens, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Krawattenklemme und der Krawattennadel? Die Krawattennadel, die wir Ihnen allerdings nicht empfehlen wollen, weil Sie damit zu gockelhaft wirken würden, wird oben in den Knoten der Krawatte gesteckt und dient dem Herrn heute als reiner Schmuck. Sie kam in der Biedermeierzeit auf und hatte damals noch eine Funktion, denn im neunzehnten Jahrhundert trugen die Männer Halsbinden, deren Knoten ohne die Nadel nicht hielten. Die heutige Krawattenklemme wirkt da schon ein wenig moderner.

Aber, wenn wir ehrlich sein sollen: So richtig cool sieht damit kaum einer aus. Können Sie sich Ihren Rivalen von der Piratenpartei, Bernd S., mit Krawattenklemme vorstellen? Und was ist mit dem Berliner Klaus W. von der SPD, mit Cem Ö. von den Grünen?

Abschließend würden wir Ihnen also raten: Klüger wäre es, wenn Sie auch in Zukunft auf die Klemme verzichten. Allein schon, weil das einen Kontrapunkt zur Merkelschen Frisur bildet, die niemals die Façon zu verlieren scheint. Sie müssen nur aufpassen, dass Sie nicht windig wirken, sondern schwungvoll, wie hier auf dem Foto. Also: Bleiben Sie ruhig weiter volatil. Vielleicht flattern dann ja auch noch ein paar Wähler bei Ihnen vorbei. Halten Sie sie gut fest, und Sie kommen doch noch in den Bundestag.

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Fragen Sie ruhig!

Sie sind kein Politiker und haben wirklich eine Frage? Sie sind sich etwa unsicher, ob man Gummistiefel auch bei Herbstsonne tragen darf? Oder ob die Übergangsjacke eine Wachsschicht haben sollte? Wir beraten Sie an dieser Stelle gerne. Schicken Sie uns die Frage und das entsprechende Foto an wie-seh-ich-aus@faz.de.

Quelle: F.A.S.

 

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