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Veröffentlicht: 11.07.2014, 04:14 Uhr

Berliner Modewoche – Tag 3 Aufgeräumt abgeräumt

Neue Farben, neue Stoffe, neuer Markenname. Der dritte Tag der Modewoche geht ganz anders zu Ende, als er angefangen hat.

von , und Florian Siebeck, Berlin
© AP Keine Ego-Show: Schumacher

Von wegen einmal den Laufsteg hinauf, einmal hinunter. Johanna Perret und Tutia Schaad erarbeiten sich langsam einen Ruf für witzige Schauen-Locations. Vor einem Jahr liefen ihre Models durch die Neue Nationalgalerie, während die Besucher draußen bleiben mussten, vor den Fensterscheiben des Glaskubus. Dann, im Januar, stiegen die Models auf hohe Podeste in der Chipperfield-Kantine. Die Gäste mussten aufschauen. Am Mittwochabend vor ihrer nächsten Schau trifft man das Duo gegen 22:30 Uhr an der Bar der „Vogue“-Party. Und? Die für Donnerstag um 12 Uhr Mittag angesetzte Schau im Kronprinzenpalais könne leider nicht im Garten gezeigt werden, wie ursprünglich geplant, erzählen sie. „Für 12 Uhr mittags ist Regen angesagt“, sagt Johanna Perret. „Das komplette Seating haben wir vorhin nach drinnen verlegt.“

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12 Uhr mittags tags darauf, der Donnerstag der Modewoche: strahlend blauer Himmel. Also alles zurück in den Garten. In Südfrankreich, Inspirationsort ihrer Kollektion, hätte man natürlich eine andere Wettersicherheit. Aber die wieder einmal clean gehaltenen Mäntel, Seidenblusen mit langen Ärmeln und Hosen der beiden gehen dann doch weniger auf die Südfranzösin als auf die Deutsche ein. Die muss während dieser Berliner Modewoche ja mit allem rechnen, von Platzregen bis Affenhitze. Die zurückgenommenen Entwürfe garnieren die beiden mit großen Knoten. Die tauchen mal vorne am Kleid auf, am Rock, auf Seiden-T-Shirts, auf Hosen. Und, das ist der Witz, die Location scheint wie auf die Knoten abgestimmt. Im Wind heben und senken sich die Seidenstoffe und entwickeln ein Eigenleben. Die Gäste müssen also weder aufschauen noch draußen warten – sondern können endlich einmal durchatmen.

Auch Dorothee Schumacher hat vor einiger Zeit tief durchgeatmet. Und nach sage und schreibe 25 Jahren setzt sie sich endlich selbst namhaft in Szene. Wie sie am Donnerstag in der F.A.Z. ankündigte, wird aus der Marke Schumacher nun „Dorothee Schumacher“. Am Tag vor der Schau – sie trägt schon ein lackiertes Kleid mit ausgestelltem Rock in ihrer Lieblingsfarbe Nude aus der neuen Kollektion – erklärt sie uns in aller Seelenruhe während der Vorbereitungen, dass die Marke trotzdem keine Ego-Show ist, sondern ihre Kinder bei wichtigen Entscheidungen gerne mitreden.

An der Kollektion soll sich nichts ändern, obwohl die neuen Entwürfe auf dem Laufsteg in der St.-Elisabeth-Kirche am Donnerstagmorgen tougher als üblich anmuten. Dorothee Schumacher arbeitet viel mit Schwarz und Weiß, mit strengen Linien. Gegen die Rüschen auf den Oberteilen setzt sie gekreuzte elastische Rückenriemen: Bondage-Elemente bei Dorothee Schumacher! Und mit dem immer wieder auftauchenden Netzstoff in der Kollektion schüttelt sie auch das letzte bisschen Puderzucker von ihren Kleidern.

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