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Gartenmode : Beim Unkrautjäten eine gute Figur machen

  • -Aktualisiert am

Schick im Garten: Lieblose Optik beim grünen Hobby muss nicht sein. Bild: Garden Girl

Von wegen trist und hässlich: Gartenarbeit in Anorak und Bollerjeans ist so was von gestern. Denn jetzt gibt es feminine Profikleidung von einer findigen Schwedin.

          Alles begann mit einer Hose. Praktisch war sie, mit den vielen Taschen. Robust war sie auch, dank des festen und imprägnierten Stoffes. Die Farbe, irgendwo zwischen Dunkelblau und Grau, verzieh jeden Fleck. „Nichts an dieser Hose war schön“, erinnert sich Petra Maison: „Ehrlich gesagt, war sie sogar ziemlich hässlich.“ Die 43 Jahre alte Schwedin lacht, wenn sie an die rundum funktionale Arbeitshose denkt, die ihr Mann ihr vor zehn Jahren schenkte, damit sie endlich etwas Vernünftiges für die Gartenarbeit anzuziehen hätte.

          Maison ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Wie alle, die diese Leidenschaft teilen, weiß sie: Die vielen Stunden zwischen Stauden und Sträuchern bei jedem Wetter hinterlassen Spuren auf der Kleidung. Also werden alte Jeans und verwaschene Pullover zur improvisierten Gartenmontur, aufgescheuerte Ellenbogen und durchnässte Knie inklusive. Da erschien die Idee ihres Mannes perfekt. Doch die ästhetisch fragwürdige Hose entpuppte sich auch noch als unbequem: „Der Stoff war zu hart, der Bund viel zu fest“, erzählt Maison. „Sie war eben für Männer konzipiert.“ Trotzdem war das Geschenk alles andere als ein Flop.

          Denn all das, was sie daran störte - die lieblose Optik, das harte Material, die unbequeme Passform -, brachte Maison auf eine Idee: Warum nicht Gartenbekleidung speziell für Frauen entwickeln, die nicht nur praktisch, sondern auch schön und bequem ist? Mit ihrem Mann erarbeitete sie einen Businessplan, entwarf erste Designs und suchte sich einen Geschäftspartner. Ein Jahr später war „Garden Girl“ geboren.

          Alles für die Gärtnerin mit Stil

          Heute bietet das Unternehmen alles für die Gärtnerin mit Stil - und einer latenten Vorliebe für die Farbpalette von Rosa bis Pink: Regenponchos mit fliederfarbenem Blumenprint, taillierte Westen und Wickelröcke mit blumenverzierten Funktionstaschen, Werkzeuggürtel, Arbeitshandschuhe und rosafarbene Erntescheren, deren Größe zierlichen Frauenhänden entsprechen. Im Fokus aber stehen natürlich Gartenhosen. Sie haben einen elastischen und hochgeschnittenen Bund, damit beim Knien zwischen den Beeten nichts verrutscht, Kniepolster, nylonverstärkte Nähte und französisch inspirierte Blumenmuster.

          Als Maison ihre Firma gründete, war der aktuelle Gartenboom nicht mehr als eine zarte Knospe. „Urban Gardening“ sagte nur Branchenexperten etwas, das Magazin „Landlust“ war noch weit entfernt von seiner heutigen Auflage von über einer Million, und Schrebergärten galten nicht als schick, sondern als spießig. „Ich war nicht sicher, ob es ein Erfolg wird“, gibt die studierte Grafikdesignerin zu, „aber die Nachfrage war sofort groß. Offenbar hatten viele Frauen auf genau so etwas gewartet.“

          Naheliegende Idee

          Dabei sei ihre Idee recht naheliegend, findet Maison: „Wer Ski fährt, trägt doch auch die passende Kleidung. Natürlich kann man sich auch in Jeans auf Skier stellen, aber wir alle wissen, dass es viel angenehmer und praktischer ist, wenn man eine Ski-Hose trägt und dabei auch noch gut aussieht. So ist es auch im Garten.“ Heute hat sie acht Mitarbeiter in Schweden und verkauft ihre Produkte über einen Online-Shop. Auch Gartencenter in über zwanzig Ländern haben ihre Entwürfe im Sortiment, mehr als 100 davon in Deutschland. Abgesehen von den skandinavischen Ländern, leben hier die meisten ihrer Kunden.

          Der Mix aus praktischem Nutzen und romantischen Blumenmustern passt zum deutschen, auf Funktionalität bedachten Modegeschmack. Pinkfarbene Gartenscheren aber entlocken so manchem versierten Hobbygärtner dann doch ein süffisantes Lächeln. Genau diese Verwandlung vom rein funktionalen Utensil in ein verspieltes Accessoire aber ist symbolisch für den Imagewandel des Gartens.

          Der vollzieht sich vor allem in Deutschland. Hier wächst und gedeiht der Markt wie kaum ein anderer: Seit etwa zehn Jahren werde das sogenannte „Outdoor Living“ - also die regelrecht zelebrierte Verlagerung der Freizeit in den Garten oder auf die Terrasse - immer wichtiger, erklärt Johannes Welsch, Geschäftsführer des Industrieverbands Garten. „Draußen ist das neue Drinnen.“

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