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„Tub Chair“ von PP Møbler : Minimalismus auf vier Beinen

Der „Tub Chair“ von PP Møbler wurde nach einem Entwurf von 1958 gebaut Bild: PP Møbler

Zum 100. Geburtstag von Jørgensen Wegner wurden Entwürfe des großen Designers neu interpretiert. Der „Tub Chair“ war in den Fünzigern revolutionär und ist in der Neuauflage von schlichter Eleganz.

          Seine Liebe zum Holz ist unverkennbar. Schon als kleiner Junge schnitzte er mit Begeisterung, später wurde Hans Jørgensen Wegner nicht nur Tischler, er studierte auch Möbeltischlerei an der Technischen Hochschule in Kopenhagen. In dieser Zeit musste der Student die Stilmöbel vermessen, die im Designmuseum Danmark ausgestellt wurden. Die überbordenden Stühle, Tische und Bänke müssen ihm dabei so zum Greuel geworden sein, dass er beschloss, es besser zu machen und Designer zu werden.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Prägend für ihn waren seine Landsleute Orla Mølgaard-Nielsen, Erik Møller und nicht zuletzt der dänische Funktionalist par excellence, Arne Jacobsen. Unter anderen mit ihm arbeitete er an der Gestaltung des Rathauses von Århus, für das Wegner ganz schlichte und funktionale Möbel entwarf. Er wollte, so schrieb er später, „den alten Stühlen ihren äußeren Stil nehmen und sie in ihrer puren Konstruktion sichtbar werden lassen“.

          Sorgt für Komfort: Die verstellbare Rückenlehne
          Sorgt für Komfort: Die verstellbare Rückenlehne : Bild: PP Møbler

          Weil Kennedy über Rückenschmerzen klagte

          Hans J. Wegner, der 2007 in Kopenhagen starb, wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Zu seinem runden Geburtstag haben gleich zwei der Hersteller, mit denen er schon seit der Nachkriegszeit zusammenarbeitete, alte Entwürfe des großen Gestalters neu interpretiert und auf den Markt gebracht. Carl Hansen & Søn hat ein „zukunftsweisendes Design von 1958“ wieder entdeckt, Wegners Sideboard „CH 825“. Zwei Meter lang ist sein Entwurf, der auf Metallbügeln ruht und Rolltüren hat, die beim Öffnen zwischen den doppelten Seiten- und Rückwänden verschwinden.

          Der Hersteller PP Møbler, von den Brüdern Ejnar und Lars Peder Pedersen 1953 begründet, feiert Wegner mit seinem „Tub Chair“ (siehe Fotos). Der raffinierte Entwurf stammt aus den frühen Fünfzigern und entstand in Zusammenarbeit mit Johannes Hansen, der den Stuhl auch produzierte. Wegner experimentierte mit dem damals neuen Verfahren, Schichtholz dreidimensional zu Sitzschalen zu verbiegen. Das Ganze bezog er mit einem Polster und setzte es auf ein Holzgestell. Die Rückenlehne lässt sich verstellen.

          Der Däne ist vor allem in den Vereinigten Staaten beliebt, was er auch seinem „De Runde Stol“ (1949) zu verdanken hat, der 1960 beim ersten Fernsehduell zweier Präsidentschaftskandidaten verwendet wurde. John F. Kennedy, der von Rückenschmerzen geplagt war, bestand auf den bequemen Stuhl. Nach dem Zweikampf mit Richard Nixon wurde er fortan nur noch „The Chair“ genannt.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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