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Stil-Fragebogen: Asaf Avidan : „Den Geruch im Wald liebe ich“

  • Aktualisiert am

Asaf Avidan im Oktober 2014 in Berlin Bild: dpa

Mit dem Reckoning Song landete der Musiker Asaf Avidan einen weltweiten Hit. Es ist eine Mahnung, das Leben nicht im Konjunktiv verstreichen zu lassen. Leben und Tod sind auch seine liebsten Smalltalk-Themen, wie Avidan im Stil-Fragebogen erklärt.

          „One day baby, we’ll be old and think of all the stories that we could have told“: Asaf Avidan rührt uns als raunender Beschwörer des Konjunktivs. Das Lied des israelischen Musikers und seiner Band The Mojos kam als Remix des Berliner DJs Wankelmut auch bei uns auf Platz 1. Asaf Avidan, 1980 in Jerusalem geboren, leistete Wehrdienst in der israelischen Armee, studierte Film und Animation und arbeitete in der Filmbranche. Die Trennung von seiner Freundin brachte ihn an die Gitarre. Sein zweites Solo-Album „Gold Shadow“ erschien Anfang des Jahres. Im März tourt er durch Deutschland.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Normalerweise esse ich morgens gar nichts.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          Gerade vor allem bei Dondup, einem italienischen Modeunternehmen. Sie machen Kleidung für kleinere Menschen, die meinen winzigen Beinen passt. Ich mag die Schnitte. Was für eine schräge Frage!

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Tut mir leid, das zuzugeben: Ja, es hebt die Stimmung. Ich bin 34 Jahre alt - und kaufe Computerspiele für die Playstation und alle möglichen blöden Geschenke und Bücher und Vinyl-Schallplatten. Am verrücktesten sind die Schallplatten: Ich bin nie zu Hause, um sie zu hören.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Meine Stiefel, die sind sechs Jahre alt. In denen habe ich begonnen aufzutreten, als ich Musiker wurde. In diesen Stiefeln stand ich das ganze erste Jahr auf der Bühne.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          Die Achtziger und Neunziger waren voller Modesünden. Im Alter von vielleicht zwölf oder dreizehn Jahren trug ich richtig weite Hosen mit engen Gummizügen von Bugle Boy. Die waren wirklich schrecklich.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nein. Vielleicht im Winter.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Tom Waits. Ein Inbegriff der Coolness. Jack White ist auch ein Großer.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Ich bin gerade mit einem Designer dabei, die Kleidung für die Tour zu machen, aber nur für meine Musiker und mich. Mein Album heißt „Gold Shadow“, die Kleidung wird also schwarz und gold.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Nein. Ich habe aber vier Teller und Schüsseln, die zusammenpassen.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Ich bin ein guter Koch. Als Vegetarier koche ich viel vegetarisch und auch vegan. Zum Beispiel Rüben mit Ziegenkäse und Haselnüssen. Großartig! Alle sind davon sehr beeindruckt.

          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Ich lese „Haaretz“, die linke israelische Tageszeitung. Und den „Rolling Stone“, wenn ich mich langweile.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          Ich habe Youtube-Kanäle abonniert wie Vsauce, eine Wissenschaftssendung. Ich lese nicht viel über Musik, sondern mehr über Physik und Geschichte.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Wahrscheinlich vor zehn Jahren. Ich habe auch eine Sammlung von Liebesbriefen, aber die sind noch älter.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Jonathan Safran Foer: „Extrem laut und unglaublich nah“ und „Alles ist erleuchtet“. Das sind wohl gerade meine beiden Lieblingsbücher. Auch „Die Geschichte der Liebe“ von Nicole Krauss hat mich beeindruckt.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Althea. Und Sonata ist auch ein schöner Name.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Unter anderen „Lost in Translation“.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          In der Stadt fühle ich mich ohne Auto freier. Aber wenn ich draußen bin und reise, brauche ich ein Auto, um mich frei zu fühlen.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ich musste während des Militärdienstes eine Uhr tragen. Es war eine harte Zeit. Danach habe ich nie wieder eine Uhr getragen.

          Tragen Sie Schmuck?

          Ich bin kein Bling-Bling-Typ. Ich mag kein Gold, keine Juwelen und keine Steine. Aber ich mag Silber und trage silberne Armbänder.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Ich liebe den Geruch, wenn ich im Wald bin, den modrigen Geruch von Blättern oder Gras.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Eine wirre Frage.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Wahrscheinlich viele, vor allem Schokolade und Whiskey.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Schokolade und Whiskey.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Liebe und Tod. Fällt das unter Smalltalk?

          Sind Sie abergläubisch?

          Nur mit einer Sache: Ich klopfe auf Holz.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In Hawaii. In einer ganz ruhigen Gegend ohne Touristen. Ich wandere viel und tauche. Ich bin dann ganz einsam.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Wahrscheinlich in Italien, in der Natur.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Auf Tour trinke ich nur Whiskey. Sonst Rotwein.

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