http://www.faz.net/-hrx-7p92g

Neue Re-Edition von Horgenglarus : Ein Tisch wächst über sich hinaus

Der Schweizer Architekt und Designer Jürg Bally (1923 bis 2002) Bild: Foto Horgenglarus

Im Jahr 1951 konzipierte der Schweizer Architekt und Designer Jürg Bally einen Ess-Tee-Tisch, der in der Höhe verstellbar ist. Das Schweizer Unternehmen Horgenglarus bringt nun eine Re-Edition des Modells auf den Markt.

          Es gibt viele Tische, deren Platten sich verkleinern oder vergrößern lassen. Doch in der Höhe sind nur die wenigsten verstellbar. Der Schweizer Architekt und Designer Jürg Bally (1923 bis 2002) schuf mit seinem „S. T. Tisch“ schon im Jahr 1951 einen wahren „Aufzugstisch“, wie er bald mit sparsamem Schweizer Witz genannt wurde. Der Name weist einerseits auf die Funktionalität des Möbels hin: Ausgesprochen wird aus „S“ und „T“ der höhere Ess- und niedrigere Tee-Tisch. Andererseits lässt sich auch unschwer das Wort „ästhetisch“ heraushören: ein Prädikat, das Ballys Tisch bestens beschreibt.

          Der „S. T. Tisch“ in der Re-Edition
          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der offizielle Prototyp der Arbeit aus der frühen Nachkriegszeit steht heute in der Designsammlung des Museums für Gestaltung in Zürich. Er wird auf das Jahr 1950 datiert. Der Tisch, der zwischen 1954 und 1995 schon einmal und die meiste Zeit von Jürg Bally selbst seriell hergestellt wurde, hat drei organisch geformte und nicht senkrecht stehende Beine, was die auf ihnen ruhende Platte noch zusätzlich schweben lässt. Die Verstellmechanik, die über einen Hebel in Betrieb versetzt wird, bleibt unter der Platte verborgen. Mit dem Hebel lässt sich ein Stahlband in Bewegung setzen, das sich in einer Trommel auf- oder abwickelt und auf diese Weise die in Schienen laufenden Beinenden, die in ihrer Mitte über ein bewegliches Zapfenscharnier verbunden sind, enger zusammen oder weiter auseinander rückt. So hebt oder senkt sich die Tischplatte.

          Das Schweizer Unternehmen Horgenglarus hat das Möbel nun von dem Designer Daniel Hunziker und zusammen mit der Familie Bally überarbeiten lassen. Als „ess.tee-tisch“ kommt diese Re-Edition auf den Markt. Der Aufzugsmechanismus wurde weiterentwickelt, der Tisch kann jetzt in zehn Abstufungen - von 32 bis 74 Zentimeter - in der Höhe verstellt werden. Damit ist er ideal auch fürs Kinderzimmer: Er wächst über die Jahre einfach mit.

          Weitere Themen

          Im Sessel liegen wie Juri Gagarin

          Relaxsessel : Im Sessel liegen wie Juri Gagarin

          Paul Verhaert ließ sich von den Raumfahrern vor 50 Jahren zu einem Sessel inspirieren. Um das goldene Jubiläum der Raumfahrt zu feiern, hat ihn der Hersteller Jori nun in einer Sonderedition aufgelegt.

          Topmeldungen

          Dialog mit Bürgern in Chemnitz : Der Frust und die Fragen

          Die Chemnitzer Bürgermeisterin sucht nach der Tötung eines Deutschen und den Krawallen in der Stadt den Dialog mit den Bürgern. Doch sie und Sachsens Innenminister Wöller bekommen vor allem eines zu spüren: Unmut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.