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Sport-Bikinis : Aus eins mach zwei

Vom Laufsteg an den Strand: Sportliche Schwimmmode ist äußerst beliebt Bild: EPA

Badeanzüge sind praktisch – und zugleich leider oft ziemlich unvorteilhaft. Zum Glück gibt es Sport-Bikinis. Die besitzen Badeanzug-Qualitäten und sind geradezu revolutionär figurfreundlich.

          Badeanzüge sind allgemein bekannt dafür, ziemlich praktisch zu sein. Leider sind sie auch ziemlich unvorteilhaft. Die meisten Frauen dürften damit ein ernsthaftes Problem haben. Also alle, die weder zu dünn noch zu dick sind, nicht mehr so jung, dass sie Kinder sind, und noch nicht allzu alt. Und deren Problemzone nicht gerade der Bauch ist. Man mag in einem Badeanzug locker 70 Bahnen kraulen können, ohne ein einziges Mal anhalten zu müssen, um mal das Oberteil zu richten. Aber sobald man dann aus dem Wasser gestiegen ist, kann man sich ebenso wenig einen Moment des Innehaltens erlauben. Wo also ist das Handtuch?

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es ist schon eine besonders fiese Ironie der Mode, dass ein Badeanzug, dieses praktische Stück Stoff, oft gnadenloser ist als ein Bikini. Gut also, dass es Bikinis mit Badeanzug-Qualitäten gibt: Sport-Bikinis. Sie sind zum Beispiel von Calvin Klein oder Diane von Fürstenberg und enden knapp über der Taille, sind also revolutionär figurfreundlich. Die Bündchen sitzen trotzdem stramm genug, um sorgenfrei mit einem Kopfsprung im Wasser zu landen und sich dann eine halbe Stunde lang zu bewegen.

          Der Sport-Bikini von Calvin Klein eignet sich hervorragend für einen sorgenfreien Kopfsprung ins Wasser. Bilderstrecke
          Der Sport-Bikini von Calvin Klein eignet sich hervorragend für einen sorgenfreien Kopfsprung ins Wasser. :

          Darum geht es schließlich dieser Tage: #strongnotskinny ist die digitale Zauberformel der Stunde, die bis ins analoge Leben führt, also bis in die Ecken der Fitnessstudios, wo die Geräte mit den schweren Gewichten stehen, oder bis in den blaugefliesten Pool. Der muskulöse Körper soll allmählich den allzu dünnen ablösen. Wenn man für einen Augenblick vergisst, dass es die ersten vor diesem Hintergrund schon wieder übertreiben und Gewichte stemmen, die kaum im Verhältnis zur Statur stehen, ist das natürlich eine schöne Entwicklung.

          Kein Wunder also, dass der Athleisure-Trend, Sportbekleidung auch im Alltag zu tragen, nun auch bei der Bademode eine Rolle spielt. Man sieht es an den Modellen von Weekday und Flagpole - ebenfalls zu bestellen über Net-a-porter. Die Form folgt hier der Funktion, die Anmutung ist schlicht, es geht ja darum, dass er richtig sitzt. Ivy & Oak, die Eigenmarke von The Outnet, dem Rabattshop für Luxusmode im Internet, arbeitet ebenfalls mit zwei Farben. Mehr muss nicht sein. Wenn man darin mehrmals durch ein Schwimmbecken mit Olympia-Bahnen pflügen möchte, sowieso nicht.

          Aber logisch, faul rumliegen und gut aussehen kann man mit den Teilen natürlich auch. Ja, sogar in dem Modell von Adidas, das vor fünf Jahren unter stilbewussten Frauen noch in die Kategorie No-Go gefallen wäre - wegen des Musters in Schwarz-Lila und des allzu offensichtlichen Logos. Die Frage vor fünf Jahren: Wo gibt es Eres-Bikinis, diese feinen, teuren Teile aus Frankreich? Die Frage heute vielmehr: Wer ist als Erster am anderen Ende des Beckens?

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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