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Porsche Design : „Bitte keine überflüssigen Schnörkel“

Roland Heiler ist seit 2004 Direktor des Porsche-Design-Studios in Zell am See. Bild: Porsche Design Group

Seit 1972 laufen unter dem Namen Porsche nicht nur Autos „vom Band“. Doch in den Produkten von Porsche Desgin steckt auch ein gutes Stück Eigenständigkeit. Ein Gespräch mit Roland Heiler.

          Herr Heiler, Sie sind seit 13 Jahren für das Design bei Porsche Design zuständig. Wie viel Porsche steckt in den Produkten, die Sie gestalten?

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Die Formensprache, die wir bei den Sportwagen von Porsche finden, wird bei Porsche Design nicht direkt in die Produkte übersetzt, es ist vielmehr dieselbe Philosophie. Sie geht zurück auf den Gründer von Porsche Design, Professor Ferdinand Alexander Porsche, der im Familienunternehmen Porsche als Designdirektor tätig war und Anfang der sechziger Jahre den legendären Porsche 911 entworfen hat. Als er 1972 seine eigene Design-Firma gründete, hat er dieselbe Designphilosophie angewandt: keine überflüssigen Schnörkel, das Design soll funktional sein, eher puristisch.

          Es scheint, als würden Sie oft Alltagsgegenstände neu interpretieren, meist mit edlen Materialien, die besonders gut verarbeitet werden.

          Man kann ja nicht jedes Mal das Rad neu erfinden. Aber wir können neue Materialien und Technologien einsetzen. Wie zum Beispiel beim Titan-Chronograph, der 1980 in Zusammenarbeit mit IWC auf den Markt kam. F. A. Porsche kannte das Material Titan aus dem Rennsport. Die positiven Eigenschaften hat er dann in eine Uhr übersetzt. Eine echte Innovation. Porsche Design wollte immer ein Überraschungsmoment bei seinen Produkten bieten, meist technologischer Art. Etwa eine Sonnenbrille, bei der man die Gläser auswechseln kann, eine Pfeife mit Kühlrippen oder jetzt das neue Laptop Book One mit seinem Zahnradgelenk, das eine 360-Grad-Drehung des Bildschirms ermöglicht.

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          Andere Automarken haben keine Designfirma für Produkte?

          Nein. Das hat einen einfachen Grund: F. A. Porsche war Designer, und als die Familie 1972 entschied, dass alle ihre Mitglieder aus den operativen Positionen ausscheiden und das Unternehmen in eine AG umgewandelt wird, gründete Porsche sein eigenes Designstudio. Diese Konstellation gab es bei anderen Automobilherstellern nicht.

          Der Lautsprecher 911 Speaker ist den Endrohren des Auspuffs des 911 GT3 nachempfunden. Ist das bewusst etwas für Porsche-Fans?

          Die 911 Soundbar: Der Lautsprecher ist dem Auspuff des 911 GT3 nachempfunden.
          Die 911 Soundbar: Der Lautsprecher ist dem Auspuff des 911 GT3 nachempfunden. : Bild: Hersteller

          Das ist ein Produkt zwischen den Welten, hochwertig und gut verarbeitet, wie alle unsere Produkte. Recht groß ist aber auch die Inspiration direkt vom Auto. Darum vertreiben wir es nicht nur über die Kanäle von Porsche Design, sondern auch über unser Driver's-SelectionProgramm in ausgewählten Porsche-Zentren auf der ganzen Welt.

          Für wen ist die Wasserpfeife Shisha gedacht?

          Sie schließt an die Smoking-Accessoires früherer Jahre an und trägt der Tatsache Rechnung, dass wir viele Kunden im Mittleren Osten haben. Wasserpfeifen sind aber auch in Europa populär, so dass wir uns die sportliche Aufgabe gestellt haben, das Produkt neu zu interpretieren und nach unserer Philosophie umzugestalten - mit massivem Aluminium-Gehäuse, gefrostetem Echtglasbehälter und einem Schlauch aus Tec-Flex-Material.

          Wer ist ein typischer Porsche-Design-Kunde?

          Ein Mann, der sich für technische Produkte und für funktionales Design interessiert, ein Individualist jenseits des Mainstreams. Vielleicht ist er ein Connaisseur, der allerdings das Understatement schätzt - und der zudem über ein gewisses Einkommen verfügen muss.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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