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Versteigerung von Dior-Stücken : Souvenirs de Monsieur

  • -Aktualisiert am

Was für ein Angebot! Und was für Preise! Die Auktion in Paris ist ein Fest für Vintage-Sammler und Dior-Fans. Hier: Modell Narguileh (Herbst/Winter 1955) von Christian Dior (Taxe 300 bis 500 Euro). Bild: Artcurial

70 Jahre nach der Gründung von Dior werden in Paris alte Modelle des Modehauses versteigert - darunter ein schwungvoll drapiertes schwarzes Kleid und eigens für das Haus gefertigte Schmuckstücke.

          Seine erste Kollektion stellte Christian Dior im Februar 1947 vor. Er war schon 42 Jahre alt, hatte sich zuvor als Galerist versucht und dann als Modezeichner gearbeitet. Nach den entbehrungsreichen Kriegsjahren setzte er auf verschwenderische Stoffe, feminine Linien und romantische Faltenwürfe. Eigentlich hätte er Architekt werden wollen. Stattdessen entwarf er nun Kleider wie eine ephemere Architektur und skulptierte den weiblichen Körper mit dem Zeichenstift: schnürte die Taille, polsterte Schultern, liftete Brüste und legte fließende Draperien. Sein „New Look“ kleidete die High Society der Fünfziger: Liz Taylor oder Marlene Dietrich, die Schah-Gattin Soraya oder die Herzogin von Windsor. Innerhalb von nur zehn Jahren, bis zu seinem plötzlichen Tod im Oktober 1957, baute Christian Dior ein international tätiges Mode-Imperium auf.

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          Er meinte zu wissen, dass in jeder Frau eine Prinzessin schlummert, und mit jedem Entwurf wollte er sie in uns wiedererwecken. Zum 70. Geburtstag des Modehauses stehen nun am kommenden Dienstag bei Artcurial in Paris fast 100 historische Dior-Modelle im Mittelpunkt einer „Fashion-Arts“-Auktion. Die große Zahl an Kleidern ist der Zerstreuung eines ungewöhnlichen Konvoluts zu verdanken. Henriette und Alfred Madoz unterhielten nach dem Krieg ein Couture-Atelier in Lyon und hatten zwischen 1948 und 1975 eine exklusive Vertretungslizenz für Dior-Modelle. Zu jeder neuen Saison reisten sie nach Paris und wählten im Modehaus an der Avenue Montaigne für ihre großbürgerliche Klientel die passenden Schnittmuster aus. Nach dem Tod des Meisters folgte im Haus Dior der erst 21 Jahre alte Assistent Yves Saint Laurent als künstlerischer Leiter, dann Marc Bohan, der ebenfalls noch bei Dior in die Lehre gegangen war.

          Haute-Couture-Modell Zerline (Frühjahr/Sommer 1957), ebenfalls von Christian Dior (7000 bis 9000 Euro) Bilderstrecke
          Haute-Couture-Modell Zerline (Frühjahr/Sommer 1957), ebenfalls von Christian Dior (7000 bis 9000 Euro) :

          Aus dem Madoz-Archiv stammen 70 Tageskleider, Kostüme, Mäntel, Cocktail- und Abendkleider in originalen Dior-Stoffen; sie wurden von Dior selbst, von Saint Laurent oder von Bohan gezeichnet. Es sind durchweg fast ungetragene Modelle in der französischen Konfektionsgröße 38 (deutsche 36), die für Defilees in Lyon organisiert wurden oder unverkauft blieben. Bei durchschnittlichen Taxen zwischen 400 und 600 Euro lassen sich phantastische Couture-Kleider aus Satin-, Woll-, Velours- oder Leinenstoffen ersteigern: Noch aus Dior-Zeiten stammt ein elegantes perlgraues Kleid in fließendem Seidenstoff von 1950; ein lavendelblauer Tweed-Mantel entstammt einer Saint-Laurent-Kollektion von 1958; ein knappes grüngold schillerndes Velours-Cocktailkleid wurde 1966 von Marc Bohan entworfen.

          Ein Kleid in marineblauem Organza mit transparentem Tüllaufsatz und aufgestickten weißen Pünktchen (Taxe 700/900 Euro) wurde 1960 von Saint Laurent für Dior gezeichnet und könnte heute wieder über den Laufsteg gehen. Ebenfalls aus dem Madoz-Archiv kommt das Couture-Kleid Autriche, das Dior 1951 entworfen hat. Die trägerlose Korsage dieses Kleides für den „Grand Soir“ in schwarzer Seiden-Faille und Velours geht in einen fließenden Faltenwurf über (3000/5000 Euro).

          Ein schwarzes Kleid in einem Schwung

          Neben dem Madoz-Konvolut werden etwa 30 weitere Dior-Kleider unterschiedlicher Provenienz versteigert, etwa zur Hälfte getragene Couture-Modelle. Darunter fällt ein rosafarbenes Abendkleid aus Satin mit perlenbestickter Büste von Marc Bohan auf (Herbst/Winter-Kollektion 1963/64), das auf 1500 bis 2500 Euro geschätzt wird. Das museale Spitzenlos (zwischen 7000 und 9000 Euro) stammt aus der vorletzten Dior-Kollektion vom Frühling-Sommer 1957. Das Modell Zerline in glänzend schwarzem Seidentaft mit einem pellerinenartigen Schulterkragen, enger Taille und einem ausladenden Rock wurde von Dior wie in einem einzigen Schwung drapiert. Die im tiefen Ausschnitt theatralisch aufgesetzte Schleife mit einer Blume weist darauf hin, dass Yves Saint Laurent schon im Dior-Studio arbeitete.

          Die jährliche „Fashion Arts“-Auktion bei Artcurial sieht sich an der Schnittstelle zwischen Mode und Kunst. Die Konvolute, die nun kurz vor den Haute-Couture-Defilees versteigert werden, erzählen ein Stück Modegeschichte. Christian Dior hat sein Modedesign als Kunst verstanden. Er umgab sich mit Künstlern wie Jacques Darnel, der von Anfang an und trotz der Konkurrenz der Fotografie zeichnerische Werbeplakate für das Modehaus entwarf; 15 Illustrationen werden mit Taxen zwischen 600/800 und 2000/4000 Euro ebenfalls angeboten.

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          Christian Dior hatte seine erste Kollektion von 1947 sogleich mit der Kreation eines Parfums begleitet, denn er sah die Frau als eine Art stilistisches Gesamtkunstwerk. Dazu gehört auch Schmuck, und es durfte durchaus Modeschmuck sein, wenn das Design stimmte. Die Offerte bei Artcurial bietet – mit Taxen zwischen 200/400 und 600/800 Euro – ein Konvolut von 45 schillernden Strass- und Perlen-Colliers aus den sechziger Jahren an, die eigens für das Haus Dior entworfen wurden.

          Quelle: F.A.Z.

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