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Stil-Fragebogen : „Modesünden begehe ich jeden Tag“

War einmal zu Besuch bei Kanzlerin Angela Merkel: Jutta Kleinschmidt schloss ein Studium zur Physik-Ingenieurin ab und arbeitete sechs Jahre bei BMW, bevor sie Rallye-Pilotin wurde. Bild: Imago

Jutta Kleinschmidt ist Rallye-Pilotin und hat als einzige Frau die Rallye Dakar gewonnen. Im Stil-Fragebogen erklärt sie, warum sie für Mode-Tipps die Kinder ihrer Schwester fragt.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Meistens trinke ich erst nur Kaffee und warte, bis der Körper angelaufen ist. Dann ein Käsebrötchen oder Joghurt. Nur wenn ich Rennen fahre, versuche ich, viel zu frühstücken, vor allem Kohlehydrate. Bei der Dakar-Rallye gab es morgens um vier schon eine ordentliche Portion Spaghetti, um für den Tag gerüstet zu sein.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Überall, weil ich viel unterwegs bin. Auch gerne in Outlets. Ich bin aber keine Shopping-Queen. Ich bin eher schnell genervt, wenn ich was anprobiere, und es passt nicht gleich.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Nein. Außer ich bin im Baumarkt. Ich liebe Baumärkte und alle Arten von Elektronikshops.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Weiß ich nicht. Ich trage die Sachen meistens, bis sie nicht mehr gut aussehen, und gebe sie dann weg. Ich habe aber noch meinen ersten Renn-Overall, als Souvenir. Der ist jetzt 30 Jahre alt.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Ich glaube, ich begehe jeden Tag Modesünden. Manchmal orientiere ich mich deshalb an den Kindern meiner Schwester, die sind immer auf dem neuesten Stand und geben mir Tipps.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Ja. Definitiv.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Eigentlich nicht. Aber wenn ich was in Zeitungen oder Zeitschriften sehe, das mir gefällt, kann mich das schon inspirieren.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder ein Möbelstück selbst gemacht?

          Kleidung nicht, aber Möbelstücke, ein Bett oder einen Stuhl. Für den Sohn meiner Schwester habe ich mit dessen Schwester mal ein tolles Hochbett gebaut. Hat uns zwei Tage gekostet, aber viel Spaß gemacht.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ja, von Villeroy & Boch.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Ich mache gerne einen ganzen Fisch mit Kräutern, in Alufolie im Backofen. Oder einen Hahn mit Kräutern.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Ich bin eher der Online-Typ. Da lese ich die F.A.Z. oder n-tv.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Hauptsächlich Nachrichten und Sport. Ich lese keine Blogs. Wenn ich meine Mails gemacht habe, reicht's mir ehrlich gesagt am Computer.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Den letzten habe ich an die Bundeskanzlerin geschrieben, das war 2006. Und ich habe einen handschriftlichen Brief von ihr zurückbekommen, eine ganze Seite, das fand ich schon erstaunlich. Ich hatte mal das Glück, eine Stunde bei ihr eingeladen zu sein und mich mit ihr allein unterhalten zu können, das war sehr interessant. Da gibt es ja viele Parallelen, das Physik-Studium etwa, ich bin auch Physik-Ingenieurin. Oder die Erfahrung als Frau in einer Männer-Welt.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Kann ich nicht sagen. Ich lese gerne Biographien, da gibt es aber viele, die mich beeindrucken.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Die Namen meiner Nichten und Neffen: Annabell, Samuel, Aaron, Amelie, Marie-Lilien, Victor, Maurice.

          Ihr Lieblingsfilm?

          „Das Schweigen der Lämmer“.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Ich liebe Autos. Und ich brauche ein Auto für meine Freiheit. Aber es kommt auch darauf an, wo man wohnt. In Monaco benutze ich das Auto fast nie, da fahre ich alles mit dem Fahrrad, weil ich damit viel freier bin - ich muss keinen Parkplatz finden, komme schnell überall hin, stehe nicht im Stau. Aber in den Vereinigten Staaten wäre ich ohne Auto verloren.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja, wenn ich das Haus verlasse. Zu Hause stört mich die Uhr eher.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nur wenn ich abends weggehe.

          Haben Sie einen Lieblings-Duft?

          „Aromatics Elixir“ von Clinique.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ausdauer und Abenteuerlust. Ausdauer im Sinne von Hartnäckigkeit: Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, bleibe ich da dran, da kann ich sehr ehrgeizig werden. Das ist mir in die Wiege gelegt worden, und es hat mir sehr geholfen, Erfolg zu haben.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Ungeduld, keine Frage. Wenn ich was will, will ich's immer gleich. Ich kann mich da schwer zurücknehmen und warten. Mit dem Alter wird man vernünftiger, aber das Gefühl der Ungeduld ist genauso da. Man kann es nur ein bisschen besser beherrschen.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Wenn man sich über ein Geschenk von mir freut.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Auto und Motorsport. Funktioniert immer.

          Sind Sie abergläubisch?

          Nicht wirklich. Aber wenn ich einen Glücksbringer geschenkt bekomme, nehme ich den schon mit.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In Südafrika, auf einer Safari. Das war genial: die Natur, die Tiere, die Lodges. Abenteuer pur.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Ich würde gerne mal nach Island oder Neuseeland fahren.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Wasser. Außer bei einem schönen Essen mit Freunden, dann trinke ich gerne einen Rotwein.

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          Zur Person

          Gut 15 Jahre ist es her, dass Jutta Kleinschmidt die Rallye Dakar gewann - als erste Deutsche und als erste und bisher einzige Frau. Aufgewachsen in Berchtesgaden, schloss sie zunächst ein Studium zur Physik-Ingenieurin ab und arbeitete sechs Jahre in der Fahrzeugentwicklung bei BMW.

          1992 stieg Kleinschmidt um und setzte ganz auf den Motorsport. Sie fuhr 17 Mal die Rallye Dakar, auf dem Motorrad und mit dem Auto. Heute lebt die 53 Jahre alte Rallyepilotin in Monaco und gibt ihre Erfahrungen in Vorträgen weiter. Zudem entwickelt sie für das Team X-Raid einen Buggy und fördert in einem Nachwuchsprojekt junge Rennfahrerinnen.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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